Spieleregal mit Spielesammlung (Foto: SWR)

Spieletipps für die dunkle Jahreszeit

Kartenspiele, Brettspiele und Co.

STAND

Das Wetter Anfang des Jahres ist eher dunkel und ungemütlich. Also die perfekte Zeit, gemeinsam Spiele zu spielen. Wir haben Tipps für den gemeinsamen Spieleabend.

In unserer kleinen Spielesammlung haben wir viele verschiedene Spiele für die unterschiedlichsten Spieltypen zusammengefasst. Es gibt Gesellschaftsspiele, die sich eher für Erwachsene eignen. Wir haben Spiele in der Sammlung, bei denen man gegeneinander spielt oder zusammenarbeiten muss. Und welche, die sich gut für einen Spielemarathon eignen oder für eine kurze, spontane Runde zwischendurch.

Shut the box - ein Würfel-Klapp-Spiel

Man hat eine kleine Holzkiste und zwei Würfel bei "Shut the box" - also "schließe die Box". Und genau so schlicht und einfach wie das Spielzubehör, sind auch die Regeln bei diesem kleinen Spiel. An einer Seite der Holzbox sind zehn Klappen mit den Zahlen 1 bis 10. Die Spieler müssen es schaffen, so viele wie möglich umzuklappen und damit die Box zu schließen. Dabei helfen die beiden Würfel. Würfelt man eine 4, kann man entweder die Klappen mit der 4 umklappen oder man teilt die Augenzahl auf und entscheidet sich dafür die 1 und die 3 umzuklappen. Die Entscheidung ist wichtig, denn irgendwann kommt der Punkt, an dem man mit seinen Würfelaugenzahlen keine Klappe mehr umklappen kann. Alle Holzkläppchen, die übrig bleiben, werden als Strafpunkte aufgeschrieben.

"Shut the Box" ist das perfekte Spiel für zwischendurch. Klein, schnell und einfach. Und es lässt sich überall und mit jedem spielen. Zuhause, in der Kneipe oder im Flugzeug.

Komplexität: Simpel
Für Fans von: Würfelspielen

Skyjo - Kartenspiel für Denksportfans

Bei Skyjo geht es darum, seine Karten so zu tauschen, dass das Blatt am Ende die wenigsten Punkte hat. Der Clou: Die Karten halten die Spieler nicht auf der Hand, sondern legen sie verdeckt vor sich ab. Das heißt, man weiß am Anfang nicht, welche Zahlenkarten man gezogen hat. Nach und nach werden dann Karten getauscht und aufgedeckt und so versucht, die Gesamtpunktzahl herunterzuspielen. Die Spieler können eine Karte vom Nachziehstapel nehmen und gegen eine eigene austauschen oder aber sie legen die nachgezogene Karte weg und decken eine ihrer eigenen Karten auf. Und dabei kann man sich schon ordentlich verzocken.  Skyjo hat jeder nach der ersten Runde verstanden und es macht süchtig.

Komplexität: Anspruchsvoll
Für Fans von: Kartenspiel, für Denker

King of Tokyo – ein Würfelspiel für Kniffelfans

Das Spiel "King of Tokyo" ist quasi ein guter Übergang für den klassischen Kniffel-Spieler zur neuen Spielewelt. Als buntes Monster müssen wir versuchen, die Stadt Tokyo zu erobern, das erreichen wir nach dem klassischen Kniffel-Würfel-Prinzip.

Neben den Zahlen auf den Würfeln, können wir auch Blitze, Herzen und Pranken sammeln. Mit den verschiedenen Symbolen können wir uns heilen, andere Monster angreifen oder uns Verbesserungen für unser Monster kaufen. Das Spiel ist dabei sehr bunt und comicmäßig gestaltet und sieht einfach nur lustig aus. Wir können im Basisspiel zwischen vier "Monstern" wählen. Mit dabei ist zum Beispiel auch der lustige Space-Pinguin oder eine pinke Robokatze. Neben den bunten Monstern sind auch die Würfel echt was fürs Auge: groß und schwarz, mit leuchtend grünen Symbolen.

