Brynhild - Nibelungen Festspiele Worms (Foto: Pressestelle, David Baltzer)

Veranstalter ziehen Bilanz

Wormser Nibelungenfestspiele zu 90 Prozent ausgelastet

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Die Nibelungenfestspiele in Worms sind am Sonntagabend zu Ende gegangen. "Brynhild" präsentierte sich durch eine moderne Inszenierung als grell buntes Stück.

Schon vor der letzten Vorstellung zog die Festspielgesellschaft Bilanz: Demnach haben mehr als 21.000 Zuschauer vor der Nordseite des Kaiserdoms die Inszenierung besucht. Das entspreche einer "hervorragenden Auslastung von 90 Prozent", sagte Sascha Kaiser, Geschäftsführer der Nibelungenfestspiele. Im vergangenen Jahr waren etwa 1.000 Besucher mehr gekommen.

Von kompletter Ablehnung bis euphorischer Begeisterung

Intendant Nico Hofmann und der Künstlerische Leiter Thomas Laue teilten mit: Pinar Karabuluts Inszenierung des Stückes "Brynhild" von Maria Milisavljevic habe für viele Diskussionen und starke Reaktionen gesorgt. "Von kompletter Ablehnung bis euphorischer Begeisterung war alles dabei."

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Manchen hätte es eben gefallen, anderen nicht, ergänzte Geschäftsführer Kaiser im Gespräch mit dem SWR. "Aber soll Kultur nicht auch zu Diskussionen anregen?" Das habe man jedenfalls in diesem Jahr geschafft. Man habe neue Zielgruppen angesprochen und auch andere Personen erreicht.

Mario-Adorf-Preis an Lena Urzendowsky

Am Abend wurde zudem zum fünften Mal der Mario-Adorf-Preis verliehen. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung für künstlerische Leistungen im Rahmen der Hauptinszenierung ging an Lena Urzendowsky, die als kampfesmüde Brynhild überzeugte. Der Preis ist nach dem Schauspieler und Mitbegründer der Festspiele, Mario Adorf, benannt.

Rund 21.00 Besucher haben "Brynhild" gesehend, tausend weniger als in der vergangenen Saison. Sascha Kaiser, Geschäftsführer der Nibelungen-Festspiele (links im Bild), zeigte sich dennoch "absolut zufrieden" - wie er hier bei der Pressekonferenz in Worms erklärt.  (Foto: SWR)
Rund 21.00 Besucher haben "Brynhild" gesehend, tausend weniger als in der vergangenen Saison. Sascha Kaiser (links), Geschäftsführer der Nibelungen-Festspiele, zeigte sich dennoch "absolut zufrieden".

Nicht alle Theatergäste waren von der diesjährigen Aufführung angetan. Die Inszenierung zeichnete sich durch poppige Farben und Videoinstallationen aus. Dennoch stellten die diesjährigen Nibelungenfestspiele schon die Weichen für die Aufführung im kommenden Jahr: Die beiden Autoren Feridun Zaimoglu und Günter Senkel werden ein Stück ("Der Diplomat") über eine Nebenfigur der Nibelungensage schreiben - nämlich über Dietrich von Bern.

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Zaimoglu und Senkel schreiben Stück für 2024

Beide hatten bereits das Erfolgsstück "Siegfrieds Erben" für die Nibelungenfestspiele geschrieben und arbeiten als Autoren-Duo schon seit über 20 Jahren zusammen an Drehbüchern, Theaterstücken und Dramanbearbeitungen. Die Regie wird wieder Roger Vontobel übernehmen, der im vergangenen Jahr das Stück "Hildensaga" inszeniert hatte.

Vom 12. bis 28. Juli 2024 soll laut den Veranstaltern auch die Frage behandelt werden, wie sich ein Krieg verhindern lasse, den eigentlich keiner wolle und der trotzdem unvermeidbar sei.

Ticketverkauf startet im Herbst

Der Ticketvorverkauf startet voraussichtlich im Herbst. Das Nibelungenlied um Drachentöter Siegfried und seinen Mörder Hagen gehört zu den Lieblingssagen der Deutschen.

Die Nibelungenfestspiele werden seit ihrer Wiedergründung 2002 auf einer Freilichtbühne am Wormser Dom aufgeführt - dort, wo in der Nibelungensage eine Schlüsselszene spielt: Der Streit der Königinnen Brünhild und Kriemhild. Jedes Jahr mischen sich zahlreiche prominente Gäste unter das Theaterpublikum.

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