Sirene auf Feuerwehrauto (Foto: SWR)

Warnungen über Apps, Mobiltelefone, TV- und Radiostationen

Bundesweiter Warntag: Westerwaldkreis und Neuwied testen Lautsprecherdurchsagen

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Bei vielen Menschen im Norden des Landes haben am Vormittag Smartphones Alarm geschlagen. Anlässlich des bundesweiten Warntags wurden auch Sirenen getestet und Lautsprecherdurchsagen gemacht.

Gegen 11 Uhr wurde vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) eine Warnung versendet. Diese Warnung wurde über die Warn-Apps NINA oder KATWARN, aber auch über TV- und Radiosender weitergegeben und verbreitet. Nach Angaben des BBK war der Warntag zugleich auch der Härtetest für die sogenannte Cell Broadcast-Technik. Handybesitzer sollen so über eine SMS von ihrem Netzbetreiber gewarnt werden.

Mitunter Verzögerungen bei Warnmeldungen

Die Gemeinden im Norden des Landes zeigten sich größtenteils zufrieden mit der Übung, bei der vielerorts Sirenentests und Lautsprecherduchsagen durchgeführt wurden. Schwerwiegende Probleme seien demnach keine aufgetreten. Kritik gab es lediglich an den digitalen Warnungen.

Nach SWR-Recherchen sind SMS und die Benachrichtigungen von KATWARN und NINA zwar größtenteils rausgegangen, aber nicht flächendeckend und teilweise mit Verzögerungen von bis zu 30 Minuten. "Das muss jetzt im Nachgang natürlich geklärt werden, wo es da gehakt hat", heißt es dazu vom Rhein-Lahn-Kreis und Westerwaldkreis.

Mobile Lautsprecher im Kreis Neuwied und Westerwald unterwegs

Der Westerwaldkreis hat nach eigenen Angaben im Rahmen des Warntags ihre neu beschafften mobilen Hochleistungslautsprecher getestet. Mit den Anlagen könnten neben Durchsagen auch das Sirenensignal zur Warnung der Bevölkerung abgegeben werden. Die Anlagen sind demnach in verschiedenen Orten zum Einsatz gekommen.

Auch im Kreis Neuwied wurden nach eigenen Angaben die Alarmsysteme getestet. In der Verbandsgemeinde Asbach wurde das Sirenensignal am Rathaus mit einer mobilen Warnanlage abgespielt. Anschließend sind Fahrzeuge durch den Ortskern gefahren und haben die Probealarm-Durchsage über die Lautsprecheranlagen abgespielt. Die Verbandsgemeinde bittet um Rückmeldungen, ob die Durchsagen verständlich genug waren.

Kreis Ahrweiler nimmt neue Sirenen offiziell in Betrieb

Der Kreis Ahrweiler hat bereits im November sein neues Sirenennetz mit 85 Anlagen getestet. Am bundesweiten Warntag sollen nach Angaben des Kreises die neuen elektronischen Sirenen offiziell in Betrieb genommen werden. Für die nicht von der Flut betroffenen Orte des Kreises war demnach kein Sirenenalarm geplant.

Rhein-Lahn-Kreis hat Sirenen zeitversetzt ausgelöst

In der Stadt Koblenz hat nach Angaben der Verwaltung alles wie geplant geklappt. Die Stadt hatte für den Warntag einen Flyer erstellt und darin erklärt, wie sich Bürgerinnen und Bürger in einem Ernstfall verhalten sollen. Der Rhein-Lahn-Kreis hat die Sirenen in den Verbandsgemeinden ab 11 Uhr zeitversetzt ausgelöst - zuerst in der VG Bad Ems-Nassau und zuletzt in der VG Nastätten. Auch sei alles nach Plan gelaufen.

Im Kreis Mayen-Koblenz hat nur die Stadt Mayen mitgemacht

Im Kreis Mayen-Koblenz haben die meisten Kommunen nicht beim Warntag mitgemacht. Nach Angaben der Kreisverwaltung ist das Sirenennetz im Kreis noch nicht auf das digitale System umgestellt, dementsprechend seien noch keine Sirenensignale und Warndurchsagen möglich. Nur die Stadt Mayen hat sich am Warntag beteiligt - laut Verwaltung mit Erfolg. Dort sind die Systeme bereits digitalisiert.

Eine Entwarnung über die Systeme erfolgte gegen 11:45 Uhr. Der bundesweite Warntag verfolgt das Ziel, die Menschen in Deutschland für Warnungen zu sensibilisieren.

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SWR