Zentrum für Psychiatrie in Weinsberg (Archivbild)

Bundesdirektorenkonferenz zur Krankenhausreform

Führende Köpfe der psychiatrischen Kliniken in Weinsberg

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Jan Arnecke
Jan Arnecke

Bei der Bundesdirektorenkonferenz der psychiatrischen Kliniken in Weinsberg tauschen sich die führenden Köpfe zur Krankenhausreform aus. Ein wichtiger Punkt: Bürokratieabbau.

In Weinsberg (Kreis Heilbronn) trifft sich am Donnerstag und Freitag der Verband der leitenden Ärztinnen und Ärzte der Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie im dortigen Zentrum für Psychiatrie (ZfP). Unter dem Motto "Quo vadis Psychiatrie? Implikationen aus der Krankenhausreform" soll es um offene Fragen gehen, um den Austausch eigener Ideen zur Reform und um die Zukunft, denn es gebe noch offene Fragen, erklärt Dr. Matthias Michel, der ärztliche Direktor am ZfP Weinsberg.

Psychiatrische Kliniken dürfen nicht vergessen werden

Vieles ist noch unklar, wenn es um die Krankenhausreform geht. Doch eines steht fest: Oft konzentriert man sich auf die somatischen Krankenhäuser. Die psychiatrischen Kliniken fordern daher, sie nicht zu vergessen. Schließlich hätten sie gerade während der Corona-Pandemie noch einmal stark an Bedeutung gewonnen, erklärt Michel.

Weniger Bürokratie bedeutet mehr Zeit für die Patienten

Eine weitere Forderung, um die es am Donnerstag und Freitag geht: Bürokratieabbau. Wie schon die Metall- und Elektroindustrie belastet auch das ZfP Weinsberg eine "überbordende Bürokratie", so Michel. Man müsse minutengenau dokumentieren, wie, wann und aus welchem Grund der Patient behandelt wird oder warum ein Patient beispielsweise weiterhin behandelt werden muss. Hier ließe sich viel Zeit einsparen, die wiederum zur Betreuung, Behandlung und Pflege der Patienten genutzt werden könnte.

Diese Aufgaben betreffen dann oft auch die Pflegerinnen und Pfleger selbst und von denen gebe es ohnehin schon wenig - Thema Fachkräftemangel. Das würde also nicht nur die Pflegenden entlasten, sondern auch den Patientinnen und Patienten zugutekommen.

Refinanzierung von Tariferhöhungen

Ein weiterer wichtiger Punkt sei die Refinanzierung von Tariferhöhungen. Mehr Geld zu zahlen sei richtig und wichtig, betont Michel, doch die Kliniken müssten das auch refinanziert bekommen. Im Klinikalltag bedeutet das: Kürzungen von Leistungen oder gar Streichungen. Denn anders als beispielsweise der Handel könne man nicht einfach die Preise erhöhen und die Mehrkosten so an die Kundschaft weitergeben, so Michel.

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