Streik in Schwäbisch Hall

Kur- und Klinikverwaltung sowie Vulpius Klinik betroffen

Klinik-Streik: Rund 70 Streikende aus Bad Rappenau in Isny

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AUTOR/IN
Jan Arnecke
Ulrike Schirmer

Anlässlich der dritten Tarifverhandlungen mit dem Verband privater Klinikträger Baden-Württemberg ruft die Gewerkschaft ver.di unter anderem in Bad Rappenau zum Streik auf.

Ausnahmezustand in der Vulpius Klinik in Bad Rappenau (Kreis Heilbronn): Nach Auskunft von ver.di haben sich am Dienstagmorgen rund 70 Streikende auf den Weg nach Isny im Allgäu gemacht. Denn dort soll es ab 12 Uhr eine Kundgebung geben. Anlass ist die dritte Tarifverhandlung zwischen der Gewerkschaft ver.di und dem Verband der privaten Klinikträger Baden-Württemberg, die am Dienstag startet.

Der Bus mit rund 60 Streikenden der Kur- und Klinikverwaltung sowie der Vulpius Klinik sei bis auf den letzten Platz besetzt gewesen, sodass noch Streikende mit Privat-Pkw hinterherfahren mussten, sagte Yvonne Baumann von ver.di dem SWR.

Streikende aus Bad Rappenau auf dem Weg zur ver.di-Kundgebung nach Isny
Streikende aus Bad Rappenau auf dem Weg zur ver.di-Kundgebung nach Isny

Streiks schränken Klinikbetrieb in Bad Rappenau ein

Das habe auch Auswirkungen auf den Klinikbetrieb, wie Sprecher Ingmar Schiedel von der Kur- und Klinikverwaltung Bad Rappenau dem SWR bestätigte. Es werde am Dienstag keine neuen Anreisen geben, auch das Speiseangebot musste reduziert werden.

"Zudem können am heutigen Tag nicht alle therapeutischen Maßnahmen durchgeführt werden", sagte er. Man bemühe sich aber, die Auswirkungen für die Patienten so gering wie möglich zu halten.

Gehaltsunterschiede zum öffentlichen Dienst

Die Verhandlungen laufen bereits seit dem 3. April und auch in der letzten Verhandlungsrunde habe es keine Annäherung zwischen dem Verband und der Gewerkschaft gegeben, teilte Letztere schriftlich mit. Am Dienstag wird in Isny (Allgäu) weiter verhandelt.

"Die aktuell angebotenen sechs Prozent bedeuten [...] noch einen Gehaltsunterschied von rund 15 Prozent zum öffentlichen Dienst. Kein Wunder, dass unser Personal geht."

Neue Eingruppierung soll Berufsgruppen aufwerten

ver.di fordert für die Beschäftigten die Überarbeitung und Aufwertung aller Berufsgruppen durch eine neue Eingruppierungssystematik, eine neue Entgelttabelle und eine Stufenregelung. Die Gehälter sollen um 10,5 Prozent, mindestens aber um monatlich 500 Euro steigen. Zudem wird eine Jahressonderzahlung - beispielsweise "Weihnachtsgeld" - in Höhe einer Monatsvergütung gefordert.

Laut der Mitteilung der Gewerkschaft hätte die Gegenseite sechs Prozent Tabellensteigerung angeboten, was im Vergleich zum öffentlichen Dienst (TVöD) aber weiterhin einen Gehaltsunterschied von 15 Prozent bedeuten würde.

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