Karol Szymanowski: Król Roger (König Roger)

Karol Szymanowski: Król Roger (König Roger)

Szene aus "Król Roger" (Foto: Oper Frankfurt - Foto: Monika Rittershaus)
Im sizilianischen Reich des mittelalterlichen Normannenkönigs Roger ist ein Hirte (Gerard Schneider, rechts) aufgetaucht, der einen heidnischen Gott der Ekstase feiert. Oper Frankfurt - Foto: Monika Rittershaus
Die Kirche fordert Einhalt. Doch selbst Roxana, die Frau des Königs (Sydney Mancasola, rechts) erliegt dem Kult. Nach und nach bröckelt auch Rogers (Łukasz Goliński, links) Fassade der Vernunft. Auch er will wie Roxana dem Hirten folgen. Oper Frankfurt - Foto: Monika Rittershaus
König Roger lässt den heidnischen Gott durch seinen arabischen Astronomen und Ratgeber Edrisi im antiken Theater heraufbeschwören. Jetzt offenbart sich ihm der Hirte als Gott Dionysus. Oper Frankfurt - Foto: Monika Rittershaus
Der zurückgelassene, überwältigte Roger opfert am Abgrund der Macht sein Herz der aufgehenden Sonne. Der musikalische Sog ist perfekt inszeniert für dieses Stück der rauschhaften Überwältigung. Oper Frankfurt - Foto: Monika Rittershaus
Musikalisch ist die klangmagische Vereinigung von Orient und Okzident, von Christentum und Antike ein Triumph an der Oper Frankfurt. Mit Łukasz Goliński in der Titelrolle, Gerard Schneider als Hirte und AJ Glueckert in der Partie des Edrisi wird ein Sängerfest gefeiert. Oper Frankfurt - Foto: Monika Rittershaus
Sydney Manascola ist als Roxana die pure Sinnlichkeit der Verführung. Für den Chor und Kinderchor ist es eine absolute Sternstunde, ebenso wie für das Orchester. Oper Frankfurt - Foto: Monika Rittershaus
Sylvain Cambreling wird zu Recht für sein perfektes Dirigat an jenem Haus gefeiert, dem er in den 1990er Jahren als Chefdirigent vorstand. Musikalisch ist dieser Opernabend über jede Irritation erhaben. Oper Frankfurt - Foto: Monika Rittershaus
Das lässt sich so über die Regie von Johannes Erath nicht sagen. Der Bühnenbildner Johannes Leiacker hat einen abstrakten, unterkühlt schwarz-weißen Bühnenraum gebaut.In diesem verengten Bühnenraum spielt sich ein traumartiges Geschehen ab. Oper Frankfurt - Foto: Monika Rittershaus
Man muss den üppigen Symbolismus der Vorlage oder die autobiografischen homoerotischen Aspekte nicht buchstabengenau herausstellen. Warum aber muss der Hirte ausgerechnet wie ein Doppelgänger von Klaus Kinski mit offener Hemdbrust herumlaufen? Oper Frankfurt - Foto: Monika Rittershaus
Fast schon unfreiwillig komisch zeigt die Verführung beim im Rollstuhl sitzenden Edrisi (AJ Glueckert, rechts) Wirkung: wie Stanley Kubricks „Dr. Seltsam“ kann er wieder gehen. Der schwarzgekleidete Chor steht für die Kontrollgesellschaft ein, dann aber auch merkwürdig uninvolviert am Rand des Geschehens. Oper Frankfurt - Foto: Monika Rittershaus
So entsteht eine im Verhältnis zur Musik gebrochene, surreale Bildwelt. Das könnte durchaus reizvoll sein. Wenn am mysteriösen Schluss Roger aber einfach an der Rampe ins Publikum singt und ihm alle anderen den Rücken zukehren, dann ist das einfach unentschlossen. Oper Frankfurt - Foto: Monika Rittershaus
Es ist auch eine Erklärung, ihn nicht klären zu wollen. Musikalisch ist „König Roger“ in Frankfurt sensationell gut, szenisch eher zwiespältig. Oper Frankfurt - Foto: Monika Rittershaus
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