Gewinnen können wir das Spiel auf zwei unterschiedliche Arten. Entweder, indem wir als erster 20 Punkte sammeln und uns somit als stärkstes Monster beweisen, oder indem wir die Konkurrenz ausschalten, also alle anderen anderen Monster verscheuchen.

Komplexität: Simpel
Für Fans von: Würfelspielen, Kniffel, Comicmonstern

Cantaloop – Ein Gaunerabenteuer für Einzelspieler

Wenn Sie mal spontan Lust auf ein Spiel haben oder aktuell eine große Brettspielrunde nicht zusammenbekommen, ist das überhaupt kein Problem! Es gibt auch Spiele, die Sie ganz gemütlich zu Hause spielen können - auch alleine! Das Abenteuerspiel "Cantaloop" zum Beispiel. Ein Comic zum Lesen und Mitmachen.

Deine Knöchel am Lenkrad deines weißen Sprinters werden ganz blass, als rechts ein Schild erscheint: CANTALOOP. Du bist angekommen, jetzt gibt es kein Zurück mehr.

So beginnt die Geschichte von Cantaloop und dem Charakter Hook, den wir spielen dürfen. Er selbst sagt über sich: "Immer noch der bestaussehendste Gauner in ganz Europa." Vor zehn Jahren wurde er von einem seiner Komplizen verraten und musste untertauchen. Jetzt ist er zurück in der Stadt und hat ein Ziel: "Ich hab die ganze Zeit damit verbracht, darüber nachzudenken, wie ich mich an White für das rächen könnte, was er mir angetan hat."

Doch dafür braucht Hook erstmal ein Team - und damit auch unsere Hilfe. Das Spiel Cantaloop ist kein klassisches Brettspiel, sondern ein großes Ringbuch. Darin enthalten sind 20 verschiedene Schauplätze in bunter Comic-Grafik und Gegenstände auf 60 verschiedenen Spielkarten, Lösungstexte und Dialoge zum Lesen. Über Codes auf den Bildern und Karten können wir Schauplätze untersuchen, mit anderen sprechen, neue Gegenstände finden - oder Gegenstände miteinander kombinieren. Zum Beispiel: Lupe + Briefkasten: "Huch, was is’n das? Eine Postkarte!"

Wenn wir richtig kombinieren, schalten wir neue Gegenstände und Schauplätze frei und können uns mit Personen über immer andere Dinge unterhalten. So bierernst ist das Gauner-Dasein dabei aber nicht. Wenn wir ganz stolz mit dem Weihwasser den vertrockneten Baum im Staatsarchiv gießen und dafür eine neue Karte ziehen dürfen, steht darauf: "Glückwunsch! Du bist ein Ökofreak!"

Die Charaktere sind alle sympathisch verschroben, die Dialoge witzig. Wir springen von Schauplatz zu Schauplatz. Und die Rätsel sind ganz schön knifflig: Wie komme ich am Türsteher des Jazzclubs vorbei? Wie schmuggle ich etwas ins örtliche Gefängnis rein? Und vor allem: Wie schaffe ich den besten Hacker der Stadt dort raus?

Bei "Cantaloop" ist viel Grips und "um die Ecke denken" gefragt, denn auch wenn Hook sich für den besten Gauner Europas hält - ohne uns geht nichts!

Komplexität: Simpel gelernt, Rätsel durchaus knackig
Für Fans von: Krimis, kniffligen Rätseln, flachen Witzen, Point & Click Adventures

Magic Maze – super still und spannend

Spiele können dafür sorgen, dass es hektisch wird und man wild durcheinander redet. "Magic Maze" ist genau das Gegenteil, deshalb aber kein bisschen weniger aufregend oder aufreibend. Denn die wichtigste Regel bei "Magic Maze": Es darf nicht miteinander gesprochen werden.

