Ein Laster kippt eine ganze Ladung Sand auf den Boden.

Beachverein baut Anlage komplett ehrenamtlich

1.600 Tonnen Sand für neue Beachvolleyballplätze in Freiburg

Stand
Autor/in
Dinah Steinbrink

Es ist inzwischen DER Szenetreff in Freiburg: Die neue Beachvolleyball-Anlage in Sankt Georgen, gebaut komplett ehrenamtlich vom Beachverein. Gerade entstehen sechs neue Felder.

Im Freiburger Stadtteil Sankt Georgen wächst die "Palme im Schwarzwald" - so heißt die noch recht junge Beachvolleyball-Anlage, die der Beachverein Freiburg hier baut. Auf vier Feldern wird seit zwei Jahren gespielt. Aktuell entstehen sechs neue Felder. 1.600 Tonnen Sand sind dafür in den vergangenen Wochen mit Lastern aus dem Elsass angekarrt und verteilt worden.

Schuften, schaufeln, schwitzen - ehrenamtlich

Über knapp zwei Wochen kommen immer wieder Sand-Laster - meistens schon um sechs Uhr morgens. Bevor der Sand ausgekippt werden kann, muss Plane ausgerollt werden - danach muss der Sand mit dem Radlader verteilt werden. Die beiden Gründer und Vorsitzenden des Beachvereins, David Baumann und Raphael Schieting, sind im Dauereinsatz - genauso Gunnar Böhme, der ehrenamtliche Bauleiter des Vereins. David und Raphael beraten eigentlich Start-Ups, Gunnar hat eine eigene Zahnarztpraxis. Die Beachanlage bauen sie quasi in ihrer Freizeit. Viel des nötigen Know-Hows bringt Gunnar mit - durch den Ausbau seines Hauses.

"Wir sind hier Architekten, wir sind Bauleiter, wir sind Vermesser - wir machen alles und lernen wahnsinnig viel dabei."

Zwei Männer sitzen am Rand eines Sandfeldes und schaufeln mit den Händen den Randstein frei.
Die beiden Vereinsgründer, David Baumann (vorne) und Raphael Schieting bereiten die Umrandung der neuen Plätze vor.

Immer wieder packen auch die Vereinsmitglieder an - zum Beispiel, wenn der ganze Sand glatt gezogen werden muss oder Hecken und Bäume zu schneiden sind. Die Grundidee: Alle, die hier Volleyball spielen, packen auch mal mit an. So kann der Mitgliedsbeitrag etwas niedriger gehalten werden.

Viele Leute stehen mit  Harken und Schaufeln auf einer großen Sandfläche.
Helfertag an "der Palme": Bevor es losgeht, kriegen die Mitglieder nochmal erklärt, was genau zu tun ist.

Beachvolleyball boomt - aber Plätze fehlen

Begonnen hat alles vor ein paar Jahren. David und Raphael - selbst leidenschaftliche Beachvolleyballer - merken: Beachvolleyball ist beliebt, aber in Freiburg gibt es kaum verfügbare Plätze. Die vorhandenen Plätze sind meist Mannschaften vorbehalten, die auch Hallenvolleyball spielen. Mit der Vision: "Beachvolleyball für alle" gründen sie zusammen mit Gunnar den Beachverein. Nach längerem Suchen können sie ein Grundstück von der Stadt pachten: Eine grüne Wiese mit sehr viel Gestrüpp. Was folgt, ist sehr viel Arbeit, aber auch jede Menge Begeisterung: Schnell treten viele Mitglieder dem Verein bei und zahlen einen monatlichen Beitrag, es finden sich Sponsoren und eine Crowdfunding-Kampagne läuft. So kann der Verein den Bau der ersten Felder finanzieren.

Run auf die Plätze riesig

Schnell ist klar: Die drei haben einen Nerv in Freiburg getroffen. Die Mitgliederzahlen steigen und steigen: Die ersten Felder, die im Sommer 2022 fertig werden, sind von Beginn an häufig ausgebucht. Profis spielen hier, genauso Einsteigerinnen und Einsteiger. Dazu bietet der Verein Training und organisiert Turniere und viele Veranstaltungen, zum Beispiel regelmäßig offene Beachvolleyballtreffs mit kalten Getränken und gemeinsamem Grillen. "Das ist das Tolle hier, dass man hier spielen, aber auch einfach Zeit hier verbringen kann", sagt Nina Lange, selber Beacherin und im Vereinsvorstand engagiert. Das Gesamtkonzept kommt an.

"Die Leute sind heiß, die wollen am liebsten jeden Tag spielen."

Da die Nachfrage so groß ist, ist der Druck entsprechend groß, mehr Plätze zu schaffen. Noch im Juni sollen die sechs weiteren Felder fertig werden - dann gibt es insgesamt zehn Plätze an der Anlage. Aber "die Palme" soll noch weiter wachsen: Der Verein will auch noch ein Multi-Sport-Feld für Beachsoccer und Beachhandball bauen. Und: Für die kälteren und nasseren Monate im Jahr plant er sogar eine auf- und abbaubare Traglufthalle auf einem Teil der Felder. Die Arbeit für den Verein - vor allem für David, Raphael und Gunnar - geht also weiter. "Manchmal ist es hart, sagt Raphael. Aber wir bekommen wahnsinnig viel zurück von den Mitgliedern. Und wenn wir sehen, was wir mit den eigenen Händen hier geschaffen haben, dann wissen wir, dass es richtig ist."

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