ein weißer Kleinwagen mit der Aufschrift "unser Dorfauto" Im Rhein-Hunsrück-Kreis werden drei Jahre lang solche E-Dorfautos getestet.  (Foto: Rhein-Hunsrück-Kreis/Pressestelle)

Erfolgreiches Pilotprojekt: Kostenlose Elektroautos

Hohe Spritpreise: E-Dorfautos im Rhein-Hunsrück-Kreis sehr beliebt

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Constantin Pläcking
SWR-Reporter Constantin Pläcking aus dem Studio Koblenz. (Foto: SWR)

Die Elektro-Dorfautos im Rhein-Hunsrück-Kreis sind im Jahr 2022 deutlich häufiger genutzt worden, als noch in den beiden Vorjahren. Der Grund könnten höhere Spritpreise sein.

Seit 2020 stehen die Elektro-Dorfautos in verschiedenen Gemeinden im Rhein-Hunsrück-Kreis. Über ein Carsharing System können sich die Menschen vor Ort die E-Autos leihen. Wie die Kreisverwaltung auf SWR-Anfrage mitteilt, wurden die Autos im Jahr 2022 deutlich häufiger genutzt als noch in den Jahren 2020 und 2021. So sei die monatliche Fahrleistung pro Auto von durchschnittlich 14.000 km auf 20.000 km gestiegen, was einer Steigerung von knapp 43 Prozent entspricht.

Kreisverwaltung vermutet hohe Spritpreise als Grund

Die Kreisverwaltung geht davon aus, dass eine Ursache für diese verstärkte Nutzung bei den hohen Benzin- und Dieselkosten zu suchen ist. Außerdem etabliere sich das Projekt immer stärker im Kreis. Ob noch mehr Menschen nach Ende des Tankrabatts die E-Autos nutzen, sei durchaus möglich. Sowohl im Rhein-Hunsrück-Kreis und auch im Kreis Mayen-Koblenz ist das E-Bürgerauto für die Menschen ein kostenloses Angebot.

Acht Autos stehen den Bürgern kostenlos zur Verfügung

Das Projekt Elektro-Dorfauto im Rhein-Hunsrück-Kreis wurde im Jahr 2020 ins Leben gerufen. Acht Autos gibt es, die innerhalb der dreijährigen Projektphase jeweils für ein Jahr in einem Dorf stehen. Die Kreisverwaltung möchte damit die Elektromobilität und den Car-Sharing-Gedanken fördern. Die Menschen auf dem Land sollten persönlich testen können, ob das für sie funktioniert. Außerdem könnten sie sich dabei auch überlegen, ob sie tatsächlich einen Zweitwagen brauchen.

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Auch im Kreis Mayen-Koblenz gibt es inzwischen ein ähnliches Modell. Es hätten sich, so die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz, seit Beginn im Mai bis Ende Juli schon mehr als 1.000 Menschen für das "E-Bürgerauto MYK" angemeldet. Es würden aktuell monatlich etwa 100 neue Anmeldungen dazu kommen. Die Fahrleistung der acht E-Autos sei bislang jeden Monat kontinuierlich gestiegen. Im Durchschnitt lag sie pro Auto bei 2.750 Kilometern.

Es gebe aber auch Probleme: Die Autos seien in der Vergangenheit häufig gleich mehrere Tage hintereinander gebucht worden, aber dann nicht genutzt worden. Dagegen möchte die Kreisverwaltung jetzt vorgehen.

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