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Zum Osterfest dürfen Schokoladeneier und -hasen in den meisten Körbchen nicht fehlen. Dabei achten immer mehr Verbraucher auf faire Schokolade. Aber was heißt das eigentlich?

Ein Tafel Schokolade liegt geöffnet auf einem Tisch  (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Picture Alliance

Schokoladenhersteller nutzen zunehmend nachhaltig erzeugten Kakao. Die Bandbreite dieser Nachhaltigkeit ist groß, geht von unabhängig überprüften, sozialen und ökologischen Standards bis hin zu freiwilligen Selbstverpflichtungen. Begriffe wie "fair" oder "Fairer Handel" sind gesetzlich nicht geschützt. Produzenten können sie beliebig nutzen. Wie viel fairer Handel hinter welchem Siegel steckt, erfahren Sie hier.

Fairtrade - das bekannteste Siegel

Fairtrade Schokolade (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Fairtrade Schokolade Picture Alliance

TransFair ist eine der insgesamt 19 nationalen Fairtrade-Organisationen mit einem gemeinsamen Dachverband. Weil Fairtrade weltweit agiert, ist das Siegel das verbreitetste. Die Einhaltung der Fairtrade-Standards wird von einer unabhängigen Zertifizierungsgesellschaft überwacht. Dadurch entstehen Kosten, die einige Hersteller scheuen oder sich nicht leisten können. 

TransFair ist bei den deutschen Produkten für die Vergabe des Fairtrade-Siegels verantwortlich. Um es zu bekommen, verpflichten sich Produzenten, bestimmte Standards einzuhalten. Auf den Anbauflächen dürfen etwa keine Kinder arbeiten. Zudem bekommen die Bauern eine Prämie, die sie in Gemeinschaftsprojekte investieren müssen. Die Kakao-Bauern kriegen Preise garantiert, die über dem Weltmarktpreis liegen. Auf diese Weise soll den Bauern eine kostendeckende Produktion ermöglicht werden und damit ein Leben oberhalb der Armutsgrenze.

Bei Fairtrade gilt der Grundsatz: "Alles was geht, muss fair gehandelt sein." Das gilt auch für sogenannte Mischprodukte wie Schokolade. Ist eine Zutat nicht fair erhältlich, zum Beispiel Milch oder Milchpulver, dann darf sie auch konventionell eingesetzt werden. Mindestens zwanzig Prozent der Produktzutaten müssen aber fair gehandelt sein.

Ist eine Tafel Schokolade so ein Mischprodukt, dann ist das Siegel zusätzlich mit einem Pfeil versehen. Der soll darauf hinweisen, dass die entsprechenden Informationen auf der Rückseite zu finden sind. Auf einigen kakaohaltigen Süßigkeiten in Supermärkten und Discountern prangt auch das Siegel "Fairtrade Cocoa". Das ist ein reines Rohstoff-Siegel und bedeutet, dass hier ausschließlich der Kakao nach den Fairtrade-Standards zertifiziert ist. Damit will die Organisation die Verbreitung fair gehandelter Rohstoffe fördern.

GEPA - The Fair Trade Company

Schokolade mit GEPA-Siegel (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Schokolade mit GEPA-Siegel Picture Alliance

Das Handelshaus GEPA ist der größte europäische Importeur fair gehandelter Produkte. Sie werden in Weltläden, Bioläden und Supermärkten vertrieben. Die strengen Kriterien werden unabhängig geprüft und richten sich nach denen der Fair-Handels-Organisationen (WFTO). GEPA arbeitet an langfristigen und transparenten Lieferbeziehungen.

GEPA strebt an, möglichst alle Zutaten fair gehandelt zu bekommen. Die Schokolade besteht teilweise bereits komplett daraus, unter anderem, weil das Handelshaus faire Bio-Milch aus den Alpen bezieht und faires Bio-Palmöl. 70 Prozent der GEPA-Mischprodukte enthalten bereits zu drei Vierteln faire Zutaten. Darüber hinaus wird auf eine nachhaltige Verpackung geachtet. Die Schokolade darf deshalb nicht in Aluminiumfolie verpackt werden. Alle diese besonders strengen Kriterien spiegeln sich in einem etwas höheren Preis der Schokolade wider.

WFTO - Das Organisationslabel

Die WFTO ist die internationale Dachorganisation für Fair-Handels-Organisationen in rund 70 Ländern weltweit. Es ist ein globales Netzwerk, das sich aus Akteuren von der Produktion bis hin zum Verkauf zusammensetzt. GEPA und die Weltläden sind Mitglieder. Die WFTO arbeitet mit festgelegten fairen Handelskriterien und einem tranpsarenten Monitoring-System, um seine Glaubwürdigkeit zu untermauern. Firmen, die nach den Kriterien wirtschaften, können ihre Produkte mit dem WFTO-Label auszeichnen.

UTZ und Rainforest Alliance - Zusammenschluss mit neuen Kriterien

UTZ und Rainforest Alliance-Zeichen (Foto: Imago, Imago)
UTZ und Rainforest Alliance-Zeichen Imago Imago

Beide Siegel werden immer wieder als Minimal- und Billigsiegel kritisiert. UTZ als das größte Zertifizierungsprogramm für Kakao ist auf vielen Schokoladenprodukten zu finden - Rainforest Alliance dagegen kaum. Inzwischen haben sich beide zusammengeschlossen und neue, gemeinsame Kriterien erarbeitet.

Es soll Farmern dabei helfen, bessere Ernten zu erzielen, sich an den Klimawandel anzupassen, ihre Produktivität zu steigern und Kosten zu reduzieren. So beschreibt die Organisation Rainforest Alliance den Schwerpunkt des neuen Zertifizierungsprogramms selbst. Mindestpreise und Prämien gehören dann ebenfalls dazu. Bislang werden teilweise bestimmte Prämien gezahlt.

Das neue Programm befindet sich in der Umsetzungsphase. Es soll Mitte dieses Jahres die bestehenden Zertifizierungen ersetzen und durch das neue Siegel der Organisation Rainforest Alliance präsentiert werden.

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