Wohnungsnot bekämpfen

Bezahlbarer Wohnraum: Kretschmann sucht Ideen in Tübingen

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Wie kann Wohnen bezahlbar bleiben - oder werden? Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat sich über moderne Wohnprojekte in Tübingen informiert.

BW-Ministerpräsident Winfried Kretschmann besichtigt das Wohnviertel bei der alten Egeria. (Foto: SWR, Jochen Krumpe)
Der Ministerpräsident auf Tübingen-Tour. Jochen Krumpe

In Studentenstädten wie Tübingen sind die Mieten in den vergangenen Jahren besonders stark gestiegen. Die Stadt versuchte dennoch mit neuen Wohnformen und Projekten gegenzusteuern. Einige Projekte hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag besucht. Denn das Land sucht im "Strategiedialog Bauen und Wohnen" nach neuen Ideen, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Alte Weberei: Als Baugemeinschaft ist es billiger

BW-Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Tübingens OB Boris Palmer inmitten einer Gruppe von Menschen bei einer gemeinsamen Besichtigung des Wohnviertels bei der alten Egeria. (Foto: SWR, Jochen Krumpe)
In der Alten Weberei haben sich die Menschen zusammengeschlossen, um gemeinsam zu bauen und zu leben. Jochen Krumpe

Zuerst ging es ins Quartier Alte Weberei im Tübinger Egeria-Viertel: eines der Musterkinder moderner Stadtplanung. Hier haben sich viele kleine und private Baugenossenschaften zusammengetan, die gemeinsam große Mehrfamilienhäuser gebaut haben.

In den oberen Geschossen wohnen junge Familien mit Kindern, im Erdgeschoss gibt es Läden und Cafés - draußen sind Spielplätze oder Gärten. Eine Mischung, die die Genossenschaften geplant und verwirklicht haben. Diese Gemeinschaftsleistung schätzt Kretschmann. Der soziale Gedanke der Gemeinschaft sei ein wichtiger Punkt. Denn das Land könne nicht allein verantwortlich sein für bezahlbares Wohnen.

Damit die Mieten nicht immer weiter steigen, denkt Kretschmann über einen Mietpreisdeckel nach. Den hätte auch Oberbürgermeister Boris Palmer gern. Außerdem fordert Palmer mehr Wohnraum für Studierende.

Warum gibt es nicht längst mehr Wohnraum für Studierende?

Dafür, dass hier in den letzten Jahren nichts voran ging, macht Baubürgermeister Cord Soehlke vor allem das Studierendenwerk Tübingen-Hohenheim verantwortlich. Es müsste mindestens 500 - 1.000 zusätzliche Studenten-Wohnraumplätze schaffen.

Unterkünfte für Geflüchtete in der Innenstadt

Nicht nur viele Studierende gibt es in Tübingen, sondern auch Menschen mit Fluchthintergrund. Am Neckarstauwehr ist ein Wohnprojekt entstanden, in dem gezielt viele Geflüchtete wohnen. Dieses letzte Wohnvorbild, das Ministerpräsident Kretschmann an diesem Vormittag besuchte, beeindruckt ihn sehr, sagte er. Besonders, weil die Anwohner dort zuerst eigentlich keine neuen Häuser hätten haben wollen.

"Aber als es dann hieß, dass es für Geflüchtete gebaut wird, war auf einmal die Akzeptanz da ist. Das ist schon sehr außergewöhnlich und beeindruckend.“

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