Bunte Fahnen mit der Aufschrift "BASF" wehen vor dem Konferenzgebäude des Chemiekonzerns BASF im Wind.  (Foto: dpa Bildfunk, Fotograf: Uwe Anspach)

Für grünen Wasserstoff

EU-Kommission genehmigt 134-Millionen-Unterstützung für BASF

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Deutschland darf den Chemie-Konzern BASF mit 134 Millionen Euro unterstützen. Die EU-Wettbewerbshüter haben am Montag grünes Licht für die millionenschwere Förderung gegeben.

Unterstützt werden soll die Produktion von erneuerbarem Wasserstoff, etwa für den Verkehr. Sogenannter Grüner Wasserstoff ist CO2-frei, weil er mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen hergestellt wird.

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Mit der Maßnahme könne Deutschland die BASF dabei unterstützen, "zur Ökologisierung der Chemie-Wertschöpfungskette und des Verkehrssektors beizutragen", erklärte die für Wettbewerb zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager.

Wasserstoff-Produktion ab 2025

Dies helfe auch, um weniger abhängig von Öl-, Gas- und Kohleimporten zu werden. Die Förderung wird als Zuschuss gewährt und soll am Standort Ludwigshafen den Bau und die Installation eines großen Elektrolyseurs unterstützen, hieß es weiter.

Damit sollen ab 2025 rund 5.000 Tonnen erneuerbarer Wasserstoff und 40.000 Tonnen Sauerstoff pro Jahr produziert werden. Hauptziel der Maßnahme sei, Wasserstoff, der mit fossiler Energie hergestellt wurde, bei der BASF zu ersetzen, um die Treibhausgasemissionen des Konzerns zu verringern.

Nutzung für Busse und Lkw möglich

Darüber hinaus erzeugter Wasserstoff aus erneuerbaren Energien solle etwa für Lkw oder Busse genutzt werden. Deutschland habe das Vorhaben der BASF im Rahmen eines offenen Verfahrens ausgewählt, um Teil eines IPCEI (Important Projects of Common European Interest) für Wasserstofftechnologien und -systeme zu werden, hieß es in der Mitteilung.

IPCEI ist ein transnationales Vorhaben von europäischem Interesse, mit dem ein Beitrag zu Wachstum, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit geleistet werden soll.

Reaktion aus Ludwigshafener Chemiekonzern BASF

Die Finanzierungszusage des Bundes ermöglicht jetzt die endgültige Planung, teilte die BASF dazu auf SWR-Anfrage mit. Mit der geplanten Anlage wolle man Erfahrungen mit Elektrolyse in Verbindung mit industrieller Chemieproduktion sammeln. Bisher gewinne das Unternehmen Wasserstoff vor allem aus Erdgas. Denn das benötige deutlich weniger zusätzlich Energie, sei aber nicht nachhaltig.

Zum Vergleich: Der Elektrolyseur soll jährlich 5.000 Tonnen Wasserstoff produzieren. Insgesamt benötigt die BASF nach eigenen Angaben 250.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr.

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SWR