Warum immer wieder in Baden-Württemberg?

Erneut Erdbeben auf der Schwäbischen Alb registriert - Keine Meldungen über Schäden

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Im Zollernalbkreis hat am Sonntagabend die Erde gebebt - wie schon des Öfteren und erneut kaum spürbar. Aber warum ist die Schwäbische Alb so oft betroffen?

Am Sonntagabend hat es in Jungingen bei Hechingen im Zollernalbkreis ein leichtes Erdbeben gegeben. Der Landeserdbebendienst hat eine Stärke von 2,9 in sieben Kilometern Tiefe gemessen.

Die Experten sprechen in diesem Fall von einem schwachen Erdbeben, spürbar im Umkreis von mehreren Kilometern um das Epizentrum. Anrufe besorgter Bürger habe es nicht gegeben, so die Polizei. Auch Schäden wurden keine gemeldet.

Die Grafik zeigt die Verteilung von Erdbeben im Zollernalbkreis (Foto: Landeserdbebendienst)
Die grünen Punkte zeigen die Epizentren der Erdbeben entlang der Albstadt-Scherzone Landeserdbebendienst

Hinweise auf das Beben im Netz - wackelnde Gläser und bellende Hunde

Auf der privaten Plattform erdbebennews.de, bei der sich auch Zeugen melden können, gibt es dazu fünf Einträge. In einem heißt es, dass Schränke und Gläser kurz gewackelt hätten.

Auch über die sozialen Netzwerke meldeten mehrere User, die Auswirkungen des Bebens am Sonntagabend gespürt zu haben. So hätten auch in Reutlingen Fenster und Möbel gewackelt, schreibt ein Twitter-Nutzer. Sein Hund habe wenige Minuten vor dem Beben angefangen, aufgeregt zu bellen. Auch in Tübingen habe man das Beben gespürt, so ein anderer User in einem weiteren Tweet.

Mehrere schwache Erdbeben in der Region allein in den vergangenen Tagen

Erst am Freitagabend hatte der Seismograph bei den Geologen im zuständigen Regierungspräsidium in Freiburg um 20:16 Uhr ausgeschlagen. Mit 0,8 auf der Richterskala wurde bei Albstadt im Zollernalbkreis ein "sehr schwaches Erdbeben" gemessen. Nur zwei Stunden zuvor gab es in Jungingen einen Ausschlag auf der Magnitude von 1,8.

So berichtete SWR Aktuell am 7. Oktober 2021 über die Ursachen von Erdbeben:

Bei der Aufzählung beim Landeserdbebendienst vergeht kaum ein Tag "ohne". Das Portal erdbebennews.de registrierte in den vergangenen 30 Tagen 11 Beben über der Magnitude von 2.0. Die Erdbebenaktivität lag damit den Angaben zufolge deutlich höher als im langjährigen Vergleich (über 20 Prozent Abweichung).

Warum gibt es immer wieder Erdbeben in Baden-Württemberg?

Auf der Zollernalb kommt es immer wieder zu leichteren Erdstößen. Das baden-württembergische Innenministerium hat das Gebiet als "Erdbebenzone drei" ausgewiesen. Die sogenannte Albstadt-Scher-Zone, eine mehrere Kilometer breite Störungszone im Grundgebirge, sei schon immer ein tektonisch aktives Gebiet gewesen, so der Leiter des Erdbebendienstes Baden-Württemberg, Stefan Stange.

Vom letzten großen Erdbeben 1978 - damals hatte das Beben eine Stärke von 5,7 und richtete unter anderem Schäden an der Burg Hohenzollern an - würden die Menschen noch heute sprechen. Das seit einem Jahrzehnt stärkste Beben in der Region wurde im Dezember 2020 wahrgenommen.

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