Sunrise at Sahara Desert. (Foto: IMAGO, Cavan Images)

"Zwei Minuten": Die Kolumne zum Wochenende

Meinung: Es gibt kein Bier in Katar

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AUTOR/IN
Jan Seidel

Die erste Woche dieser Fußball-WM liegt hinter uns. Sportlich war der Start nicht toll, auch sonst rumpelt es noch ordentlich, meint Jan Seidel.

Ich weiß auch nicht. Ich gebe mir ja Mühe – aber diese Fußball-Weltmeisterschaft bleibt einfach zwiespältig für mich. Einerseits will ich diese Party nicht unterstützen, andererseits habe ich dann aber doch zu viel Interesse an den Spielen. Andersrum: Einerseits wollte ich das Spiel der deutschen Mannschaft angucken – hab aber nach diesem verwirrten 1 zu 2 auch schon wieder keine Lust mehr.

Jan Seidel (Foto: SWR, © SWR/Christian Koch, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im Rahmen einer engen, unternehmensbezogenen Berichterstattung im SWR-Zusammenhang bei Nennung Bild: SWR/Christian Koch (S2+), SWR Presse/Bildkommunikation, Baden-Baden, Tel: 07221/929-24429, foto@swr.de)
Die Meinung von Jan Seidel © SWR/Christian Koch, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im Rahmen einer engen, unternehmensbezogenen Berichterstattung im SWR-Zusammenhang bei Nennung Bild: SWR/Christian Koch (S2+), SWR Presse/Bildkommunikation, Baden-Baden, Tel: 07221/929-24429, foto@swr.de

Typischer Zwiespalt, auch das Drumrum. Gibt es ein netteres – und gleichzeitig skurrileres Symbol als einen Streit um einen Regenbogen? Und vermeintliche Starrköpfe, die dann doch einlenken? Passt auch nicht ins Bild. Wobei Heuchelei natürlich heuchlerisch bleibt. Katarer, FIFA, alles für Geld, alles für Geltung.

Die Kolumne von Jan Seidel können Sie hier auch als Audio hören:

Wollen Sie ein Bier? Seien Sie froh, dass Sie vor dem Fernseher sitzen und nicht im Stadion, weil: Das gibt es da nicht, oder nur nach Sonnenuntergang, oder irgendsowas. Eigentlich illegal, im Moment legalisiert, dafür nicht im Stadion oder am Stadion – und wenn, dann nur zu bestimmten Zeiten … in bestimmten Zelten … relativ weit weg. Dafür ist da unten, wo es kein Bier gibt, oder nur erschwert, das Wetter deutlich besser. Deutlich schöner als 10 Grad mit Regen zumindest.

Und noch ein Vorteil von Katar: Zwei Stunden Zeit-Unterschied. Da könnte ich das Bier schon früher aufmachen, bei Bedarf schon zum ersten Spiel des Tages – und: wenn es halt welches gibt, wie gesagt. Teuer soll es leider auch sein in Katar, aber wahrscheinlich haben die auch nur wenige Brauereien, wenn es sonst verboten ist. Klassischer Zwiespalt halt.

Was mach ich, wenn die deutsche Mannschaft am Sonntag schon rausfliegt? Endlich dieses zwiespältige Turnier ausschalten – oder doch noch die schöneren und spannenderen K.O.-Spiele angucken? Abschalten wäre irgendwie erleichternd, aber eigentlich auch schade. In der Wüste weiß man: Das Leben ist nicht schwarz oder weiß, es hat endlos viele Facetten von beige.

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