Die einzige Möglichkeit mit jemandem zu "sprechen" ist ein großer Spielstein, der vor einem Mitspieler darauf hinweist, dass er jetzt besser handeln sollte. Was genau dann von der Person erwartet wird, bleibt dabei aber unklar. Aber von vorne:

Als Gruppe spielen wir gemeinsam gleich mehrere Fantasyhelden: einen Barbar, einen Zwerg, eine Magierin und einen Elf. Blöderweise ist denen die komplette Ausrüstung geklaut worden - und all ihr Geld noch dazu. Der Plan: Die Vier wollen sich im Einkaufszentrum "Magic Maze" neue Ausrüstung klauen - und zwar alles gleichzeitig! Klingt nach einer heiklen Mission, ist es auch. Bei diesem spannenden Plan steuern alle Spieler gleichzeitig alle Spielfiguren. Das Spiel läuft also nicht in Runden ab, sondern alle spielen zu jeder Zeit mit. Erschwert wird das dadurch, dass nicht miteinander gesprochen werden darf. Woher weiß ich dann, was ich wann machen soll? Gute Frage!

Jeder Spieler kann nur eine bestimmte Aktion ausführen. Ein Spieler darf die Figuren nur nach rechts bewegen, ein anderer nur nach links, etc. So werden alle Himmelsrichtungen unter den Spielern aufgeteilt. Deshalb ist es auch so wichtig, jemandem ein Zeichen zu geben, wenn er gerade eine wichtige Handlung übersieht, die aber nur er ausführen kann.

Und das nächste Problem: die Zeit! Für Diebstahl und Flucht haben wir nur drei Minuten Zeit! Eine Sanduhr läuft gnadenlos runter. Wir können sie zwar auf bestimmten Feldern wieder drehen, aber das senkt das Stresslevel und den Nervenkitzel nur bedingt. Wenn also alle Helden auf ihren Ausrüstungsfeldern stehen, geht der Alarm los. Wir packen uns Schwerter, Schilde und Rüstung unter die Arme und eilen zum Ausgang.

Bei all den Hindernissen fühlt es sich am Schluss umso besser an, wenn es alle vier Helden zum Ausgang geschafft haben und die Spieler wieder miteinander reden können.

"Magic Maze" ist übrigens auch gut als Familienspiel geeignet. Empfohlen ist es ab 8 Jahren.

Komplexität: Simpel
Für Fans von: Kooperativen Spielen, Familienspielen

Maus und Mystik: Märchenabenteuer für die ganze Familie

Ein einsamer König heiratet eine geheimnisvolle Zauberin. Diese Hochzeit stürzt das Königreich in eine dunkle Zeit. Um aus den Fängen der Zauberin zu entkommen, verwandeln sich Prinz Collin und seine Freunde in Mäuse. Sie müssen sich durch eine riesige Burg kämpfen und sich vielen Feinden stellen: Kakerlaken, Ratten, Spinnen und natürlich… KATZEN! Jedes Kapitel ist dabei erzählt, wie die Geschichte aus einem Märchenbuch.

Die Helden werden besser, aber die Gegner auch immer anspruchsvoller. Die Spieler bewegen sich durch die Gänge, überlegen sich gemeinsam eine Taktik gegen die Monster und bekämpfen sie mit ihren verschiedenen Fähigkeiten. Dabei nutzen die Spieler sowohl Karten als auch Würfel.

Neben der toll erzählten Geschichte, sieht "Maus und Mystik" auch wunderschön und detailverliebt aus. Käsestücke müssen gesammelt werden, um stärker zu werden. Die Gänge und Räume des Schlosses sind gut gezeichnet, sodass immer die richtige Atmosphäre transportiert wird. Auch die Zeichnungen auf den Karten sehen aus wie aus einem Märchenbuch.

Ein Highlight sind auch die detaillierten Spielfiguren von Mäuseprinz Collin, Heilerin Tilda oder dem Schmied Rex. Bis zu vier Spieler erleben die Geschichte von Collin und Co. gemeinsam. Dabei ist das Spiel auch durchaus für Familien geeignet, aber auch Einzelkämpfer können als heldenhafter Prinz das Abenteuer erleben. Wer mal eingestiegen ist in die Geschichte von "Maus und Mystik", wird sich nur schwer lösen können, bevor der Mäuseprinz gerettet ist.

