Der Angeklagte mit seinen Verteidigern am Mainzer Landgericht. (Foto: SWR, Gesa Walch)

Prozess läuft seit Oktober

Messerangriff vor Fahrschule: Angeklagter wegen versuchten Mordes verurteilt

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Ende März hat ein Fahrschüler seinen Fahrlehrer in Mainz mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt. Heute wurde er wegen versuchten Mordes zu einer langen Gefängnisstrafe verurteilt.

Der 32-jähriger Mann muss wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung für sieben Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Ihm war vorgeworfen worden, Ende März nach mehrfach nicht bestandenen Fahrprüfungen vor seiner Fahrschule in Mainz mehrere Männer mit einem Messer angegriffen zu haben. Eines der Opfer war der frühere Fahrlehrer des Angeklagten. In der Urteilsbegründung hieß es, der Angeklagte leide unter einer psychischen Erkrankung, eine verminderte Schuldfähigkeit sei dehalb nicht auszuschließen. Außerdem habe sich der Angeklagte entschuldigt und es habe einen sogenannten Täter-Opfer-Ausgleich gegeben

Die Staatsanwaltschaft hält den Angeklagten für voll schuldfähig

Die Staatsanwaltschaft hatte für den Angeklagten elf Jahre Gefängnis wegen versuchten Mordes gefordert. Der Mann sei voll schuldfähig. Die Aussage, er habe Stimmen gehört, wertete die Staatsanwältin als Schutzbehauptung. Er habe außerdem mit voller Wucht das Messer in den Hals seines Opfers gerammt, was deutlich die Tötungsabsicht erkennen lasse. Auch die Nebenklage hielt den Mann für voll schuldfähig und forderte zehn Jahre Haft.

Die Verteidigung fordert eine Bewährungsstrafe

Der Verteidiger des Angeklagten plädierte dagegen auf zwei Jahre auf Bewährung für seinen Mandanten wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung. Für ihn müssten mildernde Umstände berücksichtigt werden, so der Anwalt. Der Angeklagte leide an einer bipolaren Störung und sei manisch depressiv. Er habe seit zwei Jahren seine Medikamente nicht mehr genommen. Außerdem habe sich der 32-Jährige beim Opfer entschuldigt.

Im Strafmaß müsse außerdem berücksichtigt werden, dass der Angeklagte nach den Schüssen eines Polizisten fast gestorben wäre.

Polizist beendete Angriff mit Schüssen

Laut Anklage soll der 32-jährige Mann am Tattag im März 2022 nicht nur seinen ehemaligen Fahrlehrer, sondern auch noch zwei weitere Männer angegriffen und verletzt haben, die dem Fahrlehrer zu Hilfe kommen wollten. Ein Polizist beendete den Angriff schließlich mit mehreren Schüssen und verletzte den mutmaßlichen Täter dabei.

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Sowohl der Fahrlehrer als auch der Angreifer mussten notoperiert werden. Zum Prozessauftakt Ende Oktober hatte sich der Angeklagte bei seinem damaligen Opfer entschuldigt.

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