Ein weiblicher Wolf steht im Wald

Resolution richtet sich an Landesregierung

Schwarzwald: Bürgermeister fordern schnelleren Abschuss von Wölfen

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Mario Schmidt
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Bürgermeister aus dem Schwarzwald haben der Stuttgarter Landesregierung eine Wolfsresolution übergeben. Eine Forderung: Ein Wolf soll bereits nach nur einem Angriff auf ein Nutztier abgeschossen werden.

17 Bürgermeister aus dem Schwarzwald haben am Dienstag die Resolution "Wölfe im Schwarzwald - Für ein vernünftiges Miteinander!" an Vertreter der Landesregierung in Stuttgart übergeben. Unterschrieben haben insgesamt 35 Bürgermeister, darunter Amtsträger aus den Landkreisen Lörrach, Waldshut und Breisgau-Hochschwarzwald.

In der Wolfsresolution fordern sie unter anderem, dass ein Wolf bereits nach nur einem Angriff auf ein Nutztier abgeschossen werden darf. Es gehe ihnen nicht darum, dass der Schwarzwald frei von Wölfen werde, sondern um ein vernünftiges Miteinander von Mensch und Tier, betonten sie. Die EU-Kommission wird aufgefordert, den Wolf nicht mehr als streng geschützt einzustufen.

Bürgermeister sprechen von Existenzsorgen und Angst beim Spazierengehen

Die Bürgermeister im Südschwarzwald halten ein Zusammenleben zwischen Mensch und Wolf ohne Regulierungsmaßnahmen nicht mehr für möglich. Laut dem Schreiben an die Landesregierung wächst die Wolfspopulation in Deutschland immer mehr. Damit häufen sich auch die Konflikte und Schadensfälle. Aktuell gehen die Kommunen deutschlandweit von 1.500 bis 2.700 Tieren aus - das Wachstum sei ungebremst.

Ein Zusammenleben mit dem Wolf ohne Regulierung ist aus unserer Sicht schlichtweg nicht möglich.

Die Situation in den Gemeinden spitze sich immer weiter zu: Die Landwirte im Schwarzwald seien in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht und würden um ihre Weidetiere bangen. Einwohner und Touristen hätten inzwischen zunehmend Angst vor Ausflügen in Waldgebiete und würden Wanderwege meiden, so die Bürgermeister. Beschlüsse des Umweltministeriums und der Umweltminister der Länder aus dem vergangenen Jahr seien unzureichend und für die Region Südschwarzwald nicht tauglich. Die Bürgermeister fordern deshalb jetzt neue Maßnahmen, um nicht von der Wolfspopulation überrollt zu werden, heißt es weiter.

Ein Wolfsprotestschild an einem Weidezaun
Ein Wolfsprotestschild an einem Weidezaun

Erste Reaktionen von Vertretern der Landesregierung in Stuttgart

Die Vertreter der Landesregierung sagten den Bürgermeistern im Rahmen des Treffens in Stuttgart ihre Unterstützung zu. Grünen-Fraktionsvorsitzender Andreas Schwarz wies auf das aktuell geltende EU-Recht und die dadurch eingeschränkten Handlungsmöglichkeiten für das Umweltministerium hin. Wenn die EU-Kommission den Schutzstatus des Wolfes ändern sollte, wolle aber auch er im Sinne der Weidetierhaltung agieren.

Wir sehen diese Konflikte zwischen Wolf und Mensch.

Laut dem Staatssekretär im grün geführten Umweltministerium, Andre Baumann, steht das Thema Wolf bei fast jeder Umweltministerkonferenz auf der Tagesordnung. Der CDU-Vorsitzende Manuel Hagel will den Wolf in Baden-Württemberg weiter ermöglichen, aber auch die Unversehrtheit der Menschen und ihres Eigentums schützen.

Aktuell gibt es in Baden-Württemberg drei sesshafte Wölfe: zwei im Nordschwarzwald, einen im Südschwarzwald. Bislang gab es noch keinen angeordneten Abschuss. Das würden laut Andre Baumann Berufsjäger übernehmen, die anonym bleiben - ansonsten fürchte man Morddrohungen. Vor einem solchen Abschuss gibt es Fristen für etwaige Einsprüche.

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