Komplexität: Mittel
Für Fans von: Märchen, Rollenspielen, Abenteuer

Detective: Ein Krimi-Brettspiel

Krimifreunde sollten sich für dieses Spiel Zeit nehmen. "Detective" ist packend und abendfüllend. Gedacht ist es für ein bis fünf Spieler - je mehr, desto besser. Gemeinsam löst das Detektivteam verschiedene Kriminalfälle. Dafür werden Verdächtige befragt, Tatorte untersucht und Hinweise gesammelt. Der Clou: Neben den Fallakten und Karten in der Packung gibt es eine digitale Online-Datenbank, die Teil des Spiels ist. Ein Tablet oder Laptop sind zum Spielen also nötig. Diese Datenbank lässt ein sehr reales Detektiv-Gefühl entstehen. Entdeckte Hinweise werden eingetragen. Genommene Proben vom Tatort können dort ausgewertet und existierende Polizeiakten der Verdächtigen eingesehen werden. Die Kombination aus allen diesen Elementen lässt die Spieler für ein paar Stunden zu einem richtigen Profischnüffler-Team zusammenwachsen.

Nach einer gewissen Zeit ist die Datenbank gut gefüllt und auf dem Spieltisch sammeln sich Zettel mit Mindmaps und Notizen. Das Basisspiel beinhaltet fünf Fälle, die einen durchaus eine Weile beschäftigen. Da man eigentlich nie alle Hinweise in einer Runde findet, kann man die Fälle durchaus auch mehrmals spielen - auch wenn man einiges natürlich dann schon weiß. Im Handel gibt es inzwischen ein Erweiterungspaket.

Komplexität: Komplex
Für Fans von: Detektivserien, Krimifans, Rätselsüchtige

Die Legenden von Andor: Fantasy-Brettspiel im "Herr der Ringe"-Style

Als Krieger, Zwerg, Bogenschütze oder Zauberer werden zwei bis vier Spieler in eine Fantasywelt entführt, die stark an die Welt aus den "Herr der Ringe"-Filmen erinnert. Gemeinsam ziehen die Spieler in die Schlacht gegen fiese Kreaturen, um die legendäre Wartburg zu beschützen. Auf einem großen Spielbrett erleben die Spieler packende und schöne Geschichten.

Die Kämpfe gegen die unbarmherzigen Monster werden per Würfel entschieden. Während die Spieler nebenher auch noch Edelsteine sammeln müssen, Heiltränke und anderes brauen und ihre Spielcharaktere sich immer weiter verbessern, tauchen sie immer tiefer ein in die Welt von Andor. Durch die zahlreichen Erweiterungen kann man hier für wirklich sehr viele Stunden der realen Welt entfliehen und sein Zweitleben als Fantasyheld voll ausleben!

Durch viele zufällige Faktoren und Ereignisse sind die, teilweise auch schwierigen, Abenteuer jedes Mal wieder anders. So bleibt auch der Wiederspielwert sehr hoch.

Komplexität: Komplex
Für Fans von: Herr der Ringe, Rollenspielen, Fantasy

T.I.M.E Stories: Spannende Science-Fiction – nur für Erwachsene

Fans von Science-Fiction und kniffligen Rätseln werden viel Zeit verbringen mit "T.I.M.E Stories". Als Geheimagenten reisen die Spieler durch die Zeit, um an verschiedenen Punkten Fehler in der Geschichte zu korrigieren und einen gefährlichen Riss in der Zeitlinie zu verhindern. Das Grundspiel führt die Spieler in eine Pariser Nervenheilanstalt im Jahre 1921. Dort müssen Orte erkundet, Hinweise gefunden, Personen befragt und schwierige Entscheidungen getroffen werden. Der Gegner im Spiel ist vor allem die Zeit. Ist die abgelaufen, haben die Agenten versagt und müssen zurück an den Anfang der Geschichte reisen.

