Boris Palmer, der alte und neue Oberbürgermeister von Tübingen, kommt nach seiner Wiederwahl auf den Marktplatz. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod)

Bisheriger Oberbürgermeister im ersten Wahlgang bestätigt

OB-Wahl in Tübingen: Klarer Sieg für Palmer

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Stefanie Assenheimer
Stefanie Assenheimer (Foto: SWR, SWR - Alexander Kluge)
Peter Binder

Das vorläufige amtliche Endergebnis bei der OB-Wahl in Tübingen ist eindeutig: Amtsinhaber Boris Palmer holte die absolute Mehrheit. Die Herausforderinnen liegen weit dahinter.

Seit Sonntagabend, 19.20 Uhr, sind alle Wahlbezirke in Tübingen ausgezählt. Boris Palmer (unabhängig) kommt auf 52,4 Prozent der Stimmen und hat damit die absolute Mehrheit. Ulrike Baumgärtner (Grüne) bekam 22 Prozent der Wählerstimmen. Sofie Geisel (SPD) erreichte 21,4 Prozent.

Die Oberbürgermeisterwahl analysiert der Leiter des SWR-Studios Tübingen, Marcel Wagner, im Podcast.

Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben der Stadt bei 62,6 Prozent, damit deutlich höher als bei den vergangenen OB-Wahlen in Tübingen. 2014 hatten 55 Prozent abgestimmt, 2006 knapp über 50. Viele Bürgerinnen und Bürger hatten schon vorher Briefwahl gemacht.

Palmer siegt als unabhängiger Kandidat

Amtsinhaber Palmer ist schon lange erfolgsverwöhnt. Bei seinen bisherigen Wahlen holte er als grüner Kandidat auf Anhieb die erforderliche absolute Mehrheit. Dass Palmer es diesmal erneut bereits im ersten Wahlgang schaffte, eine absolute Mehrheit zu erhalten, hat viele Wahlbeobachter überrascht. Denn Palmer ist seit langem umstritten. Wegen Querelen mit der eigenen Partei trat er diesmal als Unabhängiger an.

Eine Grafik zeigt, dass Boris Palmer mit 52,4 Prozent die absolute Mehrheit bei der Tübinger OB-Wahl erreicht hat.  (Foto: Stadt Tübingen)
Die Grafik der Stadt Tübingen: Ein eindeutiger Sieg für Amtsinhaber Boris Palmer Stadt Tübingen

Der wiedergewählte Tübinger OB Palmer im Gespräch mit SWR-Moderator Florian Buchmaier:

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In einer ersten Reaktion beschwor Palmer die Einigkeit in der Stadt. So habe der Wahlkampf gezeigt, dass man sich in Tübingen einig sei, was Klimaschutz, bezahlbaren Wohnraum, Kinderbetreuung und die Förderung der Wirtschaft angehe.

Die Wahl sei für ihn ein Auftrag, die ökologische Transformation Tübingens voranzutreiben, zu zeigen, dass sich Wohlstand mit Klima- und Artenschutz vereinbaren lasse. Auf dem Tübinger Marktplatz gab es begeisterten Applaus und Jubel für Palmer, aber auch immer wieder Buh-Rufe gegen ihn.

SPD-Kandidatin Geisel gratuliert Oberbürgermeister Palmer

Die unterlegene SPD-Kandidatin Geisel zeigte sich im SWR-Livestream als gute Verliererin und gratulierte Palmer. Die sieben Monate, die sie Wahlkampf in Tübingen gemacht habe, seien nicht verloren. Sie habe sich in der Stadt sehr willkommen gefühlt und viel Freude gehabt. Sie gehe nun mit einem geraden Rücken und viel Erfahrung zurück nach Berlin.

Screenshot aus Livestream (Foto: SWR)
Sofie Geisel (SPD) zeigte sich im Gespräch mit dem SWR als gute Verliererin.

Grünen-Kandidatin Baumgärtner erfreut über Wahlbeteiligung in Tübingen

Auch Baumgärtner (Grüne) gratulierte Palmer zu seiner Wiederwahl und sprach von einem Erfolg für die lokale Demokratie. Sie freue sich über die hohe Wahlbeteiligung und das große Interesse an der Kommunalpolitik. Nun sei es Aufgabe des Oberbürgermeisters, die Stadt zusammenzuführen und die Themen des Wahlkampfs umzusetzen. Dabei wünsche sie ihm alles Gute.

Ulrike Baumgärtner  (Foto: SWR)
Nannte sich selbst, nach dem Wahlkampf, Deutschlands berühmteste Ortsvorsteherin: Ulrike Baumgärtner ist zwar unterlegen, freut sich aber über die hohe Wahlbeteiligung.

Zur Wiederwahl von Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer ein Kommentar von Ulrike Mix:

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