Bschäftigte aus Kitas und sozialer Arbeit bei der verdi-Kundgebung auf dem Ulmer Münsterplatz mit Plakaten und Transparenten (Foto: SWR, Christine Janke)

Ver.di-Warnstreik in Kitas und Sozialdiensten

10.000 Beschäftigte in BW streiken für Entlastung und mehr Geld

STAND

Mehrere Tausend Erzieherinnen und Erzieher in ganz Baden-Württemberg sind am Donnerstag erneut auf die Straße gegangen. Sie kämpfen für mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen.

Am letzten landesweiten Warnstreiktag vor der nächsten Verhandlungsrunde im Sozial- und Erziehungsdienst Mitte Mai haben laut der Gewerkschaft ver.di am Donnerstag in Baden-Württemberg knapp 10.000 Beschäftigte die Arbeit niedergelegt. Aufgerufen waren Mitarbeitende von Kindertagesstätten, sozialen Diensten und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen. Wie ver.di in einer Pressemitteilung erklärt, sollen allein in der Landeshauptstadt Stuttgart am Mittag über 6.000 Menschen demonstriert haben. Desweiteren sollen in Ulm 600 und in Freiburg 1.500 Beschäftigte gestreikt haben.

ver.di-Landesbezirksleiter Martin Gross forderte in Freiburg die Arbeitgeber auf, sich für ein gutes Ergebnis einzusetzen: „Die enorme Beteiligung heute im Land, fast doppelt so viele wie bisher, und der absolute Wille und die Entschlossenheit der Streikenden sollten die letzten Arbeitgeber aufgeweckt haben", sagte er.

"Nächste Woche geht es um echte Entlastung und spürbare Aufwertung und nicht um Massagen in der Mittagspause."

Gewerkschaft spricht von "skandalösen" Zuständen

An den Streiks sollen auch mehrere Hundert Mitglieder der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) teilgenommen haben. Wie die GEW in einer Pressemitteilung erklärt, seien die aktuellen Zustände im Sozial- und Erziehungsdienst "skandalös". "Nur mit einer besseren Bezahlung und besseren Arbeitsbedingungen wird der Beruf attraktiv für junge Menschen", wird GEW-Landesvorsitzende Monika Stein zitiert. Allein in Baden-Württemberg würden in den kommenden Jahren 40.000 Erzieherinnen und Erzieher fehlen, schätzt sie.

Bereits am Mittwoch hatte es Warnstreiks in einigen Städten und Landkreisen gegeben. Die stellvertretende ver.di-Landeschefin Hanna Binder erklärte, sie wollten den Arbeitgebern unmissverständlich klarmachen: Die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst erwarteten in der kommenden Woche echte Lösungen für ihre Belastung und eine spürbare Aufwertung.

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Verhandlungen mussten vor zwei Jahren wegen Corona unterbrochen werden

Hintergrund der seit einigen Wochen regelmäßig stattfindenden Warnstreiks sind die Tarifverhandlungen für Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst in ganz Deutschland. Diese waren Ende März ergebnislos vertagt worden. Am 16. und 17. Mai soll in Potsdam weiterverhandelt werden. Begonnen hatten die Gespräche bereits vor über zwei Jahren. Sie mussten allerdings wegen der Corona-Pandemie im März 2020 unterbrochen werden und wurden erst im Februar dieses Jahres wieder aufgenommen.

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Die Arbeitgeberseite hatte die Warnstreiks zuletzt regelmäßig als unverhältnismäßig kritisiert und erklärt, man sei in konstruktiven Verhandlungen. ver.di fordert für bundesweit rund 330.000 Beschäftigte bessere Arbeitsbedingungen, Maßnahmen gegen Fachkräftemangel und eine höhere Eingruppierung vieler Mitarbeiter. In Baden-Württemberg sind nach Angaben der Arbeitgeber rund 50.000 Menschen betroffen.

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