Rotes Schild auf dem in weißer Schrift steht: "Lehrling gesucht" (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Nachwuchs verzweifelt gesucht

Viele Ausbildungplätze im Raum Karlsruhe-Rastatt-Pforzheim bleiben unbesetzt

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AUTOR/IN
Peter Lauber

Egal ob Einzelhandel, Handwerk oder Industrie, in allen Branchen sind Auszubildende Mangelware. Das zeigen auch die aktuellen Zahlen zum Beginn des Ausbildungsjahres.

Von 7.000 gemeldeten Lehrstellen sind in der Region Karlsruhe/Rastatt zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres noch 2.700 unbesetzt. Das sind 900 mehr offene Stellen bei etwas weniger Bewerbern als vor einem Jahr. Im Bereich Pforzheim/Nagold stieg dagegen die Zahl der Bewerber untypischerweise leicht um 1,2 Prozent an, aber auch dort sind noch 1.700 Ausbildungsplätze frei. Auf 470 junge Leute, die noch auf der Suche sind, kommen viermal soviele offene Stellen.

"Wer mobil und flexibel ist, für den waren die Chancen noch nie so gut wie heute.“

Im Nordschwarzwald rechnet jeder fünfte Betrieb damit, nicht alle Lehrstellen besetzen zu können. Ähnlich sieht es in allen anderen Regionen aus. In nahezu allen Gewerken werde händeringend Nachwuchs gesucht, teilte die Handwerkskammer Karlsruhe mit. Ganz besonders in boomenden Branchen wie alles, was mit Heizung und Klima zu tun habe. Aber auch im Kfz-Handwerk sowie in kaufmännischen und Medienberufen, werde es immer schwieriger, alle Stellen zu besetzen. Im Raum Karlsruhe/Rastatt etwa gibt es in diesem Bereich noch 600 freie Stellen.

Auszubildende überall Mangelware (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Auch das Kfz-Handwerk benötigt dringend Nachwuchs Picture Alliance

Handwerk will mit Karrierechancen und guten Verdienstmöglichkeiten locken

Die Schere zwischen Angebot und Nachfrage gehe schon seit Jahren immer weiter auseinander, sagt Stefan Gauß von der Agentur für Arbeit Nagold/Pforzheim. Auf vielerlei Weise versucht man, dieser Entwicklung etwas entgegenzusetzen. So hat das Handwerk eine Imagekampagne gestartet. Und in Pforzheim zum Beispiel ist die Agentur für Arbeit ab September an der Hochschule präsent, um gezielt Studienabbrecher anzusprechen.

Es gelte die jungen Leute über die Karrierechancen im Handwerk aufzuklären, so die Kreishandwerkerschaft Pforzheim. Denn nirgendwo könne man schneller selbständig werden wie im Handwerk, mit Verdienstmöglichkeiten, die durchaus mit denen von Hochschulabsolventen vergleichbar seien.

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Peter Lauber