"T.I.M.E Stories" ist ein Spiel für Erwachsene, denn auch kleine Entscheidungen wollen wohl überlegt sein. Investiere ich noch die Zeit und erkunde den Raum oder gehe ich weiter zum nächsten? Hinter jeder noch so kleinen Entscheidung lauern Gefahren, die teilweise auch tödlich für die Spielcharaktere sein können. Definitiv kein Spiel für schwache Nerven. Neben dem Abenteuer aus dem Basisspiel gibt es inzwischen auch viele weitere Abenteuer, die aber alle separat gekauft werden müssen.

Komplexität: Komplex
Für Fans von: Thriller-, Krimi-, und Rätselspielen

Micro Macro: Crime City: Ein Krimispiel im Wimmelbild

Wer früher gerne auf Wimmelbilder gestarrt hat, um jedes noch so kleine Detail zu entdecken, wird "Micro Macro – Crime City" verschlingen. Das Spiel des Jahres 2021 ist quasi ein Wimmelbild als Spiel. Der Spielplan ist riesig - 75 mal 110 Zentimeter. Entweder breitet man ihn auf dem Tisch aus, oder hängt ihn wie ein Poster an die Wand. Der Plan zeigt uns Crime City, eine wuselige Stadt mit vielen Gebäuden, Fahrzeugen und vielen kleinen Figuren. Alles in Schwarz-Weiß gezeichnet. Auf diesem Plan lösen die Spieler gemeinsam Kriminalfälle: Wer hat den Burgerbrater ermordet? Wie sind die Bankräuber aus der Stadt geflohen? Alle Hinweise und Zusammenhänge finden sich irgendwo auf der Karte.

Ideal für Einsteiger: Es gibt keine wirklichen Spielregeln. Einfach den Plan ausbreiten, die erste Karte des Kriminalfalls lesen und los geht's. Wie auf einem großen Wimmelbild sucht man Details, um den Fall zu knacken. Am Anfang ist alles noch recht einfach, wird dann aber immer schwerer. Sind alle Fälle gelöst, gibt es auf der Homepage des Spiels weitere kleine Rätsel - eine Erweiterung ist auch schon erschienen. Empfohlen ist Micro Macro für ein bis vier Spieler. Mit wie vielen Freunden oder Familienmitgliedern man sich über den Plan beugt, ist aber auch ein bisschen vom Platz abhängig.

Komplexität: Simpel
Für Fans von: Wimmelbildern, Rätseln, Krimis

Colt Express: Einfache Cowboy-Action

"Colt Express" war 2015 Spiel des Jahres - sicher auch wegen des tollen Spielbretts. Das ist nämlich gar kein klassisches Brett, sondern ein dreidimensionaler Zug aus Pappe. Als eine Gruppe von Banditen wollen die Spieler den Zug - ganz klassisch wilder Westen - ausrauben. Dabei will jeder Bandit natürlich den größten Anteil für sich haben. Anstatt mit einer wilden Schießerei im Wohnzimmer, werden hier für den erfolgreichen Raubzug verschiedene Karten ausgespielt: Bewegung im Zug, Schätze aufheben oder einen Gegner schlagen zum Beispiel.

Das Problem: Alle Spieler spielen erst einmal reihum Karten aus, bis keiner mehr welche hat. Erst dann werden diese Spielzüge ausgeführt. Man muss also genau aufpassen, was die anderen machen. Sonst passiert es auch mal, dass wir einen Schatz aufheben wollen und ins Leere greifen, weil den schon jemand genommen hat. Was hier vielleicht noch etwas verwirrend klingt, ist im Spiel selbst aber schnell verstanden. Die Regeln sind insgesamt sehr einfach gehalten und bieten für zwei bis sechs Banditen auch für zwischendurch eine schöne und schnelle Spielrunde.

