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"Schlächter von Lyon" foltert Widerstandskämpfer und deportiert Kinder

Weltberühmt wird Klaus Barbie erst 1983. Da liefert ihn Bolivien nach Frankreich aus, wo man ihm den Prozess macht. Berüchtigt ist er indes seit Jahrzehnten: Als besonders grausamer Gestapo-Offizier, genannt der "Schlächter von Lyon“, foltert er Résistance-Kämpfer und deportiert Juden – auch Kinder.

Flucht über die "Rattenlinie" nach Südamerika als "Klaus Altmann"

Nach 1945 wird Klaus Barbie, der Lehrerssohn aus Trier, ein Spion für die USA. Über die Rattenlinie gelangt er nach Südamerika, wo er als "Klaus Altmann“ Geschäfte macht und Diktatoren im Guerilla-Kampf berät.

Am 25. September 1991 stirbt Klaus Barbie mit 77 Jahren in französischer Haft.

Literatur „Beate & Serge Klarsfeld“: Porträt des Nazijäger-Paares als Graphic Novel

Das deutsch-französische Ehepaar Beate und Serge Klarsfeld hat es sich zur Aufgabe gemacht, ehemalige NS-Verbrecher aufzuspüren und vor Gericht zu stellen. Dabei haben sie mit spektakulären Aktionen versucht, die Öffentlichkeit aufzurütteln. 1968 ohrfeigte Beate Klarsfeld den damaligen Bundeskanzler Kiesinger, 1971 planten sie die Entführung des Gestapo-Chefs Kurt Lischka. In Bolivien konnten sie den „Schlächter von Lyon“ Klaus Barbie ausfindig machen. Mit großem Respekt erzählt eine neue Graphic Novel in einer ebenso beeindruckend detaillierten wie abenteuerlichen Weise vom Leben der Klarsfelds.  mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

Adolf Eichmann

23.5.1960 Israel gibt Festnahme Adolf Eichmanns bekannt

Am 23. Mai 1960 gibt Israels Premierminister David Ben Gurion die Verhaftung Adolf Eichmanns bekannt. Der israelische Geheimdienst Mossad hatte den Organisator des Massenmords an den Juden in Argentinien aufgespürt, entführt und nach Israel gebracht.  mehr...

29.9.1960 Eichmann-Prozess in Vorbereitung – Interview mit Richter Moshe Landau

29.9.1960 | Als in Israel der Prozess gegen Adolf Eichmann näher rückt, ist das internationale Medieninteresse riesig. Und es stellen sich Fragen: Wie soll die Berichterstattung ablaufen? Unter welchen Bedingungen wird die Presse arbeiten können? Dazu äußert sich im folgenden Interview der Vorsitzende Richter Moshe Landau. Es werde keine Militärzensur geben, verspricht Landau. Es werde ein neues Gerichtsgebäude extra für den Prozess errichtet. Die Pressevertreter würden in einem Pressecamp untergebracht werden. Moshe Landau (1912 - 2011) stammte aus Danzig und war 1933 nach Palästina ausgewandert. Die Fragen stellte der in Israel lebende Journalist Mosheh Ya’akov Ben-Gavriel.  mehr...

25.3.1961 Generalstaatsanwalt Fritz Bauer fordert Aufarbeitung der Nazi-Verbrechen

25.3.1961 | In einem Interview aus dem Jahr 1961 erklärt der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, warum es notwendig sei, die Naziverbrechen gerichtlich aufzuarbeiten.  mehr...

11.4.1961 Der Eichmann-Prozess beginnt in Jerusalem

Am 11. April 1961 beginnt in Jerusalem der Prozess gegen den ehemaligen SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann. Adolf Eichmann hat maßgeblich den millionenfachen Mord an den Juden im Nazi-Regime organisiert. Nach dem Krieg floh er über Österreich und Italien nach Argentinien. 1960 gelang es dem israelischen Geheimdienst Mossad, Eichmann in Argentinien zu finden und nach Jerusalem zu entführen, wo ihm nun der Prozess gemacht wird. Wir hören vom Prozessauftakt zwei Berichte, einen aus der Bundesrepublik, einen aus dem DDR-Rundfunk. Zunächst die Reportage des ARD-Hörfunkkorrespondenten Hans-Joachim Netzer mitsamt der vorangehenden Ansage. Dann folgt der Bericht von Kurt Goldstein im Rundfunk der DDR. Reporter Kurt Goldstein ist selbst ein Holocaust-Überlebender, wie er in seinem Bericht deutlich macht als er sagt, die Verlesung der Anklage hätte bei ihm die Bilder aus seiner Zeit in Auschwitz wachgerufen.  mehr...

