Abfahrtstafel Mannheim Hauptbahnhof

Zugfunksystem gestört

Bahn geht von Sabotage aus: Zugausfälle auch in Baden-Württemberg

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Ein gestörtes Zugfunksystem hat den Bahn-Fernverkehr in Norddeutschland am Samstag zeitweilig zum Erliegen gebracht. Die Bahn nennt Sabotage als Grund. Auswirkungen gab es auch in Baden-Württemberg.

Der Ausfall des Zugfunks hat am Samstag vor allem im Norden Deutschlands Chaos im Bahnverkehr verursacht. Viele Züge fielen dort aus oder hatten massive Verspätungen - aber auch Verbindungen nach Stuttgart, Karlsruhe oder Mannheim waren zwischenzeitlich betroffen.

Nach Aussage der Bahn gehen die Störungen im Funksystem auf Sabotage zurück. "Aufgrund von Sabotage an Kabeln, die für den Zugverkehr unverzichtbar sind, musste die Deutsche Bahn den Zugverkehr im Norden am Vormittag für knapp drei Stunden einstellen", sagte eine Sprecherin am Samstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die zuständigen Sicherheitsbehörden hätten die Ermittlungen aufgenommen.

Genaue Tatorte mittlerweile klar

"Wir haben einen Tatort in Berlin-Hohenschönhausen", sagte später ein Sprecher der Bundespolizeidirektion Berlin der Deutschen Presse-Agentur. "Ein weiterer befindet sich in Nordrhein-Westfalen."

Eine Sprecherin der Bahn, die für Baden-Württemberg zuständig ist, konnte am Samstagnachmittag nicht sagen, wie stark sich die Behinderungen hierzulande bemerkbar machen werden. Inzwischen ist die Störung beim Funksystem der Züge nach Angaben des Unternehmens behoben. Bis wieder alles normal läuft, kann es aber dauern.

ICE von Hamburg nach Stuttgart betroffen

Ausgefallen ist zum Beispiel der ICE von Hamburg nach Stuttgart am Samstagvormittag. Auch andere Verbindungen etwa von Mannheim nach Hamburg waren betroffen.

Wichtige Info für Bahnreisende, die heute aus #Mannheim oder #Karlsruhe Richtung Norden fahren & beispielsweise das Spiel #HSVFCK besuchen möchten. https://t.co/Ajd5KFPupz

Die Bahn bittet Reisende, sich rechtzeitig vor Abfahrt auf ihrer Internetseite www.bahn.de/reiseauskunft, über die App "DB Navigator" oder telefonisch unter 030/2970 über ihre Verbindungen zu informieren.

Ausweichmöglichkeiten über Erfurt und Frankfurt/Main

Zunächst hatte die Bahn lediglich von einer "technischen Störung an der Strecke" gesprochen. "Es gibt derzeit keine Reisemöglichkeiten mit dem Fernverkehr von/nach Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen in/aus Richtung Kassel-Wilhelmshöhe, Berlin und NRW", teilte die Bahn mit.

Auch der ICE-Verkehr zwischen Berlin, Hannover und Nordrhein-Westfalen sei eingestellt, hieß es gegen 9 Uhr am Samstagmorgen. Als Alternative schlug die Bahn Reisenden zwischen Berlin und Köln sowie zwischen Berlin und Baden-Württemberg und der Schweiz vor, Verbindungen des Fernverkehrs mit Umstieg in Erfurt und Frankfurt am Main zu nutzen.

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SWR