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Kommentar zu Ausschreitungen beim Pokalspiel in Freiburg

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AUTOR/IN
Kunzelmann, Freddy

Das war dämlich, richtig dämlich. Die Fans haben ihrem Verein einen Bärendienst erwiesen. Es wird sportrechtliche Konsequenzen geben und dies zurecht. Die SC Freiburg Fans haben sich schon länger davon verabschiedet, besondere Fans zu sein. Die Gewalt im Stadion hat zugenommen, siehe zuletzt die Attacke gegen ein 16-jähriges Mädchen nach dem Schalke-Heimspiel oder auch Ausschreitungen beim Europa-League-Spiel in Turin. Die Unterschiede zu Fans anderer Vereine sind nicht mehr groß. Früher waren es Einzelfälle, wie zum Beispiel der Golfball-Wurf gegen Oliver Kahn im Jahr 2000. Heute sind Hass und Gewalt auch im Freiburger Stadion fast schon an der Tagesordnung. Nur gut, dass wenigstens die Spieler und Verantwortliche auch in emotionalen Momenten kühlen Kopf bewahren. Wie eben gestern, als einige Spieler während der Partie die ausrastenden Fans beschwichtigten. Kapitän Christian Günter hat danach einen Teil der SC Fans kritisiert. Sportvorstand Jochen Saier hat sich für die Aussetzer entschuldigt. Das sei beschissen, sagte er ohne Umschweife. Wenigstens diese klaren Worte. Doch Günter nahm auch Gäste-Einwechselspieler Andre Silva zur Brust, der von einer Münze getroffen wurde. Silva legte sich auf den Boden und robbte sich auf das Spielfeld, ohne eine erkennbare Verletzung davon getragen zu haben. Günter meinte, wenn es keine Platzwunde oder irgendetwas sei, dann nimm das Ding und werfe es auf die Seite. So habe er es bei Auswärtsspielen schon oft getan. Silva hat mit seiner Theatralik die negative Stimmung im Stadion aufgeheizt. Ebenso total dämlich und unnötig, wie die Ausschreitungen der Freiburger Fans.

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Kunzelmann, Freddy