Handwerk: Jede gewartete Heizung hilft (Foto: dpa Bildfunk, Christian Charisius)

Kaum Termine frei

Heizung modernisieren: Sanitärbetriebe bis Weihnachten ausgebucht

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Valentin Beige
Beige Valentin (Foto: x)
Barbara Siebert

Volle Auftragsbücher, aber Schwierigkeiten beim Material - viele Sanitärbetriebe in der Region Stuttgart sind am Limit. Und das merken auch die Kunden.

Bei Hannelore Albrecht im Sanitärgeschäft Albrecht in Stuttgart klingelt in letzter Zeit öfters das Telefon. Kundinnen und Kunden rufen an und wollen ihre Heizung warten lassen. Für Anfang September hat Hannelore Albrecht noch Termine dafür frei. Doch wer eine neue Heizung braucht, den muss Albrecht vertrösten.

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So geht es derzeit vielen Betrieben, berichtet der Fachverband Heizung, Sanitär und Klima Baden-Württemberg. Er teilt dem SWR auf Anfrage mit, viele seien bereits jetzt im Schnitt bis Weihnachten ausgebucht. Für eine neue Wärmepumpen- und Pelletheizung müssen demnach Kunden derzeit bis zu einem Jahr warten.

Neue Wärmepumpe: Geduld gefragt

Eine Übersicht des Fachverbands zeigt, wie stark seine Mitgliedsbetriebe nach eigenen Erhebungen derzeit ausgelastet sind.

Die Angaben zeigen, wie lange die Betriebe mit diesen bisherigen Aufträgen weiterarbeiten können, ohne neue annehmen zu müssen. In der Zeit von April bis einschließlich Juni waren sie dementsprechend länger im Voraus ausgebucht.

Trotzdem gebe es Betriebe, die derzeit keine Neukunden mehr aufnehmen könnten, sagt Jörg Knapp vom Fachverband.

"Das ist kein Unwillen, sondern schlichtweg an der Grenze des Machbaren."

Viele wollen Heizung effizienter machen

Dass viele Sanitärbetriebe derzeit so ausgelastet sind, hat demnach mehrere Gründe. Viele Eigentümerinnen und Eigentümer wollen zum einen ihre Heizung effizienter machen lassen. Hintergrund ist der befürchtete Gas-Mangel durch den Ukraine-Krieg.

Andere wollen sich dagegen eine neue Heizung einbauen lassen. Hier können Lieferschwierigkeiten beim Baumaterial zu Terminschwierigkeiten führen. Außerdem haben viele Sanitärbetriebe volle Auftragsbücher, weil vor kurzem die "Bundesförderung für effiziente Gebäude" (BEG) gekürzt wurde.

Sanitärbetriebe am Limit

Viele Sanitärbetriebe würden zu "Organisationstalenten", sagt Jörg Knapp, um die erhöhte Nachfrage nach Terminen, das Material und das Personal zu organisieren. Notfälle seien allerdings kein Problem und würden zeitnah repariert.

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