Eine Tierpflegerin reinigt im Zoo Neuwied das Gehege der Wasserschweine und Trauerschwäne. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Spenden, Patenschaften, Staatshilfen

So geht es Zoos in RLP nach der Pandemie

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Entspannung der Corona-Lage in den Zoos und Tierparks in Rheinland-Pfalz: Die Pandemie hatte auch sie getroffen.

Auch die Tierparks im Land hat Corona zur Schließung gezwungen. Tägliche Einnahmen sind auf der einen Seite weggefallen, Futter- und Personalkosten auf der anderen Seite aber weiter gelaufen. Für viele Zoos eine schwierige Zeit.

Viele Spenden, Patenschaften und Staatshilfen

Den Zoo Neuwied konnte nur eine Spendenaktion retten, er stand kurz vor der Pleite. Nach eigenen Angaben hat er mehr als 1.800 Tiere und insgesamt rund 90 Mitarbeiter. Für Beschäftigte und Tierfutter benötigt der Zoo demnach rund 8.000 Euro täglich. Von staatlicher Seite sei eine niedrige sechsstellige Hilfssumme geflossen. Glücklicherweise konnten im Winter 2020/21 binnen kurzer Zeit Hunderttausende Euro für den damals coronabedingt geschlossenen Zoo gesammelt werden.

Die Corona-Pandemie finanziell überstanden hat auch der Zoo Landau, dank einer besonderen Kostenkontrolle durch hohe Ausgabendisziplin, wie sein Direktor Heckel erklärt. Auch er hebt ein "herausragendes bürgerschaftliches Engagement" mit vielen zusätzlichen Tierpatenschaften und Corona-Spenden hervor. Das habe sehr geholfen, so Heckel.

Auch der Tierpark Bell im Hunsrück hatte private Unterstützer. Der Chef des Parks, Remo Müller erzählt, an Weihnachten 2020 seien Anwohner mit Leiterwagen und Traktoren zu seinen Tieren gezogen, um ihnen Heuballen, Äpfel und Nüsse zu bringen. Die staatlichen Finanzhilfen in der Pandemie seien erst spät geflossen, "dann aber sehr großzügig".

Aus der Not eine Tugend machen: Dinner und Varieté im Tierpark

Im vergangenen Winter habe der Tiererlebnispark Bell auch abends geöffnet und Dinner und Varieté angeboten: "Wir mussten uns halt was einfallen lassen. Man muss ackern statt zu jammern", sagt Müller. Mittlerweile hat sein Familienbetrieb bei Bell ein weiteres Projekt ins Leben gerufen: ein 4D-Kino. "Da vibrieren die Bänke, Papageien flattern im Kino rum und es gibt Geruch und Regen", erklärt Müller.

Erdmännchen im Zoo Neuwied (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Eibner-Pressefoto | Augst / Eibner-Pressefoto)
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Zoos für Besucher wieder geöffnet

Inzwischen sind die Einrichtungen wieder offen, die Lage entspannt. Zur Zeit nähern wir uns etwa dem Normalbetrieb der Vor-Corona-Zeit an", sagt der Direktor des Zoos Landau, Jens-Ove Heckel. Es gebe noch einige Vorsichtsmaßnahmen, etwa eine Maskenpflicht in geschlossenen Räumen oder vorerst den Verzicht auf kommentierte Fütterungen mit zu vielen gedrängten Besuchern.

Erleichterung auch in Neuwied: Die stellvertretende Zoo-Direktorin Jasmin Kuckenberg sagt: "Es ist toll, dass sich die Besucher endlich wieder frei bewegen können." Der Andrang sei ähnlich groß wie im Vor-Corona-Jahr 2019. Aber in diesem Jahr habe es früher angefangen.

"Die ersten Besucher sind schon mit den ersten Sonnenstrahlen im Februar gekommen."

Es gebe im Zoo Neuwied keine Corona-Auflagen mehr, auch nicht in den Tierhäusern.

Auch die Tiere haben die Besucher vermisst

Als die Zoos wegen der Pandemie geschlossen waren, hätten nicht nur die Besucher die Tiere vermisst, meint Neuwieder Zoodirektor Mirko Thiel. Womöglich sei es auch umgekehrt gewesen. Zum Beispiel Schimpansen würden mit den Besuchern interagieren. Die Tierpfleger hätten sich einiges einfallen lassen, um die Affen während der Zooschließung zu beschäftigen. "Ich denke, wenn jetzt die Besucher wieder da sind, dann haben die Schimpansen auch wieder ihre Daily Soap".

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