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Neuer Intendant Firmbach stellt sein Team am Staatstheater Karlsruhe vor – Machterhalt und Vertrauensbruch

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Martin Gramlich

Der designierte Intendant des Badischen Staatstheaters in Karlsruhe Christian Firmbach stellt am 26. Oktober sein neues Team vor, mit dem er ab der Spielzeit 2024/25 arbeiten möchte. Obwohl Christian Firmbach bei seiner Vorstellung im Sommer betont hatte, er wolle nicht die gesamte Spartenleitungsriege austauschen, scheinen nun doch viele Positionen neu besetzt zu werden.

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Mit jeder Kündigung wird „verbrannte Erde“ hinterlassen

„Diese Praxis diese vor allen Dingen dem Machterhalt", sagt Thomas Schmidt, Professor für Theater- und Orchestermanagement an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt. „Wenn ich mit Kolleg:nnen arbeite, die schon lange am Haus sind, haben die den Vorteil, das Haus zu kennen, und das gefällt vielen Intendanten nicht, die sich und ihrer Arbeit nicht ausreichend selbst vertrauen."

Die künstlerische Leitung am Badischen Staatstheater habe laut Schmidt bisher so gute Arbeit geleistet, dass es keinen Grund gebe, sie zu kündigen. Mit jeder Kündigung werde „verbrannte Erde“ hinterlassen.

Die Politik trägt eine Mitschuld

Das Festhalten an bestehenden, erfahrenen Teams könne einem neuen Intendanten die Arbeit auch erleichtern. Die Kündigungen seien ein Vertrauensbruch, an dem auch die Politik Mitschuld trage. Sie habe verpasst, klare Bedingungen für den Erhalt des Teams in den Vertrag des neuen Intendanten zu schreiben.

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