Komplexität: Simpel
Für Fans von: Western, Kartenspielen, Familienspiele

Harry Potter: Kampf um Hogwarts – Einfaches Kartenspiel für Harry-Potter-Fans

Der Zauberer mit der Brille und der Blitznarbe für den Wohnzimmertisch. "Harry Potter - Kampf um Hogwarts" ist ein Kartenspiel für zwei bis vier Spieler, bei dem alle gemeinsam gegen die dunklen Mächte aus den Filmen antreten - wahlweise als Harry, Ron, Hermine oder Neville. Das Spiel ist sehr einsteigerfreundlich. Die Spieler spielen sich durch die einzelnen Schuljahre in der Zauberschule von Hogwarts.

In jedem Schuljahr lernen die Spieler dabei nach und nach neue Regeln. Die ersten beiden Schuljahre sind dabei als eine Art Tutorial zu sehen - erfahrene Spieler können diese getrost überspringen. Die Spielmaterialien sind sogar Schuljahr für Schuljahr einzeln verpackt, sodass man gut den Überblick behält.

"Kampf um Hogwarts" ist ein sogenanntes Deckbuilding-Spiel. Jeder Spieler startet mit einer Handvoll Karten, im Laufe einer Spielrunde bekommt jeder immer mehr davon: Zaubersprüche, Gegenstände und Verbündete aus den Filmen zum Beispiel. Mit seinen Karten stellen sich die Spieler immer stärker werdenden Bösewichten. Am Ende wartet sogar der, Sie wissen schon, wer. Da es sich um ein offiziell lizenziertes Spiel handelt, werden sich Fans der Filme freuen, alle bekannten Gesichter auf dem Spielbrett wiederzusehen.

Komplexität: Simpel
Für Fans von: Harry Potter, Kartenspiele, Teamspielen

Watergate: Ein Politthriller für zwei

Washington 1972. Fünf Einbrecher werden am Watergate-Gebäude festgenommen, dem Hauptsitz der Demokratischen Partei. Was als Einbruch beginnt, wird als Watergate-Affäre in die Geschichte eingehen.  

Die Telefone im Watergategebäude waren verwanzt und alle Gespräche mitgeschnitten worden. Schnell führen die Spuren bis nach ganz oben. Ins Oval Office und zum damaligen republikanischen US-Präsidenten Richard Nixon. Aufgedeckt wurde der Skandal von investigativen Journalisten der Washington Post. Dieses historische Geflecht aus Manipulation, Vertuschung, Enthüllung und Erpressung ist die Szenerie im Spiel "Watergate".

Ein Spieler übernimmt dabei die Rolle der Nixon-Regierung, die alles unternimmt, um den Skandal zu vertuschen. Der andere Spieler wiederum versucht als investigatives Reporterteam Verbindungen herzustellen, Beweise zu finden und Nixon zu stürzen. Beide Seiten müssen dafür Verbündete gewinnen. Und das sind historische Figuren des echten Watergate Skandals, wie Nixons Berater John Ehrlichman oder der FBI Agent Gordon Liddy.

"Watergate" ist ein extrem spannendes Spiel, das viel taktische Raffinesse und clevere Schachzüge erfordert. Eine Partie dauert etwa 45 Minuten. Und anders als in der historischen Vorlage, kann auch die Regierung gewinnen und Nixon als Präsident im Amt bleiben.

Mr. Jack: Jack the Ripper im Wettlauf mit der Polizei

Beim nächsten Spiel reisen wir nach Großbritannien ins 19. Jahrhundert. Auch hier gibt es wieder eine historische Vorlage. Diesmal geht es um den berüchtigten Serienmörder Jack the Ripper.

Der Unbekannte treibt in der Stadt sein Unwesen. Dort weiß niemand, wer Mr. Jack eigentlich ist. Das herauszufinden ist die Aufgabe des ersten Spielers. Er übernimmt die Rolle des Ermittlers. Der andere Spieler übernimmt die von Mr. Jack. Seine Aufgabe ist es, unerkannt aus der Stadt zu fliehen.

