Gabriel ist 17 und engagiert sich in der Kommunalpolitik

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Sich einfach nur über Politik zu beschweren – das reicht nicht, findet Gabriel aus Stuttgart-Neugereut. Seit einiger Zeit engagiert sich der 17-Jährige im Jugenrat und kämpft für die Interessen junger Menschen.

„Wenn ihr eure Stimme nicht erhebt, werden Entscheidungen an euch vorbei getroffen. Dann kann man hinterher auch nicht sagen, dass es einem nicht gefällt, was da gemacht wurde.“

Jugendliche und Politik?

Gabriel sitzt schon in seiner zweiten Amtsperiode im Jugendrat seines Bezirks Neugereut. „Viele sind eher erstaunt, weil die denken, dass es viel Zeit in Anspruch nimmt und eben nicht oft vorkommt, dass man im Jugendrat ist oder sich in einer Partei engagiert. Vor allem nicht in meinem Alter.“

Er ist überzeugt davon: Gerade in der Kommunalpolitik können Jugendliche sich einbringen. „Ich finde, dass Jugendliche relativ wenig zu sagen haben, vor allem, wenn sie noch unter 16 sind. Sich im Jugendrat zu engagieren ist eine relativ gute Möglichkeit im Alltagsleben was zu verändern: Bundes- und Europapolitik sind sehr wichtig, da sie die Rahmenbedingungen vorgeben. Aber in der Kommunalpolitik werden die Entscheidungen getroffen, die unseren Alltag betreffen: zum Bespiel, ob irgendwo ein Schwimmbad hinkommt oder ein Skatepark.“

Kommunalpolitik: konkret etwas bewegen

Sein Weg in die Kommunalpolitik fing mit einem Stück Papier an – einem Flyer. „Da gab es Werbung in den Briefkästen, so hab‘ ich erfahren, dass ich mich aufstellen lassen kann und dann habe ich mich erst mal in der Schule bei meinem Gemeinschaftskundelehrer informiert.“ In seinem Bezirk hat er schon einige Partys und ein Fußballturnier organisiert und an einer Verschönerungsaktion mitgearbeitet: Die Mülleimer vorm Rathausplatz wurden von Jugendlichen besprayt. „Um eine ‚jugendliche Note‘ reinzubringen.“

Eine Verschönerungsaktion des Jugendrates: Die Mülleimer am Rathausplatz in Stuttgart-Mühlhausen wurden von Jugendlichen besprayt (Foto: SWR)

Derzeit setzt er sich mit den anderen Jugenratsmitgliedern für eine Sportanlage ein, die auf einer ungenutzten Grünfläche entstehen soll. „Ich weiß noch nicht, ob ich später in die Politik will, das kommt auch darauf an, wie ich das mit meinem Beruf vereinbaren kann. Aber ich würde trotzdem immer wählen gehen und mich bei Veranstaltungen wie Bürgerformen aktiv engagieren.“

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