Ein Polizeiauto vor einem Wald (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Julian Stähle)

Vermehrte Hinweise auf Wilderei

Jäger im Donnersbergkreis fordern mehr Polizeipräsenz in Revieren

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Der Vorsitzende der Kreisgruppe Donnersberg im Landesjagdverband Rheinland-Pfalz fordert mehr Polizeipräsenz in den Jagdrevieren - zum Schutz vor Wilderern.

Einen Tag nachdem Andreas S. des zweifachen Mordes schuldig gesprochen wurde, weil er zwei Polizisten erschossen hat, um seine Wilderei zu vertuschen, fordert der Jagd-Kreisgruppenvorsitzende aus dem Donnersbergkreis, Torsten Windecker, mehr Polizeipräsenz in Jagdgebieten. Grund dafür sei, dass in den Revieren in den vergangenen Monaten immer häufiger Hinweise auf Wilderei entdeckt worden seien.

So würden Jäger von Schüssen und Hundegebell bei Nacht berichten, die keinem am Donnersberg bekannten Jäger zugeordnet werden könnten. Mit den Hunden seien Männer gesehen worden, die mit Kopf- und Taschenlampen nachts durch den Wald gezogen seien, so Windecker.

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Tote Wildtiere mit Schusswunden gefunden

Außerdem seien tote Wildtiere gefunden worden, die Schusswunden hätten. Und auch ein unbekannter Quad-Fahrer sei gesichtet worden, der ein Gewehr sichtbar umgehängt hätte, berichtet der Kreisgruppenvorsitzende.

Windecker sagte dem SWR, er selbst habe einen Pfeil in einem Baum gefunden, der als Standort für Jäger bei einer Gesellschaftsjagd diene. Der Pfeil steckte in Kopfhöhe in einem Baum, hinter dem ein stark genutzter Tierpfad sei. Das sei für Windecker ein Zeichen, dass dort mit Pfeil und Bogen gejagt worden sei.

Laut RLP-Innenminister ist Wilderei kein großes Thema in der Kriminalstatistik

Der rheinland-pfälzische Innenminister Michael Ebling (SPD) sagte dem SWR, bisher steche die Wilderei in der Kriminalstatistik nicht heraus. Trotzdem müsse man jedem Fall nachgehen. Polizei und Landesjagdverband würden bereits daran arbeiten, ihre Kommunikation zu verbessern.

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SWR