Direkt am Anfang des Prozesses hatte der Angeklagte angekündigt, dass er sich selbst verteidigen will. Die Begründung: Er habe kein Vertrauen in den Anwalt, der ihm vom Amtsgericht Landau zur Seite gestellt worden ist.
46-Jähriger bezeichnet Vorwürfe als Fantasiegeschichten
Der Angeklagte hat dann ausführlich alle Anklagepunkte abgestritten, die ihm die Staatsanwaltschaft zur Last legt. Er räumte in einer vorgelesenen Erklärung ein, dass er den Geflohenen aus gemeinsamer, sechsjähriger Haft in der Justizvollzugsanstalt Bruchsal (Baden-Württemberg) kenne.
Er habe ihn aber weder im Plan zu fliehen bestärkt, noch habe er den geflohenen Mörder irgendwohin gefahren. Auch habe er kein Geld dafür bekommen. Das seien alles Fantasiegeschichten.
Ich bin nicht so abenteuerlich. Ich bin ein Familienmensch, bin Opa.
Etwa eine Stunde hat dieser erste Prozesstag gedauert. Zum Ende behauptete der 46-Jährige auf der Anklagebank, er habe mit dem Geflohenen eine Lebenspartnerschaft geführt - bei dieser Aussage waren Gericht und der anwesende Oberstaatsanwalt aber ziemlich skeptisch. Schließlich sei doch der Mörder mit einer Frau verheiratet. Und eingetragene Lebenspartnerschaften könne man nicht mehr eingehen, mittlerweile gebe es die Ehe für alle. Angehörige können wegen Strafvereitelung nicht verurteilt werden - das wolle der Mann wohl erreichen, mutmaßte der Oberstaatsanwalt.
Die Flucht des verurteilten Mörders hatte für Aufsehen gesorgt: Der in der JVA Bruchsal inhaftierte Mann war im Oktober 2023 bei einem bewachten Ausgang in Germersheim entkommen.
War Angeklagter in Fluchtplan eingeweiht?
Der Mann aus der Südpfalz soll dabei eine wesentliche Rolle gespielt haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er bereits im Vorfeld mit dem Inhaftierten die Flucht geplant hatte.
Er soll sich mit dem Gefangenen in Germersheim an einem Treffpunkt verabredet haben. Von dort aus soll er den Flüchtigen dann mit einem Auto über die deutsche Grenze gefahren haben, zunächst nach Polen.
Nach Flucht aus Germersheim Flüchtiger Mörder: Polizei fahndet grenzübergreifend
Der in Germersheim in der Südpfalz entflohene verurteilte Mörder ist weiter auf der Flucht. Laut Staatsanwaltschaft im badischen Pforzheim wird weiter im Ausland nach ihm gesucht.
Beschuldigter seit August in Untersuchungshaft
Im vergangenen Sommer war es den Ermittlern gelungen, den mutmaßlichen Fluchthelfer festzunehmen. Bereits kurz zuvor war der entkommene Häftling gefasst worden. Er hatte sich in die Republik Moldau abgesetzt.
Flucht bei Ausgang in Germersheim Geflüchteter Mörder aus JVA Bruchsal in Moldau gefasst
Vor neun Monaten flieht ein verurteilter Mörder während eines Ausgangs in Germersheim. Monatelang fehlt von dem Straftäter aus der JVA Bruchsal jede Spur. Nun wurde er in Südosteuropa gefasst.
Die Polizei hatte neun Monate lang international nach dem Straftäter gefahndet. Sein mutmaßlicher Fluchthelfer sitzt seit August in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft Landau hatte im November Anklage wegen Gefangenenbefreiung erhoben. Der Prozess gegen den Mann soll am Freitag, den 3. Februar fortgesetzt werden.