Am Dienstagnachmittag kam es im Mannheimer Mühlauhafen zu einem Chemieunfall. (Foto: SWR)

"Keine Gefahr für Bevölkerung"

Chemieunfall im Mannheimer Hafen: Feuerwehr rechnet mit langwierigem Einsatz

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Der Einsatz nach dem Chemieunfall im Mannheimer Hafen am Dienstag dauert auf unbestimmte Zeit an. Für die Bevölkerung bestehe aber keine Gefahr, hieß es am Mittwoch.

Vorsichtige Entwarnung - so könnte man die Botschaft der Einsatzkräfte auf der Pressekonferenz zum Chemieunfall am Mittwoch in Mannheim zusammenfassen. Laut Mannheims Erstem Bürgermeister Christian Specht (CDU) besteht für die Bevölkerung nach dem Chemieunfall vom Dienstag im Hafen keine Gefahr mehr. Der Container im Mühlauhafen werde weiter mit Wasser gekühlt, das ein Feuerlöschboot aus dem Hafenbecken pumpe.

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In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch seien fünf Messwagen im Einsatz gewesen. Sie hätten keine relevanten Werte gemessen, weder in Mannheim noch in Ludwigshafen. Dennoch werden Anwohnerinnen und Anwohner in den angrenzenden Stadtteilen weiterhin aufgefordert, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Dies sei aber kein Widerspruch, so Specht. Man wolle präventiv sicherstellen, dass wirklich niemand gefährdet wird, selbst wenn es erneute chemische Reaktionen gäbe. Die entsprechende "Vorwarnzeit" betrage für diesen Fall lediglich zwei Minuten.

Knapp 200 Fässer mit 22 Tonnen Hydrosulfit

Bei dem Stoff, der den Unfall ausgelöst hatte, handelt es sich um 22 Tonnen Hydrosulfit, das als Bleichmittel eingesetzt wird und stark reagiert. Der Container der BASF mit den knapp 200 Fässern sollte in die Türkei geliefert werden, erklärte die Leiterin des Bereichs Sicherheit und Umwelt der BASF, Linda von dem Busche. Der Stoff habe sich offenbar selbst entzündet. Die Ursache dafür sei noch nicht bekannt.

Bei der Zersetzung des Hydrosulfits entstand Schwefeldioxid. Dieses bildete eine Rauchwolke, die zeitweise bis zu 150 Meter hoch war. Die Gefahr einer Explosion habe aber nie bestanden, hieß es.

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BASF: "Bedauerlicher Einzelfall"

Aus Sicht der BASF-Expertin handelte es sich bei dem Unfall um einen "bedauerlichen Einzelfall". Ob es konkrete Konsequenzen gibt, könne man derzeit noch nicht sagen. Der Chemiekonzern werde sich mit der Frage auseinandersetzen, wie dies in Zukunft zu verhindern sei, sagte von dem Busche.

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Container mit Hydrosulfit wird vorerst nicht geöffnet

Wann der Container geöffnet werden kann, ist laut dem Mannheimer Feuerwehrkommandant Thomas Näther noch nicht klar. Man versuche zunächst, die Kühlung mit Wasser immer wieder zu unterbrechen, um zu testen, wie der Stoff reagiert. Sollte die Gefahr als gering genug eingeschätzt werden und die Temperatur deutlich unter 50 Grad liegen, könne man den Container öffnen. Dann müsse jedes einzelne Fass genau untersucht, entnommen und gesichert beziehungsweise entsorgt werden. Der Einsatz werde voraussichtlich noch mehrere Tage dauern, teilte die Stadt mit.

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Durch die chemische Reaktion in dem Container hatten am Dienstag 17 Polizistinnen und Polizisten - ursprünglich war von 16 die Rede gewesen - sowie ein Kranführer Atemwegsreizungen erlitten. Stationär behandelt werden musste niemand. 35 Anwohnerinnen und Anwohner hätten die Nacht in einem Wohnheim verbringen müssen, konnten am Mittwoch wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

An dem Einsatz mit in der Spitze 150 Helferinnen und Helfern waren auch die Wasserschutzpolizei und das Technische Hilfswerk sowie die BASF-Werksfeuerwehr beteiligt.

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