Ein gelbes Schild zeigt an: Hier kann man Blumen selbst schneiden

Blütenpracht in weiß und rosa

Tulpensaison auf den Blumenfeldern startet

Stand
Autor/in
Friederike Dauser

Die ersten Tulpen blühen auf den Blumenfeldern bei Rottenburg. Die frühen Sorten leuchten in rosa, gelb und weiß. Die Zahl der Blumendiebe beim Selberpflücken nimmt jedes Jahr zu.

Auf den Blumenfeldern rund um Rottenburg (Kreis Tübingen) blühen die ersten Tulpen in knallgelb, zartrosa und schneeweiß. Viele Menschen freuen sich über einen selbst frisch geschnitten Strauß direkt vom Blumenfeld. Doch bis Tulpen und Co so weit sind, dass sie geerntet werden können und in unseren Blumenvasen stehen, dauert es. Doch die Arbeit lohnt sich für Bernhard Weimer. Denn eine selbst geschnittene Tulpe frisch vom Feld sei immer schöner und halte länger als die Tulpen aus den Discountern, so der Landwirt.

Bernhard Weimer betreibt mit Frau und Söhnen die Hofschuir zwischen Seebronn im Kreis Tübingen und Bondorf im Kreis Böblingen. Seit 20 Jahren hat der 58-Jährige Blumenfelder überall in der Region. In insgesamt 5 Landkreisen, vom Kreis Böblingen bis runter in den Kreis Rottweil, hat er Felder Wie viele, das weiß er nicht genau. Neben Tulpen wachsen auf dem Feld bei Rottenburg unter anderem auch Iris, Gladiolen, Bartnelken. Später im Jahr dann Pfingstrosen und Sonnenblumen.

Schon einige Tulpen wachsen auf dem Blumenfeld bei Rottenburg
Ein Blumenmeer auf dem Feld bei Rottenburg

In jedem Blumenfeld steckt viel Arbeit

Bis zu 40 Mal im Jahr muss Weimer auf jedes einzelne Blumenfeld fahren. Muss den Boden bearbeiten, pflanzen und säen. Außerdem muss Unkraut gehackt werden und in heißen Sommern müssen die Blumen zusätzlich noch gegossen werden. Ein einziger Hagelschauer kann in Sekunden die ganze schwere Arbeit zunichte machen. Im vergangenen Jahr zum Beispiel hat ein Hagelschauer einige Blumenfelder von Weimer komplett zerstört.

Landwirt Weimer kniet vor einem seiner Tulpenfeld
Landwirt Weimer kniet vor einem seiner Tulpenfeld

Blumendiebe auf frischer Tat ertappt

Aber nicht nur die Trockenheit und der Klimawandel machen dem Landwirt immer mehr zu schaffen. "Letztes Jahr haben wir zwei Blumenfelder einfach zugemacht, weil die Leute nicht mehr gezahlt haben. Und wenn die Leute nicht mehr zahlen und es sich nicht mehr lohnt zum herfahren, dann mache ich es nicht mehr", so Weimer. Es kam sogar schon vor, dass Gärtner für mehrere hundert Euro Blumen auf seinen Feldern geschnitten haben. In der Kasse landeten aber nur 20 Euro. Mehrmals hat Weimer schon Anzeige erstattet, ohne Erfolg.

In das orangene Kässle sollen die Kunden das Geld für die Blumen werfen
Das orangene Kässle ist das Markenzeichen von Landwirt Weimer

Eigene Frau bekommt nie Blumen

Deshalb ist Bernhard Weimer glücklich über jeden, der zahlt. Denn die ehrliche Kundschaft, die gibt es noch und die wirft gerne 60 Cent pro abgeschnittene Tulpe ins Kässle. Und so kann sich Weimer weiter erfreuen an der Blumenpracht auf seinen Feldern. Und der mit der Blumenpracht auch seine Kunden glücklich macht. Vor allem seine Kunden. Denn seine Frau, die muss sich ihre Blumensträuße selbst pflücken.

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