Ein Hacker beim Ausspähen von Daten

Viele Dienstleistungen wieder möglich

Verdacht auf Cyberangriff: Landratsamt Ludwigsburg öffnet teils wieder

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Magdalena Haupt
Magdalena Haupt

Das Landratsamt Ludwigsburg hat seit Montag teilweise wieder geöffnet. Nach einem mutmaßlichen Hackerangriff waren das Kreishaus und seine Außenstellen für Kunden geschlossen.

Bürgerinnen und Bürger aus dem Kreis Ludwigsburg können wieder manche Dienstleistungen des Landratsamts in Anspruch nehmen. Letzte Woche musste die Behörde kurzfristig schließen. Der Grund: In der EDV des Amts wurden Probleme festgestellt, die wahrscheinlich durch einen Cyberangriff ausgelöst wurden.

Jetzt sei etwa die Führerscheinstelle wieder erreichbar, so die Behörde. Auch die Bereiche Asylleistungen, das Jobcenter und die Wohngeldstelle können wieder aufgesucht werden. Die Wiedereröffnung am Montag sei in den meisten Bereichen gut verlaufen, sagte eine Sprecherin dem SWR. Die Mitarbeitenden hätten viele Anliegen aufarbeiten können, die seit der Schließung liegen geblieben waren. Probleme gibt es voraussichtlich noch bis Mittwoch bei der KFZ-Zulassung. Denn auch der Kontakt zum Kraftfahrtbundesamt wurde nach der möglichen Cyberattacke abgeschaltet und wird erst nach und nach wieder hochgefahren.

Nicht das ganze Netzwerk betroffen

Rund 50 IT-Fachleute haben alle Rechner der Kreisverwaltung am Wochenende geprüft. Unterstützt wurden die Computerfachleute des Landratsamts unter anderem von IT-Fachkräften der Stadt Ludwigsburg, der RKH-Kliniken und der Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim. Das Ergebnis: Es seien nur einzelne Rechner betroffen gewesen und nicht das ganze Netzwerk, so die Pressestelle des Landratsamts.

"Wir sind erleichtert, dass wir größeren Schaden von unserer IT-Infrastruktur abwenden konnten. Jetzt gilt es, so schnell wie möglich wieder alle Dienstleistungen für unsere Bürgerinnen und Bürger anzubieten."

Ursache weiter unklar

Ob es sich bei dem Vorfall vergangene Woche tatsächlich um einen Cyberangriff handelte, das konnte das Landratsamt noch nicht bestätigen. Die Ermittlungen der Polizei dauerten noch an, so die Behörde. Daneben sei die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg, die im Innenministerium angesiedelt ist, an den Untersuchungen beteiligt.

Beantwortung von Mails kann dauern

Telefonisch und per Mail sind die Mitarbeitenden des Landratsamts im Kreishaus so erreichbar wie vor der Störung. E-Mails von Bürgerinnen und Bürger seien außerdem nicht verloren gegangen, sondern würden nun nachträglich bearbeitet, teilte das Amt dem SWR mit. Allerdings rechnet es damit, dass die Beantwortung noch etwas länger dauern kann.

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