Blick in das zerstörte Erdgeschoss der Philipp Freiherr von Boeselager Realschule in Ahrweiler  (Foto: SWR)

Bildungsministerin Hubig im Katastrophengebiet

Mehr als 30 Schulen beschädigt - Suche nach Alternativen

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Bei dem Hochwasser im Kreis Ahrweiler wurden 31 Schulen zerstört oder schwer beschädigt: Wo also werden Kinder und Jugendliche nach den Ferien unterrichtet? Es gibt erste Lösungen.

Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) hat am Donnerstag eine von der Flutkatastrophe stark beschädigte Schule im Ahrtal besucht. In der Philipp Freiherr von Boeselager-Realschule plus in Bad Neuenahr-Ahrweiler informierte sich die Ministerin über die aktuelle Situation. Dabei sagte sie, sie gehe davon aus, dass allein an den Schulen im Katastrophengebiet Schäden im dreistelligen Millionen Bereich entstanden sind.

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Einen genaueren Überblick könne man aber immer noch nicht geben. Nach jetzigem Stand seien 31 Schulen beschädigt worden - 17 davon so stark, dass nicht davon auszugehen sei, dass dort nach den Ferien wieder der volle Schulbetrieb stattfinden könne, so Hubig.

Unterricht auch an Schulen im Kreis Neuwied

Um trotzdem Unterricht anbieten zu können, werde beispielweise über Schichtbetrieb nachgedacht, in den Schulen, die nicht beeinträchtigt seien. Oder, dass betroffene Schüler in mehrere Schulen zum Unterricht gehen. Hubig sagte, besonders zum Schuljahresbeginn sollten verstärkt Schul-Psychologen eingesetzt werden, um die betroffenen Schüler zu betreuen. Das Ministerium sei mit dem Pädagogischem Landesinstitut und den Schulleitungen im Austausch, welche konkrete Hilfe welche Schule brauche.

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Zudem sollen einige Schülerinnen und Schüler aus dem Kreis Ahrweiler nach den Sommerferien in Schulen des Kreises Neuwied unterrichtet werden. Wie die Kreisverwaltung Neuwied mitteilte, wurde mit der Schulbehörde ADD bereits eine Zusammenarbeit mit zwei Schulen vereinbart: Schüler und Schülerinnen des Are-Gymnasiums in Bad Neuenahr sollen demnach in den Räumen des Martinus Gymnasiums in Linz unterrichtet werden.

Kreis Ahrweiler und Kreis Neuwied arbeiten zusammen

Der Kreis habe mit der Schulaufsicht ADD in Koblenz besprochen, wie den von der Flutkatastrophe betroffenen Schulen im Kreis Ahweiler geholfen werden könne. Insgesamt 15 Schulen seien von den Überschwemmungen betroffen. Knapp 370 Oberstufenschüler aus dem Kreis Ahrweiler sollen künftig nachmittags im Martinus Gymnasium in Linz unterrichtet werden.

Aussenansicht des Martinus-Gymnasiums in Linz am Rhein (Foto: Kreis Neuwied/Pressestelle)
Im Martinus-Gymnasium in Linz am Rhein sollen nach den Sommerferien auch 367 Oberstufenschüler aus dem Hochwassergebiet im Kreis Ahrweiler nachmittags unterrichtet werden. Kreis Neuwied/Pressestelle

Auch gebrauchte Schulmöbel werden benötigt

Im Kreis Neuwied werden bereits zahlreiche von der Flut betroffene Förderschüler betreut: In der Christiane Herzog Schule im Heinrich Haus in Neuwied-Engers und in der Landesblindenschule in Feldkirchen.

Der Kreis Neuwied will außerdem gebrauchte Schulmöbel spenden. In der Kreisverwaltung unterstützt außerdem ein 16-köpfiges Team Kollegen im Kreis Ahrweiler u.a. bei der Bearbeitung von Anträgen auf Soforthilfen.

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