Acht Figuren sind auf dem Spielplan. Hinter einer der Figuren verbirgt sich Mr. Jack. Hinter welcher genau, das weiß der Ermittler natürlich nicht. Er hat nur eine Möglichkeit, das herauszufinden: Das Ausschlussprinzip. Ohne jetzt schon zu viel zu verraten: Licht und Schatten sind dafür entscheidend.

Das Zwei-Personen-Spiel "Mr. Jack" entführt die beiden Spieler in eine spannende Räuber-und-Gendarm-Geschichte, ist dabei aber durchaus anspruchsvoll. Eine Partie dauert etwa eine halbe Stunde. In der Regel braucht es aber mindestens eine Revanche!

Lieblingsspiele der SWR1-Redaktion

SWR1 Moderator Frank Harbeck liebt die Würfelspiele "Quixx" und "Noch mal so gut!". (Foto: SWR)
SWR1 Moderator Frank Harbeck liebt Würfelspiele. Bei "Qwixx" würfelt man mit mehreren bunten Würfeln und muss versuchen zwei Zahlenreihen vor allen anderen zu schließen. Das Besondere dabei: Es gibt keine Wartezeiten, weil alle Mitspieler immer beteiligt sind. Eine Mischung aus Glück und Taktik. Beim Spiel "Noch mal so gut!" gibt es bunte Würfel, mit denen möglichst schnell Farbfelder geschlossen werden müssen. Dazu gibt’s einen Spezialwürfel, der die Punktzahl deutlich erhöhen kann. Bild in Detailansicht öffnen
Das Lieblingsspiel von SWR1 Moderatorin Claudia Deeg ist das Brettspiel "Kitchen Rush": Wer bis zum Ende spielt – der ist perfekt auf die gemeinsame Vorbereitung des Weihnachts- oder Silvestermenüs vorbereitet! Alle spielen zusammen und peppen ein altes Restaurant auf – im Idealfall bis zur vollendeten Sterneküche. Alles unter Zeitdruck (dafür die Sanduhren), denn die Gäste warten schon! Kochen kann stressig sein, aber ist selten so lustig und unterhaltsam wie bei „Kitchen Rush“. Bild in Detailansicht öffnen
SWR1 Redakteur und Moderator Daniel Isengard ist großer Science-Fiction-Fan. Das sieht man auch an seinem Lieblingsspiel: „Nemesis“ ist einfach knallharte Alien-Action. Gemeinsam muss man eine Alieninvasion auf einem Raumschiff überstehen. Das Spiel ist extrem vielschichtig. Würfeln, Karten, toll gestaltete Figuren. Aber: hoher Schwierigkeitsgrad und lange Spielrunden. Auf Nemesis muss man sich einlassen – aber es lohnt sich! Bild in Detailansicht öffnen
SWR1 Redakteurin Annika Richter: "Mit dem Kartenspiel "Sushi Go" wird der Tisch zum Sushirestaurant. Alle Spieler versuchen, ihre Sushiarten so zu kombinieren, dass ihr Menü am Ende die meisten Punkte bringt. Aber Vorsicht: Weil die Karten wie Sushiteller auf dem Band im Sushirestaurant von Spieler zu Spieler wandern, kann man nie sicher sein, ob die gewünschte Karte nochmal vorbei kommt. Da ist Taktik gefragt! "Sushi Go" macht mit vielen Spielern am meisten Spaß." Bild in Detailansicht öffnen
Das Lieblingsspiel von SWR Volontärin Christine Geilich ist "Mysterium": "Dabei geht es darum, einen Mord in einer Villa aufzudecken. Eine Person spielt den Geist des Verstorbenen und versucht, durch 'Träume' (also Traumkarten) Hinweise zu geben. Neben dem fantasievoll gestalteten Spielmaterial finde ich es vor allem schön, dass es ein kooperatives Spiel ist. Das heißt, dass alle zusammen rätseln und miteinander reden und am Ende auch gemeinsam verlieren oder idealerweise zusammen gewinnen." Bild in Detailansicht öffnen
