Drohne mit Wärmebildkamera vor Sonnenuntergang. Symbolbild für Wachenheim will Drohnen einsetzen um schlecht gedämmte Häuser aufzuspüren. (Foto: IMAGO, Funke Foto Services)

Für kommunale Wärmeplanung

Drohne soll in und rund um Wachenheim schlecht gedämmte Häuser aufspüren

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Die Verbandsgemeinde Wachenheim hat am Donnerstag ihre Untersuchungen begonnen, wie gut die Häuser in den einzelnen Orten gedämmt sind. Dazu fliegt unter anderem eine Drohne mit Wärmebildkamera die Häuser ab.

Ein Fahrzeug des Energieunternehmens MVV fährt zunächst mit einer Thermographie-Kamera durch Ellerstadt, Friedelsheim, Gönnheim und Wachenheim. Es macht Wärmebilder der Gebäude. In einigen Tagen fliegt dann nachts eine Drohne über die Orte, mit der genaue Bilder der Dächer gemacht werden sollen. Mit diesen Wärmebildern möchte die Verbandsgemeinde herausbekommen, wo eine energetische Sanierung der Gebäude sinnvoll sein könnte.

Idee stammt aus Schwetzingen

Die Verbandsgemeindeverwaltung hat sich die Methode abgeguckt, sagt Verbandsbürgermeister Torsten Bechtel (CDU), und zwar von Wachenheims Partnerstadt Schwetzingen (Rhein-Neckar-Kreis) in Baden Württemberg. Auch in Schwetzingen wurden Bilder mit einer Wärmebildkamera aufgenommen, um zu sehen, wie dicht Hauswände, Fenster, Dächer und Türen sind - allerdings von der Straße aus.

Wärmebilder für die Kommunale Wärmeplanung

In Wachenheim und den übrigen Orten der Verbandsgemeinde - Ellerstadt, Friedelsheim und Gönnheim - soll dafür zusätzlich eine Drohne eingesetzt werden. Ziel ist es, ein genaues Bild darüber zu bekommen, welche Orte besonders viele Häuser haben, die energetisch saniert werden müssen. Das braucht die Verbandsgemeinde für die kommunale Wärmeplanung. Sie bildet die Grundlage, um eine klimaneutrale Wärmeversorgung zu erreichen. Für Gemeinden ab 10.000 Einwohner muss diese Wärmeplanung bis 2028 vorliegen. Nach Angaben von Wachenheims Verbandsgemeindebürgermeister Torsten Bechtel ist eine Drohne viel kostengünstiger. Bisher wurden Aufnahmen von oben von Flugzeugen geliefert, die natürlich einen Piloten und viel Treibstoff benötigen, was schlicht und einfach teuer ist. Die Wärmeerfassung mithilfe von Drohnenflügen koste unter 50.000 Euro.

Drohne mit Wildkameras spüren auch Rehkitze auf

Drohnen mit Wärmebildkamera sind bereits anderweitig in der Pfalz im Einsatz. Damit werden im Frühjahr Rehkitze in Feldern aufgespürt, um sie vor Landmaschinen in Sicherheit zu bringen. In Wachenheim, Ellerstadt, Friedelsheim und Gönnheim haben Bürgerinnen und Bürger einen anderen Nutzen. Sie erhalten nach den Drohnenflügen auf Wunsch einen individuellen Energiebericht für ihr Haus. Für 50 bis 60 Euro, kündigt der Bürgermeister an. Der Energiebericht sei etwa 70 Prozent so genau wie ein Gutachten durch einen professionellen Energieberater. Diese Berater seien aber aktuell so stark ausgebucht, dass die Kunden sieben Monate auf einen Termin mit dem Berater warten müssten.

Auf der "Wärme-Landkarte" keine Einzelhäuser identifizierbar

Am Ende erhält die Verbandsgemeinde Wachenheim mit ihren gut 10.000 Einwohnern eine "Wärme-Landkarte", die über Stärken und Schwächen bei der Heizung-Dämmung Auskunft gibt. "Einzelne Häuser sind auf dieser Karte nicht erkennbar" versichert Bürgermeister Torsten Bechtel. Der Datenschutz für jeden einzelnen sei so gewährleistet. Der Verbandsgemeinderat von Wachenheim hat dem Projekt mit nur zwei Enthaltungen so gut wie einstimmig zugestimmt. Die Drohnen sollen laut ausführender Firma spätabends oder nachts fliegen. Dabei muss es unter fünf Grad Celsius kalt sein und es darf weder schneien noch regnen.

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SWR