Eine Mitarbeiterin der Berliner Forsten sägt alte Eichenstämme zurecht, bevor diese in einer Holzspaltmaschine gespalten werden. Die Meterstücken werden dann zu Brennholz verarbeitet. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Wolfgang Kum)

Wegen der Energiekrise

Förster berichtet: Holz-Diebstahl in Südbaden nimmt zu

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Förster und private Waldbesitzer beobachten, dass mehr Brennholz aus den Wäldern gestohlen wird. Um das zu verhindern, setzen sie auf eine bestimmte Technik.

Die Ausbeute reicht von einzelnen Holzscheiten bis zu regelrechten Lkw-Ladungen: Nach Angaben des Försters des Gemeindewalds Bollschweil-St. Ulrich, Johannes Wiesler, ist in einigen Wäldern in Südbaden in den vergangenen Monaten vermehrt Brennholz gestohlen worden. Besonders betroffen sei sein Revier. Aber auch in anderen Wäldern sei das Phänomen zu beobachten, sagte Wiesler dem SWR.

Förster begutachtet Stamm (Foto: SWR)
Förster Johannes Weiler kennzeichnet den Eigentümer eines Baumstamms.

Organisierte Diebe verkaufen das Holz teuer

Manche Leute fahren laut Wiesler mit dem Auto in den Wald und nehmen Holz für den privaten Gebrauch mit. Immer mehr Diebstähle machten aber einen organisierten Eindruck, sagte Wiesler. Es gebe Gruppen, die es darauf abgesehen hätten, das Holz teuer zu verkaufen.

Der Fernsehbeitrag zum Thema in SWR Aktuell zum Nachschauen:

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Schon Anfang November hatte es Berichte über vermehrten Holzdiebstahl gegeben. Die Polizei in Freiburg und Offenburg hatte dazu mitgeteilt, dass sie davon noch nichts spüre. Die Ermittler gehen allerdings von einer hohen Dunkelziffer aus, weil vermutlich viele Waldbesitzer die Diebstähle gar nicht erst anzeigten.

Förster und private Waldbesitzer mutmaßen, dass gestiegene Preise für Holz wegen der Energiekrise ein Grund für den Holzklau sind. Der Landesvizechef des Bundes deutscher Forstleute,Tobias Knupfer, hatte der dpa Anfang November gesagt, Holz sei "das neue Toilettenpapier". Die Kunden bunkerten das Holz für ihre Öfen, weil sie Engpässe voraussähen. Andere bedienten sich im Wald für den Eigenbedarf oder zum lukrativen Wiederverkauf.

Holzsammeln unter bestimmten Bedingungen legal

Dabei sei Holzsammeln unter bestimmten Umständen sogar erlaubt - wenn es nur so viel sei, wie man mit beiden Armen tragen kann, erläuterte Revierförster Wiesler. Darüber hinaus könne in Absprache mit dem Förster für einen reduzierten Preis auch noch mehr mitgenommen werden. Wer vorher einen bestimmten Kurs besucht hat, dürfe sogar Bäume fällen. Auch die Nachfrage nach solchen Lizenzen sei in letzter Zeit stark gestiegen, berichtete Wiesler.

Zwei Männer sägen an einem Baum (Foto: SWR)
Zwei Männer mit Lizenz fällen einen Baum im Gemeindewald Bollschweil-St. Ulrich

Versteckte "Tracker"-Geräte sollen Diebstahl stoppen


Um dem Holz-Diebstahl etwas entgegenzusetzen, setzen er und andere südbadische Förster zunehmend auf im Holz versteckte "Tracker"-Geräte. Mit ihnen kann das Forstamt den Standort des geklauten Holzes lokalisieren. 

Wiesler empfiehlt, sich vor dem Holzsammeln mit den örtlichen Vorschriften vertraut zu machen, um nicht unbeabsichtigt einen Diebstahl zu begehen. Der Wald und das Holz seien fast immer im Besitz einer Kommune oder eines privaten Eigentümers.

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