Exponat in der Ausstellung "Die Hand Gottes" in Pforzheim (Foto: SWR, Peter Lauber, SWR)

Blick auf das Massenphänomen Fußball

Fußball und Kunst in der Ausstellung "Die Hand Gottes" in Pforzheim

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AUTOR/IN
Peter Lauber

Freude, Freundschaft, Trauer, Rassismus – Fußball ist ein Massenphänomen, das weltweit bewegt und elektrisiert. Die Ausstellung "Die Hand Gottes" in Pforzheim will genau das zeigen.

Wer die Ausstellung "Die Hand Gottes" im Pforzheimer Alfons-Kern-Turm betritt, wird gleich mitten hinein genommen in die für viele so faszinierende Welt des Fußballs. Auf dem Boden liegt Rollrasen, ein Tor und eine kleine Tribüne sind aufgebaut.

Auf zwei Stockwerken will Kurator Janusz Czech zeigen, wie Fußball begeistern und Kulturen zusammenbringen kann, andererseits aber auch Diskussionen auslösen. Diskussionen über Menschenrechte und Emanzipation, über Rassismus oder Korruption. Dazu werden Filme, Fotografien und Installationen von rund 20 Künstlern und Filmemachern gezeigt.

"Die Ausstellung macht deutlich, in wie vielen unterschiedlichen Bereichen unserer Gesellschaft dieser Sport eine Rolle spielt."

Im ersten Raum hängen zahlreiche großformatige Fotos, die auf den ersten Blick aussehen wie Fußballsammelbilder. Das Projekt "Cards of Qatar" der Magazine "11 Freunde" und "Blankspot" zeigt Portraits von asiatischen Arbeitern, die beim Bau der WM-Stadien in Quatar ums Leben gekommen sind.

Ein Schwerpunkt: Die dunkle Seiten der WM in Katar

Überhaupt nimmt die kommende Fußball-WM in Katar viel Raum in der Ausstellung ein. So hat Fotograf Mohamed Badarne beispielsweise Arbeiter aus Nepal beim Stadionbau in Katar begleitet und zeigt ihre oft schäbigen Unterkünfte.

"Wir sehen eine moderne Form der Sklaverei, in der der Arbeiter alle seine Rechte abgibt. Arbeiterrechte existieren nicht."

Exponat in der Ausstellung "Die Hand Gottes" in Pforzheim (Foto: SWR, Peter Lauber, SWR)
"Caqrds of Qatar" - verunglückte Arbeiter als Sammelbilder Peter Lauber, SWR

Diskussion und Vernissage: Fußball in der Gesellschaft

Zur Eröffung der Ausstellung am 7. Oktober sind Journalisten, Autoren und Wissenschaftler zu Gast. Sie diskutieren mit den Besucherinnen und Besuchern über den Stellenwert von Fußball, seiner gesellschaftlichen Position und seinem Einfluss. Unter anderem ist auch Ronny Blaschke dabei, Journalist und Autor der Buches "Machtspieler". In der Ausstellung sind Fotos von seinen Recherchen zu sehen, die er zum Thema "Fußball und die Mächtigen" gemacht hat.

"Ich bin dafür, den Fussball zu kontrollieren wie die Politik und die Wirtschaft. Als Fan nur Idealismus zu haben, ist naiv. Fussball ist ein knallhartes Geschäft."

Ronny Blaschke, freier Journalist (Foto: SWR, Martin Besinger, SWR)
Ronny Blaschke, freier Journalist Martin Besinger, SWR

Streifzug durch Ausstellung als Wechselbad der Gefühle

In der Ausstellung werden auch mehrere Filme gezeigt. Dokumentationen über schwarze Spieler in Deutschland, über die Geschichte der Fußball-Hymne "You’ll never walk alone" oder über Fußballlegende Diego Maradona, dem Namensgeber der Ausstellung, der in seinem Heimatland Argentinien bis heute wie ein Gott verehrt wird.

Die Ausstellung "Die Hand Gottes" ist ein künstlerischer Streifzug durch die Welt des Fußballs. Ein Auf und Ab der Gefühle - an der einen Stelle will man weinen, an der anderen jubeln. Eigentlich genauso wie ein Spiel im Stadion, sagt Kurator Janusz Czech.

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Peter Lauber