Geburtstag von Änne Matschewsky

Corona mit 110 Jahren - Feier für älteste Ulmerin fällt aus

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Monika Götz
Monika Götz (Foto: SWR, SWR - Alexander Kluge)

Sie ist der älteste Mensch, der bisher in Ulm gelebt hat: Änne Matschewsky hat am 3. Oktober ihren 110. Geburtstag. Wegen einer Corona-Infektion fällt die Feier jedoch aus.

Der Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch wollte wie üblich zum Gratulieren kommen, außerdem waren Vertreter des Ulmer Sportvereins SSV Ulm 1846, Freundinnen und ehemalige Schülerinnen eingeladen. Doch Änne Matschewsky ist kurz vor ihrem Geburtstag positiv auf das Coronavirus getestet worden. Laut einer treuen Besucherin hat sie nur leichte Symptome. Die Feier soll nachgeholt werden.

Oberbürgermeister Gunter Czisch gratuliert der ältesten Bürgerin det Stadt Ulm, Änne Matschewsky, zum 108. Geburtstag (Foto: SWR, Monika Götz)
Vor zwei Jahren gab es - unter Beachtung der Coronaregeln- eine kleine Feier: Oberbürgermeister Gunter Czisch gratulierte der ältesten Ulmerin. Monika Götz

Änne Matschewsky lebt in der Seniorenresidenz Friedrichsau in Ulm. Die ehemalige Sportlehrerin ist dort erst vor wenigen Jahren in den Pflegebereich umgezogen. Sie leitete bis 2019 Gymnastikkurse mit dem Rollator für ihre Mitbewohnerinnen.

Ein Buch voller Glückwünsche und Blumen zum 108. Geburtstag vor zwei Jahren (Foto: SWR, Monika Götz)
Das Buch für die Glückwünsche war schon beim 108. Geburtstag von Änne Matschewsky fast voll. Monika Götz

In Ulm arbeitete sie als Sportlehrerin unter anderem an einem Mädchengymnasium. Eine ihrer Schülerinnen verfasste zu ihrem 100. Geburtstag eine Biografie. Demnach ist Änne Matschewsky 1912 in Nordrhein-Westfalen geboren, als das jüngste Kind einer neunköpfigen Familie. Nach Ulm kam sie 1937, arbeitete zunächst bei einem Vorläuferverein des SSV Ulm 1846 und dann im Schuldienst. Ihren ersten Mann verlor sie im Zweiten Weltkrieg und auch ihre zwei Kinder verlor sie durch tragische Umstände.

"Der liebe Gott hatte in meinem Leben nicht immer nur Sonnentage geschickt."

Zwei weitere Ehemänner starben. Änne Matschewsky entschied sich 1994, ihr Haus aufzugeben und in das Seniorenheim zu ziehen. Ihr Lebensmotto bis heute lautet:

"Wenn ich jammere, wird es auch nicht besser und sich hängen zu lassen, gibt es sowieso nicht!"

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