SWR1 Moderator Veit Berthold spielt im Moment am liebsten das Spiel "Obstgarten", sagt er: "Denn ausnahmsweise müssen alle in der Familie zusammenarbeiten, um den Garten abzuernten, bevor es die böse Krähe tut. Diese plötzliche Harmonie zwischen den Kindern ist faszinierend!" Bild in Detailansicht öffnen
Das Lieblingsspiel von SWR1 Redakteurin Sandra Karch ist der Spieleklassiker Kniffel: "Man muss mit fünf Würfel in einem Becher in maximal 3 Würfen versuchen, eine der Aufgaben zu erzielen, die der Spielblock vorgibt. Und wenn dann auch noch ein echter "Kniffel" geworfen wird, ist die Freude riesengroß. Die Kombination aus Freude und Glück schafft Begeisterung – und da man nur zu zweit sein muss, um zu spielen, findet man bei uns zu Hause immer einen Gegner der Zeit und Lust hat." Bild in Detailansicht öffnen
SWR1 Redakteur Patrick Schütz ist bei Kartenspielen ein Fan der nostaligischen Pixelgrafik: "Bei Boss Monster darf man endlich mal die Seiten wechseln und als Bösewicht den Helden das Leben schwer machen. Super kurzweilig und alles in total süßer 8-Bit-Pixel-Optik." Bild in Detailansicht öffnen
SWR1 Redakteurin Katharina Heinius hat auch ein Lieblingsspiel: "Skip-Bo ist unser Familienspiel - es ist überall, jederzeit und mit jedem spielbar. Deshalb existiert das Spiel bei uns auch bereits in der 5. Auflage, weil die Karten schnell so abgegriffen sind, dass wir das Spiel ab und an erneuern müssen. Skip-Bo ist ein Spiel, das vieles miteinander kombiniert: Taktik, Risiko und Glück. Ein Spielspaß für die ganze Familie." Bild in Detailansicht öffnen
SWR1 Redakteurin Sabine Lutzmanns Lieblingsspiel ist der Kartenspielklassiker "Rommé": "Ich liebe Rommé! Dabei mochte ich Kartenspiele nie besonders, aber im letzten verregneten Allgäu-Urlaub hat es zwischen mir und den Karten gefunkt! Die Mischung aus Strategie und Glück finde ich beim Rommé einfach gelungen!" Bild in Detailansicht öffnen
Das Pfälzer Hüttenquartett ist nicht nur ein kurzweiliges Spiel, sondern es hilft auch bei der Ausflugsplanung. Das kleine Kästchen enthält eine Pocket-Wanderkarte und 52 von Designerin Kirsten Dörr gestalteten Karten. Darauf werden die Einkehrmöglichkeiten vorgestellt und Fragen beantwortet, wieviel beispielsweise die Rieslingschorle kostet oder wie weit es zum nächsten Parkplatz ist. Das Quartett ist für SWR1 Onlineredakteur Klaus Weis der perfekte Zeitvertreib für eine kleine Spielrunde. Foto: K. Weis Bild in Detailansicht öffnen

Expertentipps vom Spiele-YouTuber und Brettspielprofi

Brettspiele-Youtuber Hunter vom Kanal "Hunter and Friends" erzählt im Interview mit Hanns Lohmann, welche Spiele sich für Spieleanfänger und Spieleprofis besonders lohnen.

Tipp Nr.1: "Azul"

"Azul" ist ein elegantes, forderndes und schön gestaltetes Puzzlespiel. Perfekt nach einem anstrengenden Tag, um etwas zu entspannen und runterzukommen. Und da die Regeln sehr simpel gehalten sind, eignet es sich auch gut für "Nichtspieler".

Tipp Nr.2: "Codenames"

"Codenames" ist ein perfektes Mitbringspiel für eine kleine gemeinsame Runde. Ab vier Spielern macht dieses "Wortspiel"-Spiel richtig viel Spaß. Dank dem Einsatz der Sanduhr, ist es auch immer spannend. Besonders toll: Keine Spielrunde gleicht der anderen. Deshalb ist vor allem der Wiederspielwert besonders hoch.

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