Ein Mäppchen liegt während des Unterrichts einer zweiten Klasse einer Grundschule auf einem Tisch. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Marijan Murat)

Mangel an Rektorinnen und Rektoren

276 Schulen in Baden-Württemberg haben keine Schulleitung

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Viele Schulen in Baden-Württemberg haben Zeitungsberichten zufolge keine Schulleitung. Die Position der Rektorin oder des Rektors ist dort nicht besetzt - besonders an Grundschulen.

Derzeit ist an 276 von etwa 4.500 Schulen in Baden-Württemberg der Posten der Rektorin oder des Rektors nicht besetzt. Im Juli vergangenen Jahres waren es noch 178. Vor allem an den über 2.300 Grundschulen bleiben derzeit viele Stellen vakant. Laut Kultusministerium sind im Land 190 Schulen für die ersten vier Klassen ohne Schulleitung. Das berichteten die "Stuttgarter Nachrichten" und die "Stuttgarter Zeitung".

"So schlimm war es noch nie."

GEW: Belastung der Rektorinnen und Rektoren hoch

Laut Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) ist die Belastung der Schulleitungen schon jetzt hoch und werde weiter zunehmen, wenn im Jahr 2024 der Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung kommt. Dann werde womöglich die Organisation der Betreuung an den Schulleiterinnen und Schulleitern hängen bleiben, so Matthias Schneider, Geschäftsführer der GEW.

Seit Jahren gingen Bewerbungen für freie Schulleitungsstellen zurück, meint die GEW. In der Pandemie hätten die Rektorinnen und Rektoren die größten Belastungen getragen. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) wirft der Landesregierung vor, zu wenig zu tun, um die Rektorenstellen zu besetzen. Die Arbeitsbelastung für Schulleitungen sei nach wie vor hoch.

Konzept der Entlastung soll umgesetzt werden

GEW und VBE fordern daher die Landesregierung auf, das Konzept zur Entlastung von Schulleitungen vollständig umzusetzen. Bisher ist nur die erste Stufe umgesetzt - eine Erhöhung der Besoldung der Rektorinnen und Rektoren. Die zweite Stufe ist noch in Arbeit. Die Schulleitungen sollen ab dem kommenden Schuljahr mehr Zeit für Verwaltungsaufgaben bekommen. 160 Stellen zusätzliche Stellen sind zur Entlastung vorgesehen.

Das Kultusministerium nennt die Zahl der offenen Stellen unbefriedigend hoch. Der aktuelle Anstieg habe auch mit der Prüfungsphase an den Schulen und dem Ende des Schuljahres zu tun. Man wolle die Arbeitsbedingungen der Schulleiterinnen und Schulleiter verbessern. Dafür werde man in den anstehenden Etatberatungen weitere Mittel anmelden, kündigte ein Sprecher an.

Auch die Politik ist auf der Suche nach Lösungen für fehlende Lehrerstellen. So berichtete SWR Aktuell am 26. April 2022.

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