Ein Luftbild der einstürzenden Türme des World Trade Centers in New York am 11. September 2001 (Foto: dpa Bildfunk, NIST)

Markus Albrecht unterstützte in New York Rettungskräfte

20 Jahre nach 9/11 - ein Ersthelfer aus Heilbronn berichtet

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20 Jahre ist es her, da starben rund 3.000 Menschen während der Terroranschläge am 11. September in den USA. Der 51-jährige Heilbronner Markus Albrecht war vor Ort und erinnert sich.

Eigentlich wollte Markus Albrecht seine spätere Frau in New York besuchen. Doch dann kam alles anders: Auf einmal stand er mitten in den Trümmern des World Trade Centers. Wenige Minuten nachdem die Twin Towers eingestürzt waren, noch ahnungslos vom Ausmaß, eilte der Heilbronner zum Unglücksort. "Für einen Moment war New York totenstill", erinnert sich der heute 51-Jährige.

Albrecht wusch zahllosen Feuerwehrleuten die vom Staub zugequollenen Augen aus. Er suchte nach Verschütteten, half erschöpften Helfern mit einer Sauerstoffflasche, wieder zu Kräften zu kommen. Tagelang unterstützte er, wo er konnte. Was bleibt, sind die Erinnerungen. Die Bilder im Kopf und seine schier unglaublichen Fotografien.

Er war dabei, als sich die Welt veränderte. Im Landesschau-Studio des Südwestrundfunks erzählt er, wie er diese Momente erlebt hat und was sie mit ihm gemacht haben.

"Keine Frage, ich muss helfen!"

Dass sich der damals 31-jährige Heilbronner am 11. September 2001 dazu entschloss, nicht vor dem Unglück in New York davon zu laufen, sei seiner Ausbildung beim Roten Kreuz in Frankenbach (Kreis Heilbronn) geschuldet, erzählt er.

"Wenn man so eine Ausbildung zum Sanitäter hat, denkt man nicht zwei Mal nach. Wir waren Teil des Katastrophenschutzes, der Sanitätszug in Frankenbach. Für mich war klar: Da muss man hin und schauen, ob man helfen kann. Ich bin allerdings auch von einem anderen Szenario ausgegangen."

Er hatte viele Verletzte erwartet, die es aber nicht gegeben habe. "Wir haben dann versucht, Überlebende in den Trümmern zu finden, aber da war nichts mehr zu finden", fasst er die Situation zusammen. Stattdessen habe er sich Sauerstoffflaschen besorgt und die Feuerwehrleute und andere Helfer mit Sauerstoff und dem Nötigsten versorgt.

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Bilder werden für immer im Kopf bleiben

Natürlich habe er auch heute noch die Terroranschläge und die Ereignisse und Erlebnisse von vor 20 Jahren im Kopf, wenn er heute an New York denkt. Nach eigener Aussage verfolgen ihn die Bilder aber nicht. Und auch sein Leben oder das seiner Frau habe das Erlebte nicht nachhaltig beeinflusst, sagt er. "Das war kein Wendepunkt für uns oder ist ein großes Gesprächsthema. Ich war dort, ich habe das gemacht und gut."

Daher würde er auch gerne irgendwann wieder nach New York reisen, die alten Plätze noch einmal sehen und fotografieren, die er vor 20 Jahren abgelichtet hat.

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