Live-Blog zu Corona in Baden-Württemberg (Foto: SWR)

Das Coronavirus und die Folgen für das Land

Live-Blog zum Coronavirus in BW: Montag, 27. Juni 2022

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Das war der Montag in Baden-Württemberg

BW will sich für Corona-Herbst wappnen

21:25 Uhr

Baden-Württemberg will angesichts einer drohenden Corona-Welle im Herbst Vorkehrungen treffen - allerdings sind der Landesregierung wegen der noch ausstehenden Entscheidungen im Bund auch ein Stück weit die Hände gebunden. Am Dienstag wollen Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) eine Bilanz und einen Ausblick des Corona-Managements geben. Zuletzt hatten beide Grünen-Politiker gefordert, dass die Ampel in Berlin das Infektionsschutzgesetz schnell so ändern müsse, dass die Länder im Herbst wieder Maskenpflicht und Kontaktverbote anordnen könnten. Klar ist aber, dass es ab Ende Juni auch in Baden-Württemberg keine kostenlosen Corona-Bürgertests in Teststellen und Apotheken für alle geben wird.

Baden-Württemberg

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Wirtschaftsministerium beziffert Corona-Hilfen auf 130 Milliarden Euro

20:04 Uhr

Die Corona-Hilfen für Unternehmen belaufen sich nach Angaben des Wirtschaftsministeriums seit März 2020 auf rund 130 Milliarden Euro. Auf Zuschüsse entfielen dabei 71 Milliarden Euro, auf Kredite der staatlichen Förderbank KfW knapp 59 Milliarden und gut neun Milliarden auf Rekapitalisierungen durch den Corona-Krisenfonds WSF. Weitere Mittel seien über das Kurzarbeitergeld, Steuerstundungen und das damalige Konjunkturpaket bereitgestellt worden. Die zahlreichen Zuschussprogramme in der Pandemie, die immer wieder in der Kritik standen als zu bürokratisch und zu langsam, laufen zum 30. Juni 2022 aus. Insgesamt seien fast fünf Millionen Anträge gestellt worden. Hinzu kommen rund 170.000 Anträge auf Kredite.

Hausärzte: Neue Regeln für Corona-Tests ein Bürokratiemonster

19:50 Uhr

Der Deutsche Hausärzteverband hat die künftigen Regeln für Corona-Bürgertests mit drei Euro Zuzahlung kritisiert. Die Pläne seien ein Bürokratiemonster mit zum Teil haarsträubenden Regelungen, sagte der Vorsitzende Ulrich Weigeldt. Es sei nicht Aufgabe der Praxisteams, zu kontrollieren, ob jemand am Abend beispielsweise ein Konzert besuche und daher anspruchsberechtigt sei. Dass Patienten im Zweifel in einer Art Selbsterklärung Angaben dazu machen sollten, führe zu Zettelwirtschaft, vielen Nachfragen und Unklarheiten. Weigeldt machte deutlich, dass Praxen gezwungen würden, eine Barkasse einzurichten und für manche Tests drei Euro zu kassieren, könne eigentlich nur ein Scherz sein. "Die Hausärztinnen und Hausärzte sind nicht die Geldeintreiber eines überforderten Staates." Grundsätzlich sei es richtig, die anlasslosen Massentestungen einzuschränken und die Qualität der Tests zu erhöhen. "Dafür müssen auch die Wild-West-Zustände in einigen Testzentren unterbunden werden." Das Angebot mit kostenlosen Corona-Schnelltests für alle soll nach einer Verständigung in der Bundesregierung in dieser Woche zu Ende gehen.

Darum kann man sich nach einer Infektion mit Omikron erneut infizieren

17:41 Uhr

Immer mehr Menschen infizieren sich ein zweites Mal mit dem Coronavirus. Auch diejenigen, die an einer früheren Omikron-Variante erkrankt waren, können sich mit den aktuellen Varianten erneut anstecken. Grund: Durch den meist milden Krankheitsverlauf werden unter anderem weniger Antikörper gebildet, die eine Neuinfektion abwehren könnten. 

Coronavirus-Varianten Reinfektion mit Omikron: wie gefährlich ist das?

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BW: Mehr als 100 Covid-Patienten auf Intensivstationen in Behandlung

17:07 Uhr

In Baden-Württemberg ist die Corona-Sieben-Tage-Inzidenz erneut gestiegen (Stand: 16 Uhr). Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes betrug der Wert 508,8 (Vorwoche: 313,1). Die Gesundheitsämter meldeten 15.742 Corona-Neuinfektionen. Auf den Intensivstationen im Land werden derzeit 101 Patientinnen und Patienten wegen einer Covid-19-Infektion behandelt (Vorwoche: 87). 25 weitere Menschen starben an oder mit dem Coronavirus.

Woche der Diakonie: Pandemieverlierern zurück ins Leben helfen

13:16 Uhr

Bei der diesjährigen "Woche der Diakonie" vom 3. bis 10. Juli stellt die Diakonie Württemberg die "Verlierer der Corona-Pandemie" in den Mittelpunkt. Besonders Kinder und Jugendliche bräuchten "Unterstützung zurück ins Leben", teilte die Diakonie am Montag in Stuttgart mit. Sie hätten während der Pandemie auf wichtige Kontakte und Aktivitäten verzichten müssen, seinen mit dem Lernstoff alleine zuhause oder mit Masken im Unterricht gesessen. "Die Schere zwischen Arm und Reich ist noch größer geworden, benachteiligte Kinder und Jugendliche wurden noch mehr abgehängt", sagte Oberkirchenrätin Annette Noller, Vorstandsvorsitzende der Diakonie Württemberg. Die Woche der Diakonie 2022 wird am Sonntag, 3. Juli um 10 Uhr mit einem Gottesdienst im Ulmer Münster eröffnet.

