Proben werden auf das Coronavirus getestet

Schneller als PCR-Test

Freiburger Forschungsteam entwickelt Corona-Test-Chip

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Marion Eiche

Um genau zu wissen, ob man sich mit dem Corona-Virus infiziert hat, muss man einen PCR-Test machen. Jetzt hat ein Forschungsteam der Uni Freiburg einen neuen Test-Chip entwickelt.

Ist es Grippe oder Corona? Derzeit sind viele Viren unterwegs, die die Menschen in ähnlicher Art in Mitleidenschaft ziehen: Fieber, Halsschmerzen, Husten, Schnupfen. Die Ursache der Krankheitssymptome ist meist nicht bekannt. Unklar ist auch, wie ansteckend man für die Umwelt ist. Um hier Gewissheit zu haben, sind Labortests notwendig. Für das Corona-Virus benötigt man einen PCR-Test. Bis zum Ergebnis vergeht in der Regel mindestens ein Tag.

Deshalb haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Universität Freiburg nach Alternativen gesucht. Der Mikrosystemtechniker Can Dincer hat zusammen mit seinem Team vom Institut für Mikrosystemtechnik Freiburg (Imtek) einen Chip entwickelt, der das Coronavirus schnell nachweisen kann.

SWR-Moderatorin Nadine Zeller im Gespräch mit Mikrosystemtechniker Can Dincer

"Unser System ist flexibel anpassungsfähig an neue Mutationen des Virus und verwendet ausschließlich günstige, haltbare und ungiftige Reagenzien."

Funktioniert ähnlich wie ein PCR-Test

Und so funktioniert der neu entwickelte Multiplexchip aus der Freiburger Mikrosystemtechnik, der momentan noch als Prototyp im Institut hergestellt wird: Wie beim Schnelltest zuhause oder in Teststellen wird eine Probe aus einem Nasenabstrich in einen Reaktionsmix getropft. Untersucht wird dann allerdings nicht auf Virusproteine, sondern - wie beim PCR-Test - auf charakteristische Sequenzen im Virusgenom. Außerdem soll der Chip gleichzeitig auch die Antibiotika-Konzentration im Blut von Coronapatientinnen und -patienten messen können.

Nachweis in 30 Minuten

Der Test-Chip wird dann elektrochemisch ausgelesen. "Unser System kommt hierbei ohne Vervielfältigung des Genmaterials aus," sagt Mikrosystemtechniker Dincer. Deshalb ist das Testergebnis wesentlich schneller verfügbar als bei einem PCR-Test. An der Entwicklung waren auch Forschende der Universität Freiburg aus den Bereichen synthetische Biologie und Virologie beteiligt.

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