Das Kurhaus in Bad Ahrweiler (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Thomas Frey)

Weitere 40 Millionen Euro Soforthilfe

Staatsakt für Hochwasser-Opfer in Rheinland-Pfalz

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Mit einem Staatsakt gedenkt Rheinland-Pfalz am 1. September der Opfer der verheerenden Flutkatastrophe. Der SWR überträgt die Gedenkfeier live.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) lädt zu dem Staatsakt die Angehörigen der Toten und Vermissten, Verletzte, Geschädigte, Hilfskräfte sowie die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der mehr als 250 betroffenen Orte auf den Nürburgring ein. Wie die Staatskanzlei mitteilte, hat auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sein Kommen zugesagt.

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"Unser Land ist von einer Naturkatastrophe heimgesucht worden, die in dieser Dimension einmalig und unfassbar ist", sagte Dreyer am Freitag. Die Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz habe mit mehr als 130 Toten, vielen Verletzen und unvorstellbaren Zerstörungen unermessliches Leid vor allem über das Ahrtal gebracht. "Wir trauern mit den Menschen, die Familienangehörige verloren haben oder noch immer vermissen", so Dreyer. "Wir fühlen mit den Betroffenen, die kein Zuhause mehr haben und ihrer Existenz beraubt wurden."

Weitere 40 Mio Euro Soforthilfe für Hochwasser-Kommunen

Der Wiederaufbau der zerstörten Gemeinden und der Infrastruktur wird wohl Jahre dauern. Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat die Soforthilfen für die von der Flutkatastrophe betroffenen Gemeinden um bis zu 40 Millionen Euro aufgestockt. Einen entsprechenden Beschluss fasste der Ministerrat, wie die Staatskanzlei am Freitag in Mainz mitteilte. Insgesamt stünden damit inzwischen 100 Millionen Euro zur Instandsetzung kommunaler Infrastruktur zur Verfügung. Zuallererst gehe es um die Energie- und Wasserversorgung, die Abwasser-Entsorgung, Verwaltung, Telekommunikation und Verkehr. Auch der Bauschutt und Abfälle müssten zügig entsorgt werden.

"Akute Gefahr für Bevölkerung ist beseitigt"

Der Leiter des Krisenstabs, Thomas Linnertz, sagte bei einer Pressekonferenz in Bad Neuenahr-Ahrweiler, im Ahrtal habe man mit dem massiven Einsatz von bis zu 5.000 Hilfskräften täglich von Feuerwehr, Hilfsorganisationen, Technischem Hilfswerk (THW) und Bundeswehr inzwischen akute Gefahren für die Bevölkerung beseitigen können.

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Die medizinische Versorgung sei mittlerweile wieder sichergestellt, alle Orte im Ahrtal seien zumindest wieder notdürftig über das Straßennetz erreichbar. Das Mobilfunknetz funktioniere wieder flächendeckend, die Festnetzversorgung werde mit Hochdruck weiter aufgebaut. "Aber wir sind uns alle bewusst, dass hier im Tal noch wahnsinnig viel zu tun ist", sagte Linnertz.

Helfer beklagen fehlende Koordination

Gleichzeitig haben freiwillige Helfer und die CDU-Landtagsfraktion dem Krisenstab schwere Versäumnisse bei der Koordination der Hilfsangebote vorgeworfen. Die Helfer - zumeist Bauern und Bauunternehmer mit schwerem Gerät sowie Handwerker - müssten sich immer noch selbst organisieren, eine zentrale Koordination gebe es nicht, kritisierte der Landwirt Martin Eudenbach am Freitag bei einer Videokonferenz mit CDU-Fraktionschef Christian Baldauf.

Der Krisenstab für das Katastrophengebiet im Ahrtal hat Kritik an der Koordination der Hilfsangebote zurückgewiesen. "Das Zusammenspiel funktioniert wirklich hervorragend», sagte Linnertz.

Noch drei Menschen im Ahrtal werden vermisst

Der zuständige Leiter der Polizeiinspektion Koblenz, Florian Stadtfeld, sagte, die gerichtsmedizinische Untersuchung habe ergeben, dass 133 der insgesamt 141 tot geborgenen Menschen durch das Unwetter ums Leben gekommen seien. Von den acht Personen, die im Ahrtal nachweislich nicht durch die Flut ums Leben gekommen seien, hätten bislang fünf identifiziert werden können. Drei Menschen würden noch vermisst.

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SWR