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Lisel Heise hat es mit 100 Jahren in den Stadtrat von Kirchheimbolanden geschafft. Dort will sie sich vor allem für ihre Herzensangelegenheit einsetzen: ein Freibad.

Früher war Lisel Heise Leistungsschwimmerin. Vor sagenhaften 97 Jahren hat sie im Freibad in Kirchheimbolanden schwimmen gelernt. Mit ihrem verstorbenen Mann hielt sich die frühere Sportlehrerin dort fit. Seit 2011 gibt es in Kirchheimbolanden kein Freibad mehr, weil eine Sanierung der Technik und des Beckens nach Angaben der Gemeinde mehrere Millionen Euro gekostet hätte. Das ärgerte Lisel Heise so sehr, dass sie beschloss, für den Stadtrat zu kandidieren.

Lisel Heise lacht herzlich und streckt den Daumen in die Kamera. (Foto: SWR)
Lisel Heise (Wir für Kibo e. V.) freut sich über ihren Wahlerfolg.

Mit 100 Jahren in den Stadtrat Kirchheimbolanden eingezogen

Mit Erfolg. In die Stadtratswahl gestartet war Heise auf Listenplatz 20. Mit 991 Stimmen landete sie auf Platz 1 der Liste der Wählergruppe "Wir für Kibo" und zieht somit souverän in den Stadtrat von Kirchheimbolanden ein. Dort wird sie nach Angaben der Wählergruppe auch Fraktionssprecherin. Angst vor der neuen Aufgabe hat Lisel Heise nicht, "höchstens vor dem Dummgebabbel der anderen". Man müsse sich ja nur "hinsetzen und schwätzen", das sei nicht so anstrengend.

100-Jährige hat viele Unterstützer in Kirchheimbolanden

So lange ihre Gesundheit es zulässt, will die begeisterte Schimmerin sich ab sofort für ein neues Freibad in Kirchheimbolanden einsetzen. Viele Menschen im Ort und nicht zuletzt ihre Familie stehen dabei hinter ihr. Die Rentnerin hat vier Kinder, neun Enkel und fünf Urenkel.

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