Wie bereitet man sich auf Stromausfall vor? (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Panama Pictures | Christoph Hardt)

Notfallpaket Stromausfall: Das sollten Sie bei einem Blackout zuhause haben

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Viviane Chartier

Wie wahrscheinlich ist ein längerer Stromausfall in diesem Winter? Und wie können Sie sich auf einen Blackout vorbereiten, damit Sie im Falle eines Falles nicht hungern und im Dunkeln sitzen müssen? Wir geben Tipps, wie Sie sich für den Notfall wappnen.

Seit Wochen gibt es vereinzelt Warnungen vor möglichen Stromausfällen in diesem Winter. So hat etwa der Deutsche Städte- und Gemeindebund solche Befürchtungen geäußert. Er begründet dies mit der Gefahr einer Überlastung des Stromnetzes.

Die Befürchtung: Falls die Gasversorgung ausfällt und viele den in diesem Jahr gekauften Heizlüfter gleichzeitig an die Steckdose hängen, dann könnte das Stromnetz zusammenbrechen.

Wie wahrscheinlich ist ein Blackout?

Alles Panikmache? Flächendeckende, lang andauernde Stromausfälle mit katastrophalen Folgen hält die Bundesnetzagentur allerdings für sehr unwahrscheinlich. Auch stundenweise krisenhafte Situationen im Stromsystem sind nach Einschätzung der Bundesnetzagentur im Winter 22/23 sehr unwahrscheinlich, diese können aber nie vollständig ausgeschlossen werden.

Auch wenn ein Blackout (ein flächendeckender Stromausfall) also unwahrscheinlich ist, Hochwasser oder Sturm, beschädigte Stromleitungen durch Bauarbeiten oder Cyberangriffe können dennoch dafür sorgen, dass der Strom ausfällt.

Das geht nicht mehr bei Stromausfall: Heizen, Kochen, Wasserpumpen 

  • Supermärkte und Geschäfte bleiben geschlossen
  • die Restaurants sind zu
  • Bankautomaten funktionieren nicht mehr
  • Kartenzahlung ist auch nicht mehr möglich
  • zu Hause bleibt der Herd kalt
  • der Kühlschrank fällt aus
  • es kommt kein Wasser mehr aus dem Wasserhahn
  • die Heizung bleibt kalt
  • das Licht geht nicht mehr
  • elektrische Geräte kann man auch nicht mehr anschließen
  • an der Tankstelle gibt es kein Benzin mehr

Was sollte man bei einem Stromausfall zuhause haben? 

Notfallpaket bei Stromausfall: Ein paar Vorräte im Schrank sind im Notfall besser als gar keine. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa | Annette Riedl)
dpa | Annette Riedl

Aus diesem Grund ist es durchaus sinnvoll sich einen Notvorrat an ungekühlten und lange haltbaren Lebensmitteln für mehrere Tage zu besorgen.

Wichtig dabei ist, den Vorrat nach und nach anzulegen und nicht zu hamstern. Kaufen Sie beim nächsten Einkauf am besten immer eine Packung oder Flasche zusätzlich ein. So haben andere auch die Möglichkeit noch was im Regal zu finden.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt einen Notvorrat für 10 Tage anzulegen. Aber auch nur ein bisschen Vorrat, zum Beispiel für drei Tage, ist besser als kein Vorrat. Neben Lebensmitteln ist auch ein Vorrat an Wasser sehr wichtig. Deshalb sollte man zwei Liter Flüssigkeit pro Person und Tag einkalkulieren. In der Rechnung sind allerdings auch schon 0,5 Liter Wasser zum Kochen enthalten. Neben Wasser sollten Sie auch Fruchtsäfte oder andere Getränke in der Speisekammer haben, die länger haltbar sind.

Notfallpaket Stromausfall: 10-tägiger Grundvorrat für eine Person

LebensmittelFür 10 Tage Vorrat
LebensmittelgruppeMenge
Getreide Getreideprodukte Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis3,5 kg
Gemüse, Hülsenfrüchte4,0 kgDenken Sie daran, dass Gemüse und Hülsenfrüchte im Glas oder in Dosen bereits gekocht sind und für getrocknete Produkte zusätzlich Wasser benötigt wird.
Obst, Nüsse2,5 kgBevorraten Sie Obst in Dosen oder Gläsern und verwenden Sie als Frischobst nur lagerfähiges Obst.
Milch Milchprodukte2,6 kg
Fisch, Fleisch, Eier, bzw. Volleipulver1,5 kgBitte beachten Sie, dass frische Eier nur begrenzt lagerfähig sind, Volleipulver ist hingegen mehrere Jahre haltbar.
Fette, Öle0,360 kg
Sonstiges nach Belieben z. B.Zucker, Süßstoff, Honig, Marmelade, Schokolade, Jodsalz, Fertiggerichte (z. B. Ravioli, getrocknete Tortellini, Fertigsuppen), Kartoffeltrockenprodukte (z. B. Kartoffelbrei), Mehl, Instantbrühe, Kakaopulver, Hartkekse, Salzstangen

Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

Einen Ratgeber für den Katastrophenfall inklusive Checkliste stellt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe auf seiner Homepage zur Verfügung.

Lebensmittel regelmäßig verwenden und nachkaufen

Für eine richtige Vorratshaltung gibt es einiges zu beachten. Schauen Sie beim Einkaufen Ihrer Vorräte auf ein langes Haltbarkeitsdatum. Sortieren Sie neue Produkte in Ihrem Vorratsschrank hinten ein und ältere vorne.

Damit der Vorrat nicht verdirbt, sollten Sie die älteren Lebensmittel regelmäßig verbrauchen und neue nachkaufen und damit Ihre Reserven wieder auffüllen. Achten Sie auch darauf, nur Produkte zu kaufen, die sie auch mögen und die Sie vertragen.

Wichtig ist aber auch, dass Sie Lebensmittel vorrätig haben, die Sie im Notfall kalt essen können und die ohne Kühlung haltbar sind. Denken Sie bei ihren Vorräten auch an Spezialkost für Babys, Diabetiker und Allergiker. Und auch Ihre Haustiere wollen im Fall des Falles mit Futter versorgt werden.

Kochen ohne Strom

Wenn der Strom ausfällt, ist ein Gaskocher ein guter Helfer beim Kochen. (Foto: IMAGO,  Panthermedia)
Panthermedia

Nudeln, Reis, Kartoffeln und andere Lebensmittel müssen gekocht werden, damit man sie verzehren kann. Im Falle eines Stromausfalls können ein Gaskocher oder ein Fondue-Set gute Dienste leisten. Auch mit Hilfe eines Stöfchens können beispielsweise Dosenravioli erwärmt werden.

Zum Notvorrat gehören auch Hausapotheke und Hygieneartikel 

Vorräte bei Stromausfall: Die Medikamente in der Hausapotheke sollten regelmäßig auf Haltbarkeit überprüft werden. (Foto: picture-alliance / Reportdienste,  imageBROKER | Jochen Tack)
imageBROKER | Jochen Tack

Achten Sie darauf, dass Sie wichtige Medikamente, die Sie täglich brauchen, vorrätig haben. Schauen Sie nach, ob abgelaufene Medikamente in Ihrer Hausapotheke durch neue ersetzt werden müssen.

Schauen Sie, dass Sie auch ausreichend Hygiene-Artikel wie Seife, Zahnpasta, Feuchttücher, Toilettenpapier, Waschmittel und Händedesinfektionsmittel vorrätig haben. Auch mehrere Müllbeutel können hilfreich sein, um Müll zu lagern, für den Fall, dass er nicht abgeholt werden kann.

Geldautomat außer Betrieb: Bargeld für den Notfall

Vorräte bei Stromausfall: Es schadet nicht eine Bargeldreserve zu Hause zu haben. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / )
picture alliance /

Bei einem Stromausfall funktionieren natürlich auch die Bankautomaten nicht mehr. Deshalb sollten Sie auch ausreichende Bargeldreserven bei sich zu Hause haben.

Kurbelradio, Batterien und Kerzen

Vorräte bei Stromausfall: Mit Hilfe einer Checkliste kann man überprüfen, was man im Notfall zuhause haben sollte. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa Themendienst | Christin Klose)
dpa Themendienst | Christin Klose

Damit Sie sich in einem Krisenfall über die Lage informieren können, ist es ratsam ein Kurbelradio oder batteriebetriebenes Radio für solche Situationen zu haben. Denken Sie auch an die entsprechenden Batterien. Auch Taschenlampen, Ersatzbatterien, Kerzen, Streichhölzer und Feuerzeuge gehören zur Ausstattung für den Notfall. Mit einer aufgeladenen Powerbank können Sie vorübergehend ihr Handy aufladen.

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