Der leitende Archäologe des LAD, Dr. Andreas Thiel, erklärte: „Bei der Figur handelt es sich um ein Mischwesen der römisch-germanischen Götterwelt, einen sogenannten ‚Giganten‘. Wie vergleichbare Funde zeigen, war die Figur einst Teil einer Jupiter-Giganten-Säule.

Schlangenleib mit menschlichem Kopf

Ausgrabungen in Stuttgart: Römischer "Gigant" gefunden

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Joachim Thiel

Zunächst war es nur ein schlammverschmierter Sandstein, dann ein "Gigant". Das Mischwesen ist ein Puzzleteil der reichen römischen Vergangenheit der Landeshauptstadt Stuttgart.

Archäologinnen und Archäologen haben die Steinfigur der römischen Götterwelt bei Ausgrabungen in Stuttgart-Bad Cannstatt gefunden. Die Experten konnten eine Verbindung zu weiteren Funden von vor über 100 Jahren herstellen.

"Gigant": Eine kleine Figur mit Schlangenleib

Wie so üblich war die Figur zunächst sehr unscheinbar. Ein "schlammverschmierter Sandstein", wie es in einer Mitteilung aus dem Regierungspräsidium Stuttgart heißt. Nach der ersten Reinigung wurde dann schnell klar, es handelt sich um einen außergewöhnlichen Fund. Der Stein entpuppte sich als 30 Zentimeter große, kniende Figur mit menschlichem Kopf. Nach der Beschreibung der Experten aus dem Regierungspräsidium liegen die Arme seitlich am Oberkörper. Die Hände ruhen auf Hüfte und Beinen. Sie sind allerdings nicht menschlich geformt und gehen in eine Art Schlangenleib über.

Standort einer römischen Reitereinheit

Seit Anfang des Jahres finden an der Altenburger Steige in Stuttgart Bad-Cannstatt Ausgrabungen statt. Fachlich begleitet werden die Grabungen vom Landesamt für Denkmalpflege (LAD) des Regierungspräsidiums Stuttgart. Die Arbeiten stehen im Zusammenhang mit der Erweiterung der städtischen Altenburgschule. In römischer Zeit stand dort von circa 100 bis 150 nach Christus ein Kastell für eine Reitereinheit, danach befand sich dort eine römische Siedlung.

Bei der Figur handelt es sich um ein Mischwesen der römisch-germanischen Götterwelt, einen sogenannten Giganten.

Archäologinnen und Archäologen finden bei Grabungen in Stuttgart-Bad Cannstatt eine Steinfigur der römischen Götterwelt – Fund lässt sich mit weiteren Funden von vor über 100 Jahren in Verbindung bringen
Der "Gigant", der in Stuttgart-Bad Cannstatt bei Ausgrabungen gefunden wurde, ist rund 1.800 Jahre alt. Die Steinfigur ist gut 30 Zentimeter groß und hat einen menschlichen Kopf.

Teil der reichen römischen Vergangenheit

Im Depot des Landesmuseums lagern Fragmente, mit denen der neu gefundene "Gigant" in Verbindung gebracht wird. Es sei nun möglich, eine Jupiter-Giganten-Säule zu rekonstruieren, die einst im Bereich einer wichtigen Straßenkreuzung der römischen Ansiedlung von Bad Cannstatt aufgestellt war. Das gefundene Mischwesen ist wieder ein neues Puzzleteil der alten römischen Vergangenheit von Stuttgart.

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