Hegau-Bodensee-Klinikum in Singen (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa/Patrick Seeger)

Diskussion zu Krankenhaus-Reform im Kreis Konstanz

BUND kritisiert geplanten Klinik-Neubau

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Die Ortsverbände des BUND in Singen und Radolfzell fordern, die Pläne für den Neubau eines Krankenhauses im Kreis Konstanz zu überdenken. Sie sind stattdessen für den Ausbau der bisherigen Krankenhäuser.

Aus ökologischen, finanziellen und praktischen Gründen sprechen sich die Ortsverbände des BUND in Singen und Radolfzell (Kreis Konstanz) für die Sanierung sowie den Ausbau der bisherigen Krankenhäuser in Singen und Radolfzell aus. Der geplante Neubau eines Krankenhauses im Kreis Konstanz solle nochmal überdacht werden, heißt es von den BUND-Sprechern. Das Gutachten, das den Neubau eines Krankenhauses empfiehlt, sei vor dem Ukraine-Krieg erstellt worden. Seitdem hätten sich die Verhältnisse dramatisch verändert, beispielsweise was die Kosten für Neubauprojekte angehe.

Neubau kann Waldgebiete und Lebensräume zerstören

Darüber hinaus kritisieren die Umweltschützer, dass ökologische Kriterien bisher zu wenig berücksichtigt würden. Es könne zu Waldverlust kommen, eine Neuversiegelung von Böden würde Biotope zerstören. Die BUND-Ortsverbände rechnen für ein neues Großkrankenhaus im Kreis Konstanz mit einem Flächenverbrauch von bis zu 100 Hektar, dies sei eine Fläche so groß wie 93 Fußballfelder.

BUND fordert Beachtung ökologischer Kriterien

Zu einer ökologischen Vorsorge gehöre beispielsweise auch die Erreichbarkeit des Krankenhauses mit öffentlichen Verkehrsmitteln, mit dem Fahrrad oder zu Fuß, heißt es in einer Mitteilung des BUND. Beim Neubaustandort Singen sei der Bau eines neuen Seehas-Haltepunkts inclusive Bushaltestellen vorgeschlagen worden. Beim Radolfzeller Standort sei ein Shuttlebus vorgesehen, für den ebenfalls der Bau von Bushaltestellen am Krankenhaus und an Bahnhöfen erforderlich sei. Kosten, die beim Erhalt des bisherigen Standorts nicht anfallen würden. In einer Zeit des Klimawandels und großen Insekten- und Artensterbens müssten bei der Standortsuche für ein so flächenfressendes Projekt und bei der Prüfung möglicher Varianten ökologische Kriterien auf jeden Fall einbezogen werden, heißt es in der Mitteilung des BUND weiter.

Man habe den Eindruck, dass die Verantwortlichen Wald, Äcker und Biotope genauso leichtfertig preisgeben wie schon in den vergangen Jahrzehnten, so der BUND. Nach ihrer Auffassung gehe es aber nicht allein darum, ob die Gesundheitsvorsorge kostengünstiger organisiert werden könne, sondern auch um Nachhaltigkeit.

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