15.12.1961 Todesurteil gegen Adolf Eichmann

15.12.1961 | Vor der Urteilsverkündung äußert sich Adolf Eichmann vor dem Gericht in Jerusalem in seinem Schlusswort. Es ist der 13. Dezember 1961. Zwei Tage später, am 15. Dezember 1961, verkündet das Gericht schließlich das Todesurteil, vollstreckt im darauffolgenden Jahr: Adolf Eichmann wurde in der Nacht vom 31. Mai auf den 1. Juni 1962 durch Hängen hingerichtet.  mehr...

9.11.1964 Hannah Arendt und die "Banalität des Bösen"

9.11.1964 | Die jüdische Philosophin und ehemalige Heidegger-Schülerin Hannah Arendt beobachtete in Israel den Eichmann-Prozess und schrieb ihre Gedanken darüber in einem Buch mit dem Titel "Eichmann in Jerusalem: Ein Bericht von der Banalität des Bösen" nieder. Sie gelangte darin zu einer neuen Deutung der Nazi-Verbrechen. In einem Gespräch mit dem damaligen NDR-Redakteur und späteren FAZ-Herausgeber Joachim Fest erläuterte sie ihre Thesen.

Der Publizist Micha Brumlik sagte im Gespräch mit SWR2 über das Interview: "So recht Hannah Arendt im Grundsätzlichen hat, hat doch die historische Forschung inzwischen herausgefunden, dass sie sich in Adolf Eichmann getäuscht hat. Das war nicht nur ein Funktionär, sondern ein hasserfüllter und ressentimentgeladener Antisemit. Er hat damals in Jerusalem, flapsig gesprochen, eine Show abgezogen, auf die Arendt hereingefallen ist."  mehr...

Holocaust 6 Millionen ermordete Juden – Woher stammt diese Zahl?

6 Millionen Juden haben die Nationalsozialisten ermordet. Rund 4 Millionen Menschen starben in Konzentrations- und Vernichtungslagern, 2 Millionen durch Massaker. Von Gábor Paál | Text und Audio dieses Beitrags stehen unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.  mehr...

SWR2 Impuls SWR2

Nationalsozialismus

Nationalsozialismus Goebbels‘ Swing-Band – Musik als Propagandamittel

Jazz war in der Nazi-Zeit streng verboten. Doch ausgerechnet Joseph Goebbels ließ eine deutsche Swing-Band NS-Propagandatexte vertonen. So wollte man über Kurzwellensender die Bevölkerung im „Feindesland“ infiltrieren. Denn mit deutscher Marschmusik hätte man kaum Hörer gewonnen. „Charlie and his Orchestra“ nannte sich die Goebbels-Band, deren Schallplattenaufnahmen eher zufällig entdeckt wurden. Von Mechthild Müser (SWR 2011) | Manuskript und mehr zur Sendung: http://swr.li/goebbels-swing-band | Bei Fragen und Anregungen schreibt uns: wissen@swr2.de | Folgt uns auf Twitter: @swr2wissen  mehr...

SWR2 Wissen SWR2

Diskussion Die belastete Moderne – Wie "braun" war die documenta?

Die Kasseler documenta ist seit 1955 die wichtigste Ausstellung für zeitgenössische Kunst weltweit. Die Bundesrepublik bewies damals mit moderner Kunst ihren freiheitlichen, westlich-demokratischen Geist. Eine ihrer Gründerfiguren, der Kunsthistoriker Werner Haftmann, war in den NS-Staat verwickelt und damit keine Ausnahme. Zeit also für Aufräumarbeiten an einem Nachkriegsmythos? Michael Köhler diskutiert mit Dr. Julia Friedrich - Museum Ludwig, Köln, Catrin Lorch -Kunstkritikerin, Süddeutsche Zeitung, Prof. Dr. Julia Voss, Kuratorin  mehr...

SWR2 Forum SWR2

Geschichte Tötungsanstalt Grafeneck – Die NS-Kranken-Morde auf der Schwäbischen Alb

In Grafeneck auf der Schwäbischen Alb töteten die Nazis 1940 mehr als 10.000 Menschen mit Behinderung: Psychisch kranke und behinderte Frauen, Männer und Kinder werden dort in dem Schlossgebäude mit Kohlenmonoxid umgebracht. Die sogenannte Aktion T4 galt als Probelauf vor dem Holocaust und sollte geheim bleiben. Von Pia Fruth. | Manuskript und mehr zur Sendung: http://swr.li/grafeneck | Bei Fragen und Anregungen schreibt uns: wissen@swr2.de | Folgt uns auf Twitter: @swr2wissen  mehr...

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