Weinreben für Urnenbestattung auf dem Bergfriedhof im Ahrtal (Foto: SWR)

Fried-Weinberg in Bad Neuenahr-Ahrweiler

Unter Ahrwein begraben: Bestattung im Weinberg beliebt

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Sabrina Droste

Mehr als 230 Menschen haben bisher ihre letzte Ruhe unter Weinreben im Ahrtal gefunden. Die Nachfrage nach Beisetzungen auf dem Mini-Weinberg in Bad Neuenahr-Ahrweiler steigt.

Als am 17. Juli 2017 auf dem Bergfriedhof die erste Beerdigung unter einem Weinstock stattgefunden hat, war sich Heinz-Peter Hoppe sicher, dass es nicht die Letzte sein wird. Der Bestatter hatte die Idee zu dem Fried-Weinberg und kann sich fünf Jahre nach der Umsetzung über viel Zuspruch und reichlich Anfragen freuen.

Bestattungen im Sarg nicht mehr gewünscht

"Immer mehr Menschen planen entweder für Angehörige oder auch für sich selbst pflegefreie Gräber", sagt Hoppe. Urnenbestattungen liegen seinen Angaben zufolge immer mehr im Trend. Mittlerweile seien nur noch etwa fünf Prozent der Beerdigungen klassische Erdbestattungen im Sarg.

Bestatter Heinz-Peter Hoppe ist sich sicher, dass der Trend zur Weinberg-Bestattung anhalten wird. (Foto: SWR)
Bestatter Heinz-Peter Hoppe ist sich sicher, dass der Trend zur Weinberg-Bestattung anhalten wird.

"Auch wenn es ein Friedhof ist: Hier sieht es heimisch aus und es fühlt sich heimisch an."

Besonders beliebt sei der Weinberg bei Einheimischen aus dem Ahrtal. Verständlicherweise. Denn vom Bergfriedhof in Bad Neuenahr-Ahrweiler aus hat man eine ungestörte Sicht auf die gegenüberliegenden Weinberge und einen umfangreichen Blick ins Ahrtal. "Auch wenn es ein Friedhof ist: Hier sieht es heimisch aus und es fühlt sich heimisch an", sagt Hoppe.

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Nicht nur Einheimische wollen im Ahrtal unter Wein begraben werden

Aber auch viele Menschen von außerhalb wollen gerne ihre letzte Ruhe unter den Weinreben im Ahrtal finden. Immer wieder erhält Bestatter Hoppe Anfragen von Familien aus anderen Regionen, die eine tiefe Verbundenheit mit dem Ahrtal haben. Die Nachfrage habe vor allem zugenommen seit bei Bestattungen die sogenannte Ortsfremdengebühr nicht mehr fällig werde, sagt Hoppe.

Mittlerweile stehen mehr als 120 Weinreben auf dem Bergfriedhof. (Foto: SWR)
Mittlerweile stehen mehr als 120 Weinreben auf dem Bergfriedhof.

Hohe Nachfrage: Stadt stockt Plätze auf

Vor fünf Jahren wurden nach Angaben der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler in dem Weinberg etwas mehr als 70 Reben gepflanzt. Inzwischen seien wegen der hohe Nachfrage gut 50 Rebstöcke dazu gekommen.

Dafür wurde die Sorte "Blauer Muskateller" ausgewählt. Sie sei pflegeleicht und pilzresistent, müsse also nicht gespritzt werden, sagt Bestatter Hoppe. Außerdem würden die Blüten der Reben regelmäßig abgeschnitten, damit auch keine Früchte wachsen.

An den Gemeinschaftsreben gibt es keine Steinplatten. Die Namen der Verstorbenen werden auf einem zentralen Gedenkstein angebracht. (Foto: SWR)
An den Gemeinschaftsreben gibt es keine Steinplatten. Die Namen der Verstorbenen werden auf einem zentralen Gedenkstein angebracht.

"Es kommt vor, dass Angehörige bei den Beisetzungen ein letztes Glas Wein auf den Verstorbenen trinken."

Auch wenn Interessierte immer wieder danach fragen würden, sei es nicht geplant, aus den Reben des Bergfriedhofs Wein herzustellen. Das sei zu pflegeintensiv und aufwändig, sagt Heinz-Peter Hoppe: "Es kommt aber schon vor, dass Angehörige bei den Beisetzungen ein letztes Glas Wein auf den Verstorbenen trinken."

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