Leere Ampullen mit dem Impfstoff von Bavarian Nordic (Imvanex  Jynneos) gegen Affenpocken stehen im Klinikum in einer Schachtel auf einem Tisch. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Sven Hoppe)

Hohe Nachfrage

Affenpocken-Impfstoff reicht in BW nicht für alle aus

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Deutlich mehr Menschen im Land wollen sich gegen die Affenpocken impfen lassen, als Impfstoff verfügbar ist. Und das, obwohl der Bund schon eine zweite Lieferung bereit gestellt hat.

Der Affenpocken-Impfstoff in Baden-Württemberg reicht nicht aus, um allen, denen eine Impfung empfohlen wird, tatsächlich ein Angebot zu machen. Der Bund hat mittlerweile laut Sozialministerium rund 5.200 Impfdosen gegen Affenpocken an Baden-Württemberg geliefert. Vergangene Woche sei die zweite Lieferung eingetroffen, so das Sozialministerium. Die Nachfrage nach Erstimpfungen übersteige aber weiter das Impfangebot.

Mit einer großflächigen Versorgung von Erst- und Zweitimpfungen sei erst im Rahmen weiterer umfangreicher Lieferungen zu rechnen. Diese hat der Bund laut Sozialministerium für Ende September angekündigt.

STIKO: Impfstoff soll nur für Erstimpfungen genutzt werden

Bisher sollen die Impfstellen im Land den sehr begrenzten Impfstoff nur für Erstimpfungen verwenden. Das empfiehlt auch die Ständige Impfkommission (STIKO). Laut STIKO ist damit ein Basisschutz gewährleistet. Eine Zweitimpfung wird demnach frühestens nach 28 Tagen empfohlen.

Wenn der Impfabstand von 28 Tagen überschritten werde, müsse die Impfserie aber nicht neu begonnen werden. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung außerdem weiter nur bestimmten Personengruppen.

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