Die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie sollen mehr Geld bekommen, so die Gewerkschaft IG Metall. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Markus Scholz)

Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie 2022

Baden-württembergische IG Metall macht sich für Lohnplus stark

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In der anstehenden Tarifverhandlungen der Metall- und Elektroindustrie spricht sich die baden-württembergische IG Metall für eine Lohnerhöhung aus.

Eine aktuell laufende Befragung der Belegschaften in den Betrieben in Baden-Württemberg zeige, dass die Mitarbeitenden eine angemessene Entgelterhöhung erwarteten, erklärte der baden-württembergische IG-Metall-Chef Roman Zitzelsberger. "Der Krieg gegen die Ukraine und der Corona-Lockdown in China sorgen allerorten für Lieferengpässe und treiben die Inflation nach oben", so Zitzelsberger.

Die gestiegenen Preise würden nicht nur die Unternehmen, sondern auch die Beschäftigten treffen. "Sie leiden besonders unter den stark gestiegenen Preisen an der Tankstelle, im Supermarkt oder auf der Nebenkostenabrechnung und brauchen dringend mehr Geld zum Erhalt ihrer Kaufkraft."

Gewerkschaft für Lohnplus, Arbeitgeber sehen keinen Spielraum

Nach Ansicht des baden-württembergischen IG-Metall-Chefs könnten die meisten Unternehmen ein Lohnplus "aus ihren guten Gewinnen finanzieren". Bei einer Betriebsräte-Befragung der Gewerkschaft in Baden-Württemberg bewerteten 40 Prozent die wirtschaftliche Lage als "gut" beziehungsweise "sehr gut", weitere 34 Prozent schätzten die Lage als "normal" ein. Die Arbeitgeber sehen allerdings keine Spielräume für Lohnerhöhungen. Das hatte vor Kurzem Joachim Schulz, der Chef des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, angekündigt.

Am 30. Juni wird die Tarifkommission der IG Metall bundesweit ihre Forderung beschließen. Spätestens Mitte September sollen dann die Verhandlungen mit den Arbeitgebern beginnen.

Lieferstopp von russischem Gas wäre schmerzhaft

Der baden-württembergische IG-Metall-Chef Zitzelsberger wies erneut daraufhin, dass ein Lieferstopp von russischem Gas oder ein mögliches Gasembargo westlicher Staaten die Industrie im Südwesten stark treffen würde. Die Gewerkschaft rechnet damit, dass nach einem Gaslieferstopp zahlreiche Betriebe im Land zumindest zeitweise stillgelegt und mehrere 100.000 Menschen in Kurzarbeit geschickt werden müssten. Solange eine alternative Versorgung nicht sichergestellt sei, könne das enorm negative Auswirkungen haben, so Zitzelsberger.

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