SLK-Kliniken Heilbronn Eingang (Foto: SWR, SWR)

Zukunft für Heilbronn, Bad Friedrichshall und Löwenstein

Krankenhausreform: Warum für SLK-Kliniken in Heilbronn keine Revolution kommt

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Die Bundes- und die Landesregierung wollen die Krankenhausreform voranbringen. Dabei sollen Fachbereiche konzentriert werden. Die SLK-Kliniken fürchten keine Einschnitte.

Der Geschäftsführer der SLK-Kliniken in Heilbronn, Thomas Weber, sieht seine Standorte im Landkreis Heilbronn gut gewappnet für die bundesweit diskutierte Krankenhausreform. Schon jetzt gebe es beispielsweise keine Urologie mehr in beiden Kliniken in Heilbronn und Bad Friedrichshall (Kreis Heilbronn). Doppelstrukturen seien im Landkreis schon selbstständig abgebaut worden.

"Vieles, was jetzt in diesem Eckpunktepapier angedacht ist, haben wir in der Vergangenheit schon für uns realisiert, sodass wir diese Doppelstrukturen in dem Maße gar nicht mehr haben."

Gesundheitsminister Lucha für Krankenhausreform

Im Zuge der Krankenhausreform ist eine stärkere Spezialisierung der Kliniken geplant. Demnach sollen nicht alle Krankenhäuser alle Leistungen anbieten, sondern bestimmte medizinische Leistungen sollen an speziellen Kliniken gebündelt werden.

Landesgesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) sieht in den Vorschlägen von Bundesminister Karl Lauterbach (SPD) eine gute Arbeitsgrundlage. Ziel müsse es nach den Worten Luchas sein, die Angebote besser abzustimmen: Etwa mit komplexen medizinischen Eingriffen in größeren Kliniken, während die ambulante Versorgung wohnortnah auch in Gesundheitszentren erfolgen könne.

Neubau am Klinikum am Gesundbrunnen und Plattenwald

Das Klinikum am Gesundbrunnen bleibe weiterhin das Flaggschiff und die Lungenklinik in Löwenstein (Kreis Heilbronn) stehe weiterhin für ihre Spezialisierung, so SLK-Geschäftsführer Thomas Weber. Am Klinikum am Plattenwald müsste am meisten neu organisiert werden. Dafür sei der Neubau allerdings flexibel genug.

Was sagen Patienten zu den Reformplänen?

Je weniger Häuser alles anbieten, desto länger werden die Wege. Was halten die Patienten davon? Frank Stroh, der Heilbronner Vorsitzende des Sozialverbands VdK, findet die Entwicklungen gut. Schon jetzt hätten sich die Patienten an die längeren Fahrtwege gewöhnt, sagt er.

"Man muss dann abwägen, was ist denn gescheiter? Die kürzere Erreichbarkeit oder die bessere Versorgung?"

Für ver.di Heilbronn bleiben die Fallpauschalen ein Problem

Ein wichtiger Aspekt der Reform: Die Fallpauschalen sollen an Bedeutung verlieren. Das heißt, die Krankenhäuser bekommen grundsätzlich mehr Geld fürs Bereitstellen ihrer Leistungen als nur für die tatsächlich angenommenen Fälle. Doch ob das den Job attraktiver macht - die Betroffenen sind da nicht so zuversichtlich. Die Heilbronner Gewerkschaftsgeschäftsführerin Katharina Kaupp von ver.di sagt, dafür müsse man weg von der Ökonomisierung des Gesundheitssystems.

"Es ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, aber dass es bei den Kolleginnen und Kollegen ankommt, das glaube ich nicht."

Als sehr revolutionär wird der Plan für die Krankenhausreform hier im Stadt- und Landkreis Heilbronn also nicht wahrgenommen. Denn die tatsächlichen Änderungen werden sich wohl in Grenzen halten.

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