Das deutsch-kanadische Luftwaffenmuseum in Söllingen auf dem Gelände des Baden Airpark.

Museum erzählt deutsch-kanadische Geschichte

Alte Flugzeuge der Luftwaffe: Ein Stück Kanada am Baden Airpark

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AUTOR/IN
Fabiola Germer
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Bis 1994 war die kanadische Luftwaffe am Baden Airpark in Rheinmünster Söllingen stationiert. Ein Museum erzählt Geschichten aus dieser Zeit. Sie prägt Deutsch-Kanadier bis heute.

"Millitärkinder sind nirgendwo richtig zu Hause. Aber ich fühle mich an zwei Orten wohl: Kanada und Deutschland", erklärt Donald Woods. Um seine besondere Geschichte zu erzählen und für andere begreifbar zu machen, hat er das deutsch-kanadische Luftwaffenmuseum auf dem Gelände des Baden Airparks in Rheinmünster-Söllingen eröffnet. Nach der Winterpause ist es jetzt wieder für die Besucher geöffnet.

Das Luftwaffenmuseum am Baden Airpark stellt alte Flugzeuge der kanadischen Luftwaffe aus.
Das Museum ist in einem ehemaligen Hangar untergebracht.

Alte Flugzeuge im ehemaligen Hangar am Baden Airpark

Seit fast 25 Jahren gibt es das Museum in einem ehemaligen Hangar auf dem Gelände des Baden Airparks. Alte Militärflugzeuge, Flugabzeichen, aber auch Uniformen sind hier ausgestellt. Für den ersten Vorsitzenden Donald Woods ist das ein Teil seiner eigenen Geschichte: Sein Vater, gebürtiger Kanadier, war hier als Soldat stationiert.

Die Kanadier haben die Deutschen geliebt, das Essen geliebt, den Schwarzwald geliebt. Sie waren gerne hier.

Soldaten der Luftwaffe finden ein neues Zuhause in Deutschland

Vorher sei sein Vater in Nordrhein-Westfalen stationiert gewesen. Dort lernte er seine deutsche Frau kennen. Sie heirateten, bekamen Kinder und wurden an die kanadische Airbase nach Rheinmünster versetzt.

Donald Woods hat seine Wurzeln auch in Kanada und hat das Luftwaffenmuseum am Baden Airpark eröffnet.
Donald Woods hat seine Wurzeln auch in Kanada und hat das Luftwaffenmuseum am Baden Airpark eröffnet.

Ihre Familie sei nur ein Beispiel von vielen, sagt Donald Woods. Über die Jahre sind hier viele deutsch-kanadische Familien und Verbindungen entstanden. "Diese Freundschaften halten bis heute."

Ein Stück Kanada in Rheinmünster

Quebec Avenue, Victoria Boulevard, Toronto Avenue - noch heute finden sich auf dem Gelände des Baden Airparks Straßennamen, die an Kanada erinnern. Im Museum ist zum Beispiel Probesitzen in einem Cockpit möglich. "Ich finde es immer toll, wenn die Leute hier reinkommen und sagen: Ich wusste gar nicht, dass das hier existiert und sich dann in ein Cockpit reinsetzen, und staunen, wie eng es ist", schmunzelt Woods.

Luftwaffenmuseum ist auf Spenden angewiesen

Im Museum läuft alles auf Spendenbasis. Auch der Eintritt ist frei. 20 ehrenamtliche Helfer wie Donald Woods und seine Frau kümmern sich um das Museum in ihrer Freizeit und halten es in Schuss. Auch die Ausstellungsstücke sind Spenden. Sie stammen von ehemaligen Soldaten oder deren Kindern. "Manchmal findet jemand im Keller noch etwas vom Großvater oder Vater und ruft uns dann an", erzählt Donald Woods. "Das freut uns immer sehr."

Er möchte dem Museum in dieser Saison etwas frischen Wind einhauchen, zum Beispiel mit einem Flugsimulator. Das Museum hat immer sonntags zwischen 13 und 17 Uhr geöffnet.

Neben Flugzeugen sind auch Abzeichen kanadischer Soldaten im Museum am Baden Airpark ausgestellt.
Neben Flugzeugen sind auch Abzeichen kanadischer Soldaten im Museum am Baden Airpark ausgestellt. Bild in Detailansicht öffnen
So sah die Uniform kanadischer Soldaten der Luftwaffe aus, die am heutigen Baden Airpark stationiert waren.
So sah die Uniform kanadischer Soldaten der Luftwaffe aus, die am heutigen Baden Airpark stationiert waren. Bild in Detailansicht öffnen
Mehrere Flugzeuge der kanadischen Luftwaffe sind noch original erhalten.
Mehrere Flugzeuge der kanadischen Luftwaffe sind noch original erhalten. Bild in Detailansicht öffnen

Aus Besatzern wurden Freunde

Nach dem Zweiten Weltkrieg, während der Besatzungszeit, wurden kanadische Streitkräfte auf dem damaligen Militärflugplatz stationiert. Insgesamt 40 Jahre, bis 1994, war der heutige Baden Airpark die kanadische Airbase Söllingen.

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Natürlich bedeute Militär auch Krieg, sagt Woods. Aber es gehe um mehr. "Es geht auch um die deutsch-kanadische Freundschaft. Das ist ein Teil der Geschichte, und das muss man versuchen, freundschaftlich zu bewahren. Und nicht die Kriegsgeschichten", sagt Woods. Auch wenn die aktuelle Weltlage das Thema Krieg wieder sehr aktuell mache.

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