Ein Mann mit einem tätowierten Arm beim Blutspenden

Leiterin der Heilbronner Blutbank warnt

Weltblutspendetag: "Von einem Engpass in den nächsten"

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Peter Wedig
Peter Wedig

Seit Jahren geht die Spendenbereitschaft von Blut zurück, warnt man bei der Blutbank der SLK-Kliniken in Heilbronn. Gleichzeitig steigt der Bedarf - auch dank besserer Diagnosen.

"Es gibt nie genügend Blutprodukte", berichtet Astrid Stäps, Leiterin der Transfusionsmedizin und der Blutbank am SLK-Klinikum in Heilbronn. Seit zwei bis drei Jahren rette man sich von einem Versorgungsengpass in den nächsten. Die Blutspenden würden seit Jahren zurückgehen - warum, das wisse sie leider nicht. Gleichzeitig steigt aber der Bedarf an Blutprodukten. Zum Weltblutspendetag am Freitag erhofft sich Stäps deswegen vor allem, dass Blutspenden für die meisten einfach präsenter in den Köpfen wird.

Bedarf steigt, auch dank besserer Diagnosen

Denn man müsse immer bedenken: Es gibt keine Möglichkeit, Blut künstlich herzustellen. Gerade bei Tumorerkrankungen werden für Operationen und Chemotherapien Blutprodukte benötigt - und zwar kontinuierlich. Dass solche Erkrankungen immer besser und dadurch häufiger diagnostiziert werden, sei natürlich gut für Patientinnen und Patienten, so Stäps weiter. Steigere aber eben auch den Bedarf an Blutspenden.

Das Thema ist hochbrisant.

Blutspenden auch viele Vorteile für den Spender. Unter anderem ist Blut zu spenden gut für den Blutdruck.
Menschen, die Blut spenden, tun dies vor allem, um anderen zu helfen. Doch die Spender müssen Vorgaben beachten.

Strenge Richtlinien, wann man Blut spenden darf

Wäre ein Ansatz, die strengen Richtlinien zu lockern, wann jemand spenden darf? Das sei auf keinen Fall eine Option, erklärt Stäps. Die Vorgaben hätten sich über Jahre bewährt. Zum Beispiel wenn jemand von einer Fernreise zurückkommt, kann er bis zu einem halben Jahr für eine Spende gesperrt sein. Das sei aber auch nötig, denn beispielsweise Malaria könne sich unter Umständen erst mit einer langen Verzögerung bemerkbar machen.

Eine Einschränkung wurde im vergangenen Jahr aufgehoben: So ist die sexuelle Orientierung kein Ausschlusskriterium mehr.

Blutspenden einfach mal ausprobieren

Das Gefühl, dass man was Tolles geleistet hat, das ist auch eine schöne Erfahrung.

Ob der eigene Körper eine Spende besser oder schlechter verträgt, das müsse man "einfach mal ausprobieren", rät Stäps. Ein Vorteil sei, dass man ganz nebenbei auch eine ärztliche Untersuchung bekommt. Sorgen vor einer Infektion oder ähnlichem seien unnötig, das verwendete Material für die Spende werde nur einmalig genutzt.

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