Kritik am harten Vorgehen bei Verstößen gegen Teil-Impfpflicht

11:31 Uhr

Das Diakonische Werk Württemberg (DWW) kritisiert das harte Vorgehen von Behörden bei Verstößen gegen die einrichtungsbezogene Impfpflicht. Die DWW-Vorstandsvorsitzende Annette Noller forderte, die Gesamtbevölkerung bezüglich des Ansteckungsschutzes in der Corona-Pandemie in die Pflicht zu nehmen. "Wir reden von insgesamt rund fünf Prozent ungeimpfter Pflegekräfte", sagte sie. DWW-Vorstand Kornelius Knapp verwies darauf, dass "die Pandemie längst hinter uns läge", wenn in der Bevölkerung die Impfquote eben so hoch wäre wie bei den Pflegekräften. Das DWW kritisiert außerdem, dass es bei der Umsetzung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht nach wie vor kein einheitliches Verfahren in den einzelnen Landkreisen gebe. Heime hätten keine Handlungssicherheit, auch weil ungeimpfte Beschäftigte bei Bußgeldandrohung kurzfristig kündigen könnten. Das Sozialministerium hatte am Freitag mitgeteilt, dass in Baden-Württemberg aktuell über 450 Bußgeldverfahren gegen Personen laufen, die trotz behördlicher Aufforderung im Rahmen der einrichtungsbezogenen Impfpflicht noch keinen Immunitätsnachweis vorgelegt haben.

Mützenich setzt in Corona-Politik auf Ansage von Kanzler Scholz

11:04 Uhr

SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich glaubt, dass Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) im Ringen der Ampel-Koalition um ein neues Infektionsschutzgesetz ein Machtwort sprechen wird. Dieser werde "die verantwortungsvollen Schritte einfordern, die wir in Zukunft zur Bekämpfung der Pandemie brauchen", sagte Mützenich den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Er betonte, nach jetzigem Stand seien weiterreichende Maßnahmen nötig, als sie aktuell zur Verfügung stünden. Bislang lehnt vor allem die FDP ungeachtet hoher Infektionszahlen die Wiedereinführung strengerer Maßnahmen wie eine Ausweitung der Maskenpflicht ab. Mützenich sagte dazu, er habe sich in der Vergangenheit oft andere Entscheidungen von der FDP gewünscht: "Ich hoffe, dass mittlerweile alle schlauer geworden sind."

Experte: Vereine leiden unter Folgen der Pandemie

6:56 Uhr

Die Corona-Pandemie ist nach Auffassung von Wirtschaftsprofessor Michael Vilain Gift für die Vereine in Deutschland gewesen. "Die hat es sehr gebeutelt, die Folgen werden noch lange zu sehen sein", sagte der Wissenschaftler, der sich mit dem Ehrenamt und Vereinen beschäftigt. Viele Menschen hätten sich zurückgezogen, es habe ein "Rückzug in die Familie und den kleinen Freundeskreis" stattgefunden, stellt Vilain fest. Vor allem Vereine, die auf einer aktiven Mitgliedschaft beruhen, hätten gelitten. So seien die Leute aus Sportvereinen ausgetreten und nicht wieder zurückgekommen. "Die haben sich dann im Fitnessstudio eingeschrieben", sagt der Professor der Evangelischen Hochschule Darmstadt. Nach Vilains Einschätzung wird es eine weitere Auffächerung der Vereinslandschaft geben. Die Zukunft gehöre eher speziellen Clubs wie etwa den Bungee-Jumping-Vereinen und weniger den allgemeinen Sportvereinen. Insgesamt gehe es aber "dem Verein heute gar nicht so schlecht". Die Zahl der ehrenamtlich engagierten Menschen habe sogar zugenommen. Die Zahl der Vereine ist in den vergangenen Jahrzehnten enorm gestiegen: Wurden in den 1950er-Jahren rund 90.000 derartiger Zusammenschlüsse gezählt, liegt die Zahl nach aktuellen Schätzungen bei 600.000 Vereinen in Deutschland.

Tour de France: Corona-Angst bei Rad-Profis

4:39 Uhr

Wenige Tage vor Beginn der Tour de France macht sich bei den Top-Radprofis in Deutschland Sorge vor einer möglichen Corona-Infektion und einem damit verbundenen Aus für die 109. Frankreich-Rundfahrt breit. "Es ist nochmal ein Zittern, bis das Ergebnis kommt. Man merkt nicht einmal was, und auf einmal ist man positiv und mit einem Schlag ist die Vorbereitung seit den Klassikern für die Katz'", sagte beispielsweise Cofidis-Profi Simon Geschke gestern nach seinem dritten Platz bei den deutschen Meisterschaften im Sauerland. Heute steht für alle für die Tour in Frage kommenden Fahrer ein PCR-Test an, der letztlich über den Start bei der am Freitag beginnenden Frankreich-Rundfahrt entscheidet. Bei der Tour de Suisse Mitte Juni hatte eine Corona-Welle das Teilnehmerfeld der 85. Schweiz-Rundfahrt erheblich ausgedünnt. Mehr als 40 Fahrer mussten das Rennen vorzeitig beenden.

Montag, 27